Mobilität: Chinesischer Autobauer NIO rechnet mit Markthürden in Europa
Der chinesische Autobauer konkurriert auf dem Heimatmarkt im Premiumsegment hauptsächlich mit deutschen Anbietern.
Foto: IMAGO/Stefan ZeitzExporte von Autos aus China nach Europa könnten nach Einschätzung des chinesischen Autobauers Nio auf Handelshemmnisse stoßen. „Sobald Exporte wachsen und wachsen, wird es definitiv Marktprotektionismus geben“, sagte Nio-Chef William Li am Dienstag am Rande der Automesse in Shanghai. Das sei zwar nicht gut für die globale Wirtschaft. „Aber wir müssen respektieren, dass jedes Land Überlegungen zum Schutz lokaler Industrien anstellt. Das ist die Realität, der wir uns stellen müssen.“
Nio gehört zu den chinesischen Autobauern, die sich in Europa etablieren wollen. Bislang bietet die Marke nur Autoabonnements und Leasing an. Nach früheren Informationen von Insidern plant Nio den Bau einer Fabrik in China, um preisgünstige Elektroautos unter einer neuen Marke nach Europa in größerer Stückzahl zu exportieren und zu verkaufen.
Li sagte weiter, nach seiner Schätzung habe Nio mit einer Produktion in China einen Kostenvorteil von 20 Prozent gegenüber Konkurrenten dank des Zugriffs auf Rohstoffe und die Lieferkette für Batterien. Nio bietet sechs Modelle an und will in diesem Jahr fünf weitere unter seiner eigenen Marke auf den Markt bringen. Die Marke konkurriert auf dem Heimatmarkt im Premiumsegment mit den bislang hier dominierenden deutschen Herstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz.