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PreisentwicklungPreise für Erzeuger fallen wieder stärker

Die Produzentenpreise in Deutschland sind weiter gesunken. Dafür sind unter anderem die fallenden Preise für Energie verantwortlich. 19.01.2024 - 08:59 Uhr

Im Dezember sanken die Produzentenpreise im Jahresvergleich um 8,6 Prozent.

Foto: imago images

In Deutschland sind die Preise auf Herstellerebene am Ende des vergangenen Jahres wieder stärker gefallen. Im Dezember sanken die Produzentenpreise im Jahresvergleich um 8,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte.

Der Rückgang war damit etwas stärker als im November, als die Preise um 7,9 Prozent gefallen waren, aber deutlich schwächer als in den Monaten Oktober und September. Analysten hatten für Dezember im Schnitt einen Preisrückgang um acht Prozent erwartet.

Im Gesamtjahr 2023 waren die Erzeugerpreise 2,4 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, wie es weiter hieß. Nach wie vor sorgt ein statistischer Basiseffekt für fallende Preise. 2022 waren die Preise, die Hersteller für ihre Waren erhalten, zeitweise mit einer Rekordrate von 45,8 Prozent gestiegen. Hauptgrund war der Krieg Russlands gegen die Ukraine, der Energie und viele Rohstoffe sprunghaft verteuert hatte. Mittlerweile sind die Preise aber wieder gesunken, was auch die Teuerung auf Unternehmensebene drückt.

Schneller schlau: Inflation
Wenn die Preise für Dienstleistungen und Waren allgemein steigen – und nicht nur einzelne Produktpreise – so bezeichnet man dies als Inflation. Es bedeutet, dass Verbraucher sich heute für zehn Euro weniger kaufen können. Kurz gesagt: Der Wert des Geldes sinkt mit der Zeit.
Die Inflationsrate, auch Teuerungsrate genannt, gibt Auskunft darüber, wie hoch oder niedrig die Inflation derzeit ist. Um die Inflationsrate zu bestimmen, werden sämtliche Waren und Dienstleistungen herangezogen, die von privaten Haushalten konsumiert bzw. genutzt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschreibt das wie folgt: „Zur Berechnung der Inflation wird ein fiktiver Warenkorb zusammengestellt. Dieser Warenkorb enthält alle Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte während eines Jahres konsumieren bzw. in Anspruch nehmen. Jedes Produkt in diesem Warenkorb hat einen Preis. Dieser kann sich mit der Zeit ändern. Die jährliche Inflationsrate ist der Preis des gesamten Warenkorbs in einem bestimmten Monat im Vergleich zum Preis des Warenkorbs im selben Monat des Vorjahrs.“
Eine Inflationsrate von unter zwei Prozent gilt vielen Experten als „schlecht“, da sie ein Zeichen für schwaches Wirtschaftswachstum sein kann. Auch für Sparer sind diese niedrigen Zinsen ein Problem. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an.
Deutlich gestiegene Preise belasten Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie können sich für ihr Geld weniger leisten. Der Privatkonsum ist jedoch eine wichtige Stütze der Konjunktur. Sinken die Konsumausgaben, schwächelt auch die Konjunkturentwicklung.
Von Disinflation spricht man, wenn die Geschwindigkeit der Preissteigerungen abnimmt – gemeint ist also eine Verminderung der Inflation, nicht aber ein sinkendes Preis-Niveau.

Entscheidend für den Rückgang der Erzeugerpreise im Dezember waren erneut die Preisrückgänge von Energie, aber auch Vorleistungsgütern waren im Jahresvergleich billiger.

Energie war den Angaben zufolge 23,5 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Monatsvergleich gingen die Energiepreise um 3,7 Prozent zurück. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahresmonat bei Energie hatten die Preisrückgänge für Strom.

Die Erzeugerpreise erfassen den Preisdruck auf Herstellerebene, indem sie die Verkaufspreise der Produzenten abbilden. Die Entwicklung wirkt sich tendenziell auch auf die Verbraucherpreise aus, an denen die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik ausrichtet. Wegen der hohen Teuerung hat die EZB ihre Leitzinsen deutlich angehoben, in den vergangenen Monaten aber nicht mehr verändert.

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dpa
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