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Atommüll-Endlager Gorleben"Ich bin relativ desillusioniert"

Gestern wurde Gorleben vorerst geschlossen. Einige Arbeitskräfte kümmern sich noch um die Instandhaltung. Ein Erfolg ist das für Jochen Stay, einen der Gegner dieses Atommülllagers, allerdings nicht.Niklas Dummer 02.10.2014 - 14:56 Uhr

Jochen Stay engagiert sich seit 1985 in der Anti-Atom-Bewegung. Er ist Pressesprecher der Initiative ausgestrahlt.

Foto: WirtschaftsWoche

WirtschaftsWoche: Herr Stay, gestern wurde Gorleben geschlossen. Fast alle Arbeitskräfte haben den Salzstock verlassen – es bleiben nur noch einige wenige, die Gorleben instand halten sollen. Ist das eine Bestätigung der Antiatomkraft-Bewegung?

Jochen Stay: Was heißt geschlossen? Das Bergwerk bleibt ja erhalten. Es ist auch nicht ausgeschlossen, dass es nicht doch wieder ein Kandidat für ein Atommülllager wird. Natürlich ist es schön, dass dort nicht weiter gebaut wird, aber es ist nicht schön, dass das  Bergwerk nicht zugeschüttet wird. Stattdessen bleibt es bestehen – obwohl dieser Salzstock ungeeignet ist.

Die Salzschicht in Gorleben hat Kontakt zum Grundwasser.

Wenn man Atommüll in Salz lagern will, ist es das Wichtigste, dass kein Kontakt zum Wasser besteht. Salz ist wasserlöslich, Wasser ist das Transportmedium unter Tage. Wenn der Atommüll erst in Kontakt mit dem Wasser kommt, gelangt er auch dorthin, wo Menschen leben.

In Gorleben ist über dem Salz keine wasserundurchlässige Gebirgsschicht. Das Wasser kommt direkt an das Salz heran und laugt es ab – deswegen ist Gorleben ein besonders ungeeignete Standort.

Die lange Suche nach einem Atommüllendlager
Am 11. November 1976 bringt der niedersächsische Wirtschafts- und Finanzminister Walther Leisler Kiep (CDU) laut eigenen Aufzeichnungen Gorleben ins Spiel. Zuvor waren die Salzstöcke Wahn, Lutterloh und Lichtenhorst (alle Niedersachsen) favorisiert worden.
Die niedersächsische Landesregierung unter Ernst Albrecht (CDU) beschließt, in Gorleben an der Grenze zur damaligen DDR ein nukleares Entsorgungszentrum zu gründen. Ein transparentes Auswahlverfahren fehlt - die Hoffnung ist auch, dass der arme Kreis Lüchow-Dannenberg durch Investitionen der Atomindustrie einen Aufschwung erfährt.
Tiefbohrungen beginnen, um den Salzstock auf seine Eignung als Atommüllendlager zu erkunden.
Die Bauarbeiten für das oberirdische Zwischenlager Gorleben starten. Es liegt nur einige hundert Meter entfernt vom Salzstock.
Die Erkundung des Salzstocks unter Tage beginnt. SPD und Grüne werfen der Regierung von CDU-Kanzler Helmut Kohl vor, politischen Einfluss bei der Durchsetzung von Gorleben genommen zu haben. 2010 wird dazu ein Bundestags-Untersuchungsausschuss eingerichtet.
Von massiven Protesten begleitet, trifft im oberirdischen Zwischenlager der erste Castor-Behälter mit Atommüll ein.
Nach dem Regierungswechsel richtet Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) den Arbeitskreis Auswahlverfahren Endlagerstandorte (AK End) ein. Er soll Ideen für ein neues Suchverfahren entwickeln.
Im Atomkonsens vereinbart die rot-grüne Bundesregierung mit den Stromversorgern den Ausstieg aus der Kernenergie. Die Erkundung in Gorleben wird bis spätestens 2010 ausgesetzt.
Trittin legt einen Entwurf für ein Standortauswahlgesetz vor: In einem bundesweiten Verfahren sollen neben Gorleben auch andere Standorte untersucht werden. Die Neuwahl lässt den Plan scheitern.
Nach der Wahl vereinbart die große Koalition, das Problem „zügig und ergebnisorientiert“ zu lösen. Während die Union an Gorleben festhält, fordert Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) ein neues Auswahlverfahren. Es gibt keinen Fortschritt.
Norbert Röttgen (CDU), Bundesumweltminister in der seit 2009 amtierenden schwarz-gelben Bundesregierung, teilt die Aufhebung des Erkundungsstopps mit. Gorleben habe weiter „oberste Priorität“.
Am 30. Juni 2011 beschließt der Bundestag den Atomausstieg bis 2022. Über Gorleben hinaus sollen andere Endlager-Optionen geprüft werden. Bayern und Baden-Württemberg zeigen sich offen für eine neue Suche.
Bei zwei Spitzentreffen von Bund und Ländern gibt es Fortschritte. Eine Einigung scheint zum Greifen nahe.
Die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen wird für den CDU-Spitzenkandidaten Röttgen zum Debakel. Er wird von Kanzlerin Angela Merkel entlassen. Nachfolger wird Peter Altmaier (CDU).
SPD und Grüne werfen Altmaier vor, eine Lösung zu verzögern - aber beide Parteien lähmen selbst den Prozess, weil sie uneinig sind, was den künftigen Umgang mit Gorleben betrifft.
Am 27. September 2012 weist Merkel vor dem Gorleben-Untersuchungsausschuss Vorwürfe zurück, sie habe in ihrer Zeit als Umweltministerin in den 1990er Jahren versucht, Gorleben als Endlager durchzudrücken.
Am 20. Januar 2013 gewinnt Rot-Grün die Landtagswahl in Niedersachsen, SPD und Grüne in Hannover wollen ein Aus für Gorleben durchsetzen.
Am 24. März 2013 gelingt Altmaier ein vorläufiger Durchbruch: Bis 2015 soll eine aus 24 Personen bestehende Enquetekommission Grundlagen und Vergleichskriterien für die Suche erarbeiten. Gorleben soll im Topf bleiben - Niedersachsen setzt aber auf ein rasches Ausscheiden. In einem Suchgesetz soll festgelegt werden, dass am Ende zwischen den beiden besten Optionen entschieden wird. Atommülltransporte in das Zwischenlager Gorleben soll es vorerst nicht mehr geben.

Aber es gab doch gewisse Standortkriterien – unter anderem, dass eben kein Kontakt zum Grundwasser bestehen dürfe.

Die gab es. Und als feststand, dass Gorleben diese Anforderungen nicht erfüllt, hat man nicht den Standort, sondern das Kriterium gestrichen. Die Regierung glich die Regeln an den schlechten Standort an. Das ist, als würde ich mit einem Auto mit defekten Bremsen zum TÜV fahren und verlangen, dass der TÜV seine Regeln ändert, damit mein Auto eine neue Plakette kriegt. Das ist absurd. Aber genau das ist in Gorleben passiert.

Die Instandhaltung von Gorleben kostet jährlich 20 Millionen Euro. In Anbetracht der Tatsache, dass dieser Finanzaufwand weiter getragen wird – wie wahrscheinlich ist es, dass Gorleben doch wieder als Lager in Betracht kommt?

Die Wahrscheinlichkeit ist groß. Bisher sind in dieses Projekt 1,6 Milliarden Euro geflossen. Da ist die Befürchtung natürlich angebracht, dass der bisherige Finanzaufwand am Ende mehr zählt als geologische Fakten. Auch die AKW-Betreiber, die das finanzieren müssen, weigern sich, woanders noch einmal zu investieren. Geld wird am Ende bei der Entscheidung wohl eine große Rolle spielen. Die Frage, wo das Risiko am geringsten ist, eher nicht.

In den Planungszeiträumen für die Endlagerung ist von einer Million Jahre die Rede. Sind bei allen möglichen gesellschaftlichen Umbrüchen, die über diesen Zeitraum nicht einmal vorstellbar sind und Umweltveränderungen, die nicht prognostizierbar sind, solche Betrachtungszeiträume überhaupt sinnvoll?

Dieser Müll wird solange ein Problem sein, deswegen muss man ihn so lange sicher lagern. Die Frage ist, lagert man den Müll über der Erde oder unter der Erde.

Und?

Ich bin ein Befürworter der unterirdischen Lösung. In Anbetracht der letzten einhundert Jahre deutscher Geschichte, ist das keine beruhigende Vorstellung, wenn überirdisch Atommüll gelagert wird. Man denke an die Weltkriege und mögliche künftige Kriege. Deswegen bin ich für eine tiefengeologische Lagerung, wie es in der Fachsprache heißt. Aber dann an einem Ort, der nicht wie das Salzbergwerk Asse nach zehn Jahren absäuft. Außerdem ist zu bedenken: Bis so ein Lager gebaut ist, vergehen lange Zeiträume.

1960: Das erste deutsche kommerzielle Atomkraftwerk geht in Kahl in Unterfranken ans Netz - der Beginn einer neuen Energieära.

1960 bis 1979: Inbetriebnahme der AKWs Rheinsberg, Gundremmingen A, Obrigheim, Würgassen, Stade, Lubmin, Biblis A und B, Neckarwestheim 1, Brunsbüttel, Unterweser, Isar 1

Foto: dpa

1979: Erster schwerer Atomunfall in Harrisburg (USA): Am 28. März entweicht Kühlwasser aus dem System, der Reaktor gerät außer Kontrolle, die Brennstäbe erhitzen sich auf über 2000 °C. Radioaktivität tritt nach außen. Tagelang kämpfen Techniker gegen die drohende Explosion des Kraftwerks. Am 3. April kommt die Entwarnung. Doch es dauert weitere vier Wochen bis der Reaktor - oder das, was davon übrig ist - wieder unter Kontrolle ist. 3000 Menschen arbeiten 11 Jahre lang mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Kosten: über eine Milliarde Dollar.

Foto: dapd

1980er: Nach zwei schweren Unfällen in den 1970er Jahren mit zwei Toten und einem wirtschaftlichen Totalschaden wurde Block A in Gundremmingen wieder zurückgebaut. Inbetriebnahme des AKWs Philippsburg 1.

Foto: dpa/dpaweb

1982 bis 1986: Inbetriebnahme der Atomkraftwerke in Grafenrheinfeld, Krümmel (siehe Foto), Hamm-Uentrop, Gundremmingen B und C, Grohnde, Philippsburg 2 und Brokdorf.

Foto: dpa

1986: Am 26. April 1986 kommt es im ukrainischen Atomkraftwerk Tschernobyl zum größten anzunehmende Unfall (GAU). Infolge mehrere Bedienfehler bei einem Test, der die Folgen eines totalen Strommausfalls simulieren sollte, kommt es zu einer Kernschmelze und Wasserstoff-Explosion, die den über 1000 Tonnen schweren Deckel des Reaktorkerns und das Dach des Reaktorgebäudes sprengt. Radioaktive Stoffe werden in die Atomsphäre katapultiert, große Gebiete über Jahrzehnte verstrahlt.

Foto: dpa

1987: Inbetriebnahme AKW Mülheim-Kärlich

1988: Stilllegung AKW Mülheim-Kärlich, Inbetriebnahme AKWs Emsland, Isar 2

1989: Der Chef des E.On-Vorgängers Veba Rudolf von Bennigsen-Foerder stoppt den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage für abgebrannte Brennstäbe in Wackersdorf. Mehr als 30.000 Demonstranten liefen gegen den Bau Sturm. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Am 31.Mai wurde der bis dahin etwa 10 Milliarden DM teuer Bau eingestellt. Am 6. Juni unterzeichneten Deutschland und Frankreich Verträge über eine gemeinsame Wiederaufarbeitungsanlage in La Hague.

Urheber des Bildes: Wikida

Foto: Creative Commons

1989 bis 1994: Die AKWs Hamm-Uentrop, Lubmin, Rheinsberg und Würgassen werden stillgelegt. Hamm-Uentrop wird nach nur 423 Tagen Volllastbetrieb stillgelegt. Wegen seiner hohen Kosten und wegen seines unbefriedigenden, kurzen Betriebs gilt er vielfach als größtes technisches Debakel im Nachkriegsdeutschland.

AKW Neckarwestheim 2 geht ans Netz

Foto: dpa/dpaweb

1998: EnBW entsteht aus der Energieversorgung Schwaben und dem Badenwerk. Liberalisierung des Strommarktes: Verbraucher können wählen, wer den Strom liefern soll

Foto: dpa

2000: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) tritt in Kraft. Der Düsseldorfer Energieriese E.On entsteht aus der Fusion der beiden Mischkonzerne Veba und Viag.

Foto: dapd

2001: Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) beschließen Ausstieg aus der Atomkraft innerhalb von 20 Jahren. Auch E.On, RWE und Co. erhalten die Möglichkeit, in erneuerbare Energien zu investieren, lassen diese Chance jedoch weitgehend verstreichen. Stattdessen spekulieren sie auf eine Laufzeitverlängerung der AKWs nach einer möglichen Regierungsübernahme durch Schwarz-Gelb.

Foto: AP

2002: Der schwedische Energiekonzern Vattenfall wird nach Übernahmen zum viertgrößten Stromkonzern in Deutschland.
E.On verkauft seine Beteiligung am Logistikkonzern Stinnes

Foto: dpa

2002: RWE verkauft die Tankstellenkette Dea an Shell, behält aber das Ölfördergeschäft

2003: EnBW verkauft die Schuhkette Salamander; Stilllegung der AKWs Stade und Obrigheim

2004: RWE verkauft Beteiligung an Hochtief und Heidelberger Druckmaschinen

2006: RWE verkauft britische Wassersparte Thames Water für zwölf Milliarden Euro

Foto: REUTERS

2007: Abschaltung des AKW Brunsbüttel, 75 km nordwestlich von Hamburg. Gesellschafter sind Vattenfall und E.On. Das Kraftwerk gilt als eines der störanfälligsten in Deutschland. Im November 2012 leitete Vattenfall das Rückbauverfahren ein.

Foto: dapd

2010: RWE-Chef Jürgen Großmann greift Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Atomdebatte an. Monate später beschließt Schwarz-Gelb längere Laufzeiten für deutsche AKWs.

Foto: dpa

2011: Im japanischen Fukushima kommt es am 11. März 2011 nach einem schweren Erdbeben und einem Tsunami zur Kernschmelze in drei von sechs Reaktorblöcken. Rund 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen. Das Gebiet ist auf Jahrzehnte verstrahlt