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Software aus dem Web Wie der Mittelstand von der Cloud profitiert

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In Punkto Datensicherheit überlegen

Damit spricht er einen wunden Punkt an. „Beim Cloud Computing ist die Sicherheitsfrage immer noch nicht ganz gelöst“, sagt Rüdiger Spies, Analyst beim IT-Beratungshaus Pierre Audoin Consultants aus München.

Immerhin hat sich eine Erkenntnis branchenweit durchgesetzt: Bei der Datensicherheit sind die Cloud-Anbieter nahezu allen ihren mittelständischen Kunden überlegen. Denn die wenigsten Mittelständler verfügen über eine eigene IT-Abteilung, die sich kontinuierlich um Sicherheitsmechanismen kümmert.

Wie Big Data Ihr Leben verändert
Dicht an dicht: Wenn die Autos auf der Straße stehen, lässt sich das mit moderner Technologie leicht nachvollziehen. Zum einen gibt es Sensoren am Straßenrand, zum anderen liefern die Autos und die Smartphones der Insassen inzwischen Informationen über den Verkehrsfluss. Diese Daten lassen sich in Echtzeit auswerten und mit Erfahrungswerten abgleichen – so wird klar, wo gerade ungewöhnlich viel los ist und beispielsweise eine Umleitung Sinn ergeben würde. Ein Pilotprojekt dazu lief in der Rhein-Main-Region, allerdings nur mit rund 120 Autos. Langfristig ist sogar das vollautomatische Autofahren denkbar – der Computer übernimmt das Steuer. Eines ist aber klar: Alle Big-Data-Technologien helfen nichts, wenn zu viele Autos auf zu kleinen Straßen unterwegs sind. Quelle: dpa
Fundgrube für Forscher: Google Books ist nicht nur eine riesige digitale Bibliothek. Die abertausenden eingescannten Texte lassen sich auch bestens analysieren. So kann nachvollzogen werden, welche Namen und Begriffe in welchen Epochen besonders häufig verwendet wurden – ein Einblick in die Denkweise der Menschen. Der Internet-Konzern nutzt den Fundus außerdem, um seinen Übersetzungsdienst Translate zu verbessern. Quelle: dpa Picture-Alliance
Schnupfen, Kopfschmerz, Müdigkeit: Das sind die typischen Symptome der Grippe. Aber wann erreicht die Krankheit eine Region? Bislang konnte man das erst feststellen, wenn es zu spät war. Der Internet-Riese Google hat ein Werkzeug entwickelt, mit dem sich Grippewellen voraussagen lassen: Flu Trends. Bei der Entwicklung hielten die Datenspezialisten nicht nach bestimmten Suchbegriffen Ausschau, sondern nach Korrelationen. Wonach also suchten die Menschen in einer Region, in der sich das Virus ausbreitete? Sie filterten 45 Begriffe heraus, die auf eine unmittelbar anrollende Grippewelle hindeuten – ohne dass irgendein Arzt Proben sammeln müsste. Quelle: dpa Picture-Alliance
Aufwärts oder abwärts? Die Millionen von Kurznachrichten, die jeden Tag über Twitter in die Welt gezwitschert werden, können Aufschluss über die Entwicklung der Börsen geben. Denn aus den 140 Zeichen kurzen Texten lassen sich Stimmungen ablesen – das hat ein Experiment des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) gezeigt. Je intensiver die Emotionen, desto stärker die Ausschläge. Marktreife Investitionsmodelle, die auf Tweets setzen, gibt es indes noch nicht. Quelle: dpa
Lotterie am Himmel: Die Preise von Flugtickets lassen sich für Laien kaum nachvollziehen. Auch eine frühe Buchung garantiert kein günstiges Ticket, weil die Fluggesellschaften ständig an der Schraube drehen. Das wollte sich der Informatiker Oren Etzioni nicht gefallen lassen: Er sammelte mit seiner Firma Farecast Millionen von Preisdaten, um künftige Preisbewegungen zu prognostizieren. 2008 kaufte Microsoft das Start-up, die Funktion ist jetzt in die Suchmaschine Bing integriert. Quelle: dpa Picture-Alliance
Jeder Meter kostet Zeit und Geld. Daher wollen Logistikunternehmen ihre Fahrer auf kürzestem Wege zum Kunden lotsen. Der weltgrößte Lieferdienst UPS führt dafür in einem neuen Navigationssystem Daten von Kunden, Fahrern und Transportern zusammen. „Wir nutzen Big Data, um schlauer zu fahren“, sagte der IT-Chef David Barnes der Nachrichtenagentur Bloomberg. Im Hintergrund läuft ein komplexes mathematisches Modell, das auch die von den Kunden gewünschten Lieferzeiten berücksichtigt. Quelle: dpa Picture-Alliance
Es waren nicht nur gute Wünsche, die US-Präsident Barack Obama 2012 zur Wiederwahl verhalfen: Das Wahlkampf-Team des Demokraten wertete Informationen über die Wähler aus, um gerade Unentschlossene zu überzeugen. Dabei griffen die Helfer auch auf Daten aus Registern und Sozialen Netzwerke zurück. So ließen sich die Bürger gezielt ansprechen. Quelle: dpa

