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Mercedes E-Klasse Daimler stellt neuen Super-Diesel vor

2,6 Milliarden Euro lässt sich Daimler die Entwicklung und Produktion seines neuen Diesel-Motors kosten. Der punktet mit weniger CO2- und Stickoxid-Ausstoß. Reicht das, um die Grenzwerte einzuhalten?

Mercedes-Benz Daimler OM654 Quelle: Daimler

80 Prozent weniger Stickoxid-Ausstoß im Vergleich zum Vormodell, 13 Prozent weniger CO2 bei 25 PS mehr Leistung. Der Steckbrief des neuen Daimler-Diesels mit der kryptischen Bezeichnung OM654 liest sich wie eine direkte Antwort auf die seit Monaten andauernden Debatten um den einst gehypten und jetzt gescholtenen Diesel.

Keine Woche vergeht, ohne dass eine Nicht-Regierungs-Organisation – allen voran die Deutsche Umwelthilfe (DUH) – neue Testergebnisse präsentiert. Längst steht nicht mehr nur VW unter Beschuss. Einige Diesel-Modelle von Opel, Renault, Fiat und auch Mercedes, so prangert die DUH an, pusteten unter realen Fahrbedingungen ein Zigfaches mehr an Stickoxiden heraus als die Grenzwerte erlaubten und trügen damit zur Luftverschmutzung in Innenstädten bei. Erst vor wenigen Tagen rief Stuttgart, Stammsitz von Daimler, Feinstaubalarm aus, weil die Grenzwerte weit überschritten waren.

Kurz: Der Dieselmotor hat es dieser Tage nicht leicht. Dass Daimler gerade jetzt seinen neuen Super-Diesel präsentiert hat mit den aktuellen Ereignissen jedoch rein gar nichts zu tun.

Die Abgas-Tests in Deutschland und Europa

Die Entwicklung des neuen Antriebs nahm ihren Anfang nämlich schon vor gut fünf Jahren. Dass der neue Diesel jetzt den Weg in den Markt findet und erstmals in der neue E-Klasse, die ab April unters Volk kommt, eingebaut wird, ist reiner Zufall.

Und ein Stück weit auch nicht. Denn schon vor Jahren war den Daimler-Ingenieuren klar: Mit dem bestehenden Diesel-Aggregat – dem OM 651 – werden wir die immer niedriger angesetzten Grenzwerte für Stickoxide und CO2 nicht schaffen. "Die neuen Premium-Diesel sind sparsamer, stärker, leichter rund kompakter – und sie sind darauf ausgelegt, alle künftigen Abgasvorschriften weltweit zu erfüllen", sagt Thomas Weber, Entwicklungsvorstand von Daimler. Der neue Motor kommt zunächst in E-, S-, GLC- und C-Klasse kommen – bis 2019 in Form von Derivaten aber auch in die kleineren Modelle der A-, B-, und GLA-Klasse. "Der OM 654 ist der Beginn einer neuen Motorfamilie", kündigt Bernhard Heil, Leiter der Motorenentwicklung bei Mercedes-Benz an.

Was kann der Neue besser?

Der neue Motor soll mit einem der bisherigen Schwächen seines Vorgängers Schluss machen. Bei dem wurden mit zunehmender Sportlichkeit des Fahrstils auch mehr Stickoxide freigesetzt. Beim neuen Antrieb soll diese Schwankungsbreite deutlich geringer sein. Sprich: Auch wer aggressiver fährt, pustet nicht automatisch mehr Abgase in die Luft.

Business-Limousine ab 45.303 Euro
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler
Mercedes E-Klasse Quelle: Daimler

Auch bei geringeren Geschwindigkeiten im Stadtverkehr soll der Neue sauberer arbeiten. Möglich ist das durch eine neue Anordnung des Abgasreinigungssystems. Das liegt nun näher am Motor. Kurze Wege bedeuten heißere Abgase und das hilft beim Reinigungsprozess, wenn Stickoxid-Partikel mit Hilfe von verdampfter Harnstoff-Lösung Ad-Blue. Je länger die Wege, desto mehr sinkt die Temperatur und das Verdampfen wird schwieriger, der Wirkungsgrad schlechter. Die SCR-Verfahren – also die Zugabe des Reduktionsmittels AdBlue in den Abgasstrang – soll in den nächsten Jahren den Weg in alle Modelle finden. "Wir glauben, dass man ohne SCR nicht mehr klar kommt", so Heil.

Ein weiteres Plus des neuen Motors: Auch bei niedrigeren Außentemperaturen bis etwa null Grad soll das Katalysator-System seine volle Wirkung zeigen. Bei einer vom niederländischen Testinstitut TNO veröffentlichten Messung stachen die hohen Stickstoffwerte bei Temperaturen von sieben bis zehn Grad Celsius ins Auge.

Tatsächlich darf der Hersteller zum Schutz des Motors, die Wirkung der Abgasreinigung unter bestimmten Bedingungen wie etwa niedrige Außentemperaturen einschränken. Offenbar scheint man bei Daimler aber auch hier schon länger gewisse Schwächen beim OM 651 erkannt zu haben.

Die neuen Testverfahren für den Prüfstand WLTP (Worldwid harmonized Light vehicles Test Procedure) und der Straßentest RDE (Real Driving Emissions), die Werte ermitteln sollen, die näher an den realen Verbräuche als auch Schadstoffemissionen liegen, sollen mit dem neuen Motor kein Problem sein, versprechen die Mercedes-Ingenieure.

"Wir kommen unter die 80 Milligramm Stickoxid pro Kilometer", erklärt Heil. Laut RDE dürfen Diesel-Fahrzeuge ab Euro 6 bis 2020 den Grenzwert von 80 Milligramm maximal um das Doppelte überschreiten.

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