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VerbraucherpreiseEier und Zucker trieben die Inflation im Februar an

Im Februar sind die Preise in Deutschland wieder stark angestiegen. Das Statistische Bundesamt gibt die Inflation im Februar mit 8,7 Prozent an. Neben Eiern und Zucker trieben diese Produkte die Preise nach oben. 10.03.2023 - 08:56 Uhr

Für Zucker müssen Verbraucher fast 70 Prozent mehr zahlen.

Foto: dpa

Stark steigende Lebensmittelpreise haben im Februar einen Rückgang der Inflation in Deutschland verhindert. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich wie schon im Januar um durchschnittlich 8,7 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag nach seiner ersten Schätzung mitteilte. „Die Inflationsrate verharrt auf einem hohen Stand“, sagte dessen Präsidentin Ruth Brand. Von Januar auf Februar zogen die Preise um 0,8 Prozent an.

Nahrungsmittel lösten Energie als Preistreiber Nummer eins ab: Sie verteuerten sich mit 21,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat stärker als im Januar mit 20,2 Prozent. Energie kostete diesmal 19,1 Prozent mehr, womit sich der Preisdruck hier abschwächte: Im Januar hatte es noch ein Plus von 23,1 Prozent gegeben. Seit Jahresbeginn wird der Anstieg bei Energie teilweise durch die Preisbremsen für Strom, Erdgas und Fernwärme begrenzt. Für Erdgas musste diesmal 46,6 Prozent bezahlt werden, für Strom 23,1 und für Fernwärme 16,1 Prozent. Kraftstoffe wie Benzin kosteten nur noch 3,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei Dienstleistungen waren es im Schnitt 4,7 Prozent.

Bei den Nahrungsmitteln mussten Verbraucher insbesondere für Molkereiprodukte und Eier (+35,3 Prozent) sowie Brot und Getreideerzeugnisse (+24,3 Prozent) tiefer in die Tasche greifen. Erheblich mehr als ein Jahr zuvor kosteten auch Speisefette und Speiseöle sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (jeweils +22,8 Prozent). Für Zucker wurden sogar 69,9 Prozent mehr fällig.

Schneller schlau: Inflation
Wenn die Preise für Dienstleistungen und Waren allgemein steigen – und nicht nur einzelne Produktpreise – so bezeichnet man dies als Inflation. Es bedeutet, dass Verbraucher sich heute für zehn Euro weniger kaufen können. Kurz gesagt: Der Wert des Geldes sinkt mit der Zeit.
Die Inflationsrate, auch Teuerungsrate genannt, gibt Auskunft darüber, wie hoch oder niedrig die Inflation derzeit ist. Um die Inflationsrate zu bestimmen, werden sämtliche Waren und Dienstleistungen herangezogen, die von privaten Haushalten konsumiert bzw. genutzt werden. Die Europäische Zentralbank (EZB) beschreibt das wie folgt: „Zur Berechnung der Inflation wird ein fiktiver Warenkorb zusammengestellt. Dieser Warenkorb enthält alle Waren und Dienstleistungen, die private Haushalte während eines Jahres konsumieren bzw. in Anspruch nehmen. Jedes Produkt in diesem Warenkorb hat einen Preis. Dieser kann sich mit der Zeit ändern. Die jährliche Inflationsrate ist der Preis des gesamten Warenkorbs in einem bestimmten Monat im Vergleich zum Preis des Warenkorbs im selben Monat des Vorjahrs.“
Eine Inflationsrate von unter zwei Prozent gilt vielen Experten als „schlecht“, da sie ein Zeichen für schwaches Wirtschaftswachstum sein kann. Auch für Sparer sind diese niedrigen Zinsen ein Problem. Die EZB strebt mittelfristig eine Inflation von zwei Prozent an.
Deutlich gestiegene Preise belasten Verbraucherinnen und Verbraucher. Sie können sich für ihr Geld weniger leisten. Der Privatkonsum ist jedoch eine wichtige Stütze der Konjunktur. Sinken die Konsumausgaben, schwächelt auch die Konjunkturentwicklung.
Von Disinflation spricht man, wenn die Geschwindigkeit der Preissteigerungen abnimmt – gemeint ist also eine Verminderung der Inflation, nicht aber ein sinkendes Preis-Niveau.

Die meisten Experten gehen davon aus, dass der Inflationsdruck ab März nachlassen wird. Dafür spricht eine Umfrage des Ifo-Instituts. Demnach wollen deutlich weniger Unternehmen in den kommenden drei Monaten ihre Preise erhöhen. Das Barometer für die Preiserwartungen in der Gesamtwirtschaft sank im Februar bereits den fünften Monat in Folge. „Die Unternehmen haben einen Großteil der gestiegenen Kosten bereits an ihre Kunden weitergegeben, gleichzeitig lässt die Nachfrage in nahezu allen Wirtschaftsbereichen nach“, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser: „Damit dürfte der Inflationsdruck in den kommenden Monaten abnehmen.“

Lesen Sie auch: Staatsfinanzen – auch Deutschland kann pleitegehen

rtr
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