Anders ist der Punkt Vertraulichkeit zu bewerten. Neuere Gesetzgebungsverfahren, wie sie etwa in den USA diskutiert werden, räumten den Behörden viel Spielraum ein, wenn sie Datenmaterial untersuchen wollen, sagt IT-Experte Spies. Das stellt die US-dominierte Cloud-Anbieterszene vor ernste Herausforderungen. „Es nützt nichts, wenn der US-Anbieter dem Kunden gegenüber auf ein in Deutschland betriebenes Rechenzentrum verweist, aber das Cloud-Angebot teilweise auch auf Rechnern in dessen Heimatland betrieben wird und die US-Sicherheitsbehörden so letztlich doch einfach auf die Systeme zugreifen können“, warnt Axel Oppermann vom Analysehaus Avispador aus Kassel.

Sein Rat: „So wie man bei McDonald’s keine brauchbaren Ratschläge für eine gesunde und nachhaltige Ernährung bekommt, muss der Mittelstand aufhören zu glauben, er bekäme von Cloud-Anbietern wie Google, Microsoft oder Amazon die Antwort auf seine Datenschutzanliegen. Die Lösung muss er sich selbst erarbeiten.“

Wie kann diese Lösung aussehen? „Verschlüsselung ist ein zentrales Thema“, sagt Fachmann Spies. Sein Credo: „Gerade für den deutschen Mittelstand mit seinem Know-how muss gelten: Verschlüsselt auch in der Cloud alles, was möglich ist.“ Neuartige Technologie ermögliche es Unternehmen inzwischen, ohne wesentlichen Zeitverzug zu ver- und entschlüsseln.

Cloud-Nutzer im Jahr 2014 nach Unternehmensgröße (zum Vergrößern bitte anklicken).

Eine weitere Komponente bringt Mathias Zacher ins Spiel, Cloud-Spezialist des IT-Marktbeobachters IDC aus Frankfurt: „Anwender sollten auf Zertifizierungen etwa des TÜVs achten und darauf, dass der Cloud-Provider bestimmte ISO-Normen einhält“, sagt Zacher und konstatiert: „Die umfassenden Möglichkeiten moderner Sicherheitstechnologie haben längst nicht alle Anbieter im Griff.“

Das Thema Sicherheit führt dazu, dass sich im Geschäft mit Mittelständlern zunehmend Nischenanbieter aus Deutschland durchsetzen können, die nur auf deutschem Boden und unter dem strengeren deutschen Datenschutz operieren.

Angebot aus dem Café

Ein Beispiel ist Cloud Pilot aus dem hessischen Oberursel. Der Anbieter hat sich darauf spezialisiert, klassische fest installierte Softwareprogramme zu „cloudifizieren“. Soll heißen: Cloud Pilot installiert die gewünschte Software im eigenen Rechenzentrum und vermietet sie an den Kunden. Zur Nutzung benötigt dieser dann nur noch Internet-Anschluss und Browser.

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