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LeitzinsEZB legt Zinspause ein – Anleihekäufe sollen zurückgefahren werden

Die EZB lässt den Leitzins weiter unberührt: Damit liegt er bis Jahresende bei 4,5 Prozent. Die Währungshüter begründen die erneute Zinspause mit der schwächelnden Konjunktur. 14.12.2023 - 15:32 Uhr aktualisiert

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank.

Foto: dpa

Die EZB lässt angesichts abebbender Inflation und schwächelnder Konjunktur die Zinsen unverändert und kündigt ein allmähliches Zurückfahren ihrer Anleihenkäufe im kommenden Jahr an. Die Währungshüter um Notenbankchefin Christine Lagarde beschlossen am Donnerstag auf ihrer letzten geldpolitischen Sitzung im laufenden Jahr, den Leitzins bei 4,50 Prozent zu belassen. Der am Finanzmarkt maßgebliche Einlagensatz, den Geldhäuser für das Parken überschüssiger Gelder von der Notenbank erhalten, bleibt weiter auf dem Rekordniveau von 4,00 Prozent. „Die zukünftigen Beschlüsse des EZB-Rats werden dafür sorgen, dass die Leitzinsen so lange wie erforderlich auf ein ausreichend restriktives Niveau festgelegt werden“, erklärten Lagarde & Co.

Aus Sicht von Commerzbank-Volkswirt Jörg Krämer ist das Inflationsproblem noch lange nicht gelöst. „Hoffentlich belässt die EZB ihre Leitzinsen lange genug auf dem derzeitigen Niveau“ kommentierte er den Zinsbeschluss. Die EZB dürfe nicht wegen ein paar überraschend niedriger Inflationsdaten einknicken, merkte er an. Für Ökonom Friedrich Heinemann vom Forschungsinstitut ZEW ist nun die weitere Inflationsentwicklung entscheidend. „Wenn es im Januar keinen deutlichen Rückschlag bei der Inflation gibt, dürfte sich der Weg für eine erste Zinssenkung im Frühjahr öffnen,“ glaubt der Experte.

Am Finanzmarkt sprießen bereits die Zinssenkungsfantasien ins Kraut. Aus den Notierungen am Geldmarkt geht hervor, dass Investoren dort bereits auf eine erste Zinssenkung schon im März 2024 wetten. Ein Schritt nach unten im April ist sogar bereits zu 100 Prozent in den Kursen enthalten. In der jüngsten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters waren 57 Prozent der befragten Volkswirte davon ausgegangen, dass die EZB 2024 mindestens einmal vor ihrer Juli-Zinssitzung die Zinsen senken wird.

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Die EZB will bei der Festlegung der richtigen Höhe und Dauer des restriktiven Zinsniveaus auch künftig datengestützt vorgehen. Zugleich kündigten die Währungshüter an, die Anleihenkäufe aus ihrem Pandemieprogramm PEPP im kommenden Jahr langsam auf Null zurückzufahren und so die Notenbankbilanz weiter zu verringern. So sollen die vollumfänglichen Reinvestitionen nur noch bis Ende des ersten Halbjahres 2024 fortgesetzt werden. Im zweiten Halbjahr soll dann das PEPP-Portfolio im Schnitt um monatlich 7,5 Milliarden Euro verringert und die Käufe zum Jahresende dann komplett eingestellt werden. Bislang sollten die Reinvestitionen noch vollumfänglich bis mindestens Ende 2024 laufen.

Kreditvergabe an Unternehmen schrumpft

Die Währungshüter hatten bereits auf ihrer geldpolitischen Sitzung im Oktober in Athen an den Schlüsselsätzen nicht gerüttelt. EZB-Chefin Lagarde hatte im November die Erwartung ausgesprochen, dass es bei den Sätzen voraussichtlich in den nächsten Quartalen keine Änderung geben werde. Ähnlich hatte sich auch Frankreichs Notenbank-Chef Francois Villeroy de Galhau geäußert.

Das Stakkato von zehn Zinsanhebungen seit Juli 2022 zeigt inzwischen deutlich Wirkung. Im Oktober schrumpfte die Kreditvergabe der Banken an Firmen sogar erstmals seit acht Jahren wieder. Die Inflation ist im November auf 2,4 Prozent zurückgegangen - das ist das niedrigste Niveau seit Juli 2021. Das Inflationsziel der EZB von zwei Prozent rückt damit mehr und mehr in Reichweite. Bei der Zinsentscheidung dürften auch Konjunktursorgen eine Rolle gespielt haben. Von Juli bis September war die Wirtschaftsleistung im Euroraum im Vergleich zum Vorquartal um 0,1 Prozent geschrumpft. Und eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht. Die EZB muss daher aufpassen, dass sie die Wirtschaftsaktivitäten nicht komplett abwürgt.

In den USA hielt die US-Notenbank Federal Reserve am Mittwochabend ebenfalls ihre Füße still. Die Währungshüter um Fed-Chef Jerome Powell beschlossen den geldpolitischen Schlüsselsatz in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent zu belassen. Zugleich signalisierten sie in ihren Ausblick für 2024, dass die Zinsen nach unten gehen werden. Im Mittel geht die Fed davon aus, dass der Leitzins nächstes Jahr um 0,75 Prozentpunkte sinken wird. Das schürte Zinssenkungsspekulationen: An den Terminmärkten wird nun bereits für den März mit einer ersten Zinssenkung der Fed gerechnet. Insgesamt erwarten Händler, dass der US-Leitzins 2024 um mehr als einen Prozentpunkt gesenkt wird.

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rtr
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