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Singlebörsen Bunga-Bunga-Business

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Geschäft sortiert sich neu

Eine Werbeanzeige des Internetportals Ashley Madison.com mit den Köpfen des ehemaligen Gouverneurs des US-Bundesstaats Kalifornien, Arnold Schwarzenegger (v.l.), des bayerischen Ministerpraesidenten Horst Seehofer (CSU) und des ehemaligen US-Praesidenten Bill Clinton in Berlin an einem Gebaeude am Alexanderplatz. Quelle: dapd

Branchenkenner beziffern den Aufwand, um einen Neukunden zu gewinnen, inzwischen auf bis zu 200 Euro. Aus Sicht von eDarling ist die Strategie aufgegangen. „Wir wachsen täglich, während bei Wettbewerbern bereits Mitarbeiter gehen mussten“, sagt eDarling-Manager und -Mitgründer Kai Rieke mit einem Seitenhieb auf Parship.

Dort wurden im Mai zehn Prozent der Stellen gestrichen. Parship-Geschäftsführer Peter Schmid keilt zurück: „Die meisten Partnerportale erkaufen sich ihr Wachstum mit herben Verlusten.“

Parship dagegen verdiene seit vier Jahren Geld und werde „auch weiter profitabel arbeiten“. Der Umsatz sei 2010 nahezu konstant zum Vorjahr bei 55,4 Millionen Euro geblieben. Doch auch Schmid räumt ein: „Der Markt ist hart, die Margen gehen runter.“

Konsolidierung überfällig

Parship-Rivale Robert Wuttke, Chef und Gründer der Online-Partnervermittlung be2, hat sich daher auf das Ausland konzentriert. Das Unternehmen ist in 37 Ländern aktiv. „Im deutschen Partnervermittlungsgeschäft ist eine Konsolidierung überfällig“, sagt Wuttke.

Als mögliche Paarung haben Brancheninsider bereits Parship und Elitepartner ausgemacht. „Momentan spricht in der Branche jeder mit jedem“, sagt Elitepartner-Chef Schwaner.

Nicht nur das Geschäft der Partneragenturen sortiert sich neu. Auch die Datinganbieter stehen unter Druck. Facebookbasierte Balzportale wildern in ihrem Revier.

300 000 neue Mitglieder vermeldet etwa der in London beheimatete Anbieter Badoo – weltweit, jeden Tag. Insgesamt zählt Badoo derzeit über 120 Millionen Nutzer, rund zwei Millionen sollen es allein in Deutschland sein.

Web-2.0-Erfolge feiern auch die Community Zoosk und das Kennenlernnetzwerk Meetone, an dem sich in der vergangenen Woche die Sendergruppe ProSiebenSat.1 beteiligt hat.
Die Folge: Traditionelle Datinganbieter versuchen selbst in der Netzwerkwelt Fuß zu fassen, oder erweitern schlicht ihre Zielgruppe.
So will Friendscout24 seit Kurzem mit einem Beziehungstest im Matching-Segment punkten, hat es mit Secret aber eben auch auf all jene Frauen und Männer abgesehen, die nach einem kurzen Techtelmechtel trachten.

König der Kuppler
Seit dem Start von Secret im Februar haben 100 000 Mitglieder online ihre Vorlieben und Tabus angeklickt und den Grad ihres Verlangens nach Intimrasuren, Dessous oder Fesselspielen definiert. Ähnlich wie klassische Partnervermittler listet die Datenbank anhand der Angaben die vielversprechendsten Kandidaten auf.

Das Geschäftsmodell: Um Kontakt aufzunehmen oder Fotos freizuschalten, bezahlen die männlichen Nutzer mit Guthabenpunkten, sogenannten Credits, die sie zuvor bei Secret erstanden haben.
Alles Weitere klären die Paarungswilligen untereinander.

Ähnlich funktionieren auch andere Casual-Dating-Plattformen, die sich mal mehr, mal weniger explizit an Fremdgeher richten oder aber Singles ansprechen, die zwar Spaß am Sex, aber keinen Bedarf an Bindung haben. An Interessenten herrscht kein Mangel.

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