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Stagflation einfach erklärtWas ist Stagflation? – Definition, Merkmale und Folgen

Wann droht der Weltwirtschaft eine Stagflation? Und was genau versteht man darunter, welche Folgen hätte sie? Ein Überblick.Sören Imöhl 03.07.2024 - 09:53 Uhr

Wer in einem Land lebt, das von einer Stagflation betroffen ist, muss sich auf Preissteigerungen einstellen.

Foto: Unsplash

Die international angespannte Situation verschärft sich aufgrund zahlreicher Faktoren weiter. Dazu gehört insbesondere Russlands anhaltender Krieg gegen die Ukraine. Die Inflation ist weltweit zwar zuletzt zurückgegangen, sie verbleibt aber trotz aller Maßnahmen auf hohem Niveau und damit auch das allgemeine Preisniveau. Das alltägliche Leben wird teurer – eine Rezession könnte die Folge sein. Gleichzeitig wächst die Angst vor einer Stagflation, die die Lage nur noch weiter verschärfen könnte.

Doch was genau versteht man unter einer Stagflation und welche Folgen würde sie haben? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Definition: Was ist Stagflation?

Das Begriff Stagflation ist ein Kofferwort und setzt sich aus den beiden Begriffen Stagnation und Inflation zusammen. Von einer Stagflation spricht man, wenn eine konjunkturelle Situation eintrifft, bei der die Wirtschaft nicht wächst und gleichzeitig Inflation und Unterbeschäftigung herrschen.

Was passiert bei einer Stagflation?

Auslöser einer Stagflation sind in der Regel Angebotsschocks. Ein solcher Angebotsschock war beispielsweise im Rahmen des Ukraine-Kriegs und der steigenden Energiepreise zu beobachten. Die Energiekosten kletterten nach oben – und damit die Produktionskosten der Unternehmen. Unternehmen reagieren auf solche Entwicklungen, indem sie sowohl die Produktion als auch in der Folge die Personalkosten verringern und geplante Investitionen verschieben, um Geld zu sparen.
Zusammengefasst kommt es bei der Stagflation zu einer Situation, bei der das Wirtschaftswachstum sinkt, während die Arbeitslosigkeit und die Inflation steigen.

Was passiert mit Immobilien bei Stagflation?

Immobilien sind Sachwerte. Derartige Werte könnten sich neben Rohstoffen als Profiteure einer Stagflation herausstellen, da sie in der Regel inflationsgeschützt sind. Allerdings ist die aktuelle Situation einzigartig. Denn die Immobilienpreise sind in den letzten Jahren so erheblich gestiegen, dass die Preise nicht mehr in Relation zu den Mieten stehen. Somit könnten auch die Immobilienpreise bei einer Stagflation zunächst fallen.

Verlierer der Stagflation sind meist Unternehmen – und folglich somit Angestellte. Unternehmen finden sich in einer Stagflation einer neuen regulatorischen Umgebungen gegenüber und rechnen mit steigenden Kosten bei geringeren Einnahmen.

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Was tun bei einer Stagflation?

Um sich vor der Stagflation zu schützen, gibt es einige Maßnahmen. Einen garantierten Stagflationsschutz gibt es allerdings nicht, da eine solche Entwicklung in einem makroökonomischen Zusammenhang steht. Zu möglichen Schritten, mit denen man sich vor einer Stagflation schützen kann, gehören beispielsweise:

  • Neue Kredite sollten vermieden werden, bestehende Kredite sollten hingegen entweder aufgelöst oder ihr noch niedriges Zinslevel gesichert werden.
  • Risikoinvestments sollten bei einer Stagflation vermieden oder bereits bestehende Positionen verringert werden. Viele Anleger schichten ihr Geld dann in eher konservative Aktien um.

Was ist der Unterschied zwischen Stagflation und Inflation?

Der Unterschied zwischen einer Inflation und einer Stagflation liegt im Grunde darin, dass die Stagflation eine Folge einer andauernden und hohen Inflation sein kann. Die Stagflation ist sozusagen Inflation, nur dass zum steigenden Preisniveau noch ein langsames oder stagnierendes Wirtschaftswachstum sowie eine relativ hohe Arbeitslosenquote hinzukommen.

Wer in einem Land lebt, dass von einer Stagflation betroffen ist, steht nicht nur vor enormen Preissprüngen. Auch das Risiko, den Job zu verlieren, steigt. Die wachsende Arbeitslosigkeit sorgt wiederum dafür, dass sich das Wirtschaftswachstum weiter verlangsamt, da weniger produziert wird. Es entsteht ein Kreislauf, aus dem sich nur schwerlich ausbrechen lässt.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel erschien erstmals im November 2022 bei der WirtschaftsWoche. Wir haben ihn aktualisiert und zeigen ihn aufgrund des Leserinteresses erneut.

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