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Konjunktur Deutsche Wirtschaft wächst 2021 um 2,7 Prozent – aber hohes Staatsdefizit

Deutsche Wirtschaft in der Coronakrise: 2021 hat die Konjunktur spürbar wieder angezogen. Quelle: dpa

Die deutsche Wirtschaft ist im vergangenen Jahr trotz der Pandemie gewachsen. Vor allem Lieferprobleme verhinderten eine stärkere Erholung. Das zweite Corona-Jahr sorgte aber erneut für Defizit in Staatskasse.

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Trotz globaler Lieferprobleme und Virus-Pandemie ist die deutsche Wirtschaft 2021 wieder spürbar gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg um 2,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Dies ist zwar das stärkste Wachstum seit 2017.

Allerdings konnte die Wirtschaft damit nur einen Teil der Rezession aus dem ersten Corona-Jahr 2020 wieder wettmachen, als die Konjunktur um 4,6 Prozent einbrach. Die Wirtschaftskraft lag damit noch zwei Prozent unter dem Niveau des Vorkrisenjahres 2019.

Der Kampf gegen die Pandemie hat erneut ein tiefes Loch in die deutsche Staatskasse gerissen. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 153,9 Milliarden Euro weniger ein als sie ausgaben. Dies entspricht einem Defizit von 4,3 Prozent des BIP.

(Lesen Sie dazu auch: Das Einnahmen-Wunder in der Corona-Delle)



Im vergangenen Jahr belasteten Lieferengpässe, gestiegene Preise bei Rohstoffen und Energie sowie die allgemein hohe Inflation Firmen und Verbraucher. Die dritte und vierte Corona-Welle mit steigenden Inzidenzen dämpften Handel, Tourismus sowie Gastgewerbe und verhinderten eine schnellere Erholung. Bei der Baubranche lief es weitgehend rund. Die Industrie konnte sich zwar wieder berappeln und mehr Aufträge an Land ziehen, kämpft aber nach wie vor mit Materialknappheit und in der Folge mit höheren Preisen. Die Exporte kletterten 2021 um 9,4 Prozent, während die Importe um 8,6 Prozent stiegen. Die Ausgaben der Konsumenten allerdings stagnierten.

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    Ende des vergangenen Jahres lief es schleppend und die Wirtschaft schrumpfte erneut. Das BIP habe zwischen Oktober und Dezember zum Vorquartal abgenommen, sagte der Präsident des Statistischen Bundesamts, Georg Thiel. Grund sei die vierte Corona-Welle mit weiteren Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte dazu: „Das Schlussquartal 2021 dürfte angesichts wieder notwendiger Beschränkungen in den kontaktintensiven Dienstleistungen und Produktionsschwierigkeiten in der Industrie aufgrund der anhaltenden Lieferengpässe schwach verlaufen sein.“

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    Fachleute gehen davon aus, dass der Konjunkturknoten platzt und die Wirtschaft mehr Fahrt aufnimmt, wenn die Omikron-Welle abebbt. Dann dürfte die Politik Einschränkungen im Kampf gegen die Pandemie lockern. Viele Ökonomen trauen der Wirtschaft 2022 deutlich mehr Wachstum zu. Während der Industrieverband BDI mit einem Plus von 3,5 Prozent rechnet, setzen die gewerkschaftsnahen Forscher vom IMK-Institut sogar auf einen Anstieg von 4,5 Prozent. „Zu einem guten Wachstumsjahr wird 2022 nur dann, wenn die Coronapandemie und der extreme Materialmangel nachlassen“, sagte Chefökonom Alexander Krüger von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. „Unterstützt von hohen Auftragsbeständen und tiefen Realzinsen dürfte der Konjunkturkessel dann mächtig dampfen.“ Es bleibe zu hoffen, dass der Inflationsanstieg Verbraucher nicht stärker verunsichere.

    Mehr zum Thema: Die Angst vor höherer Inflation treibt Anleger ins Gold.

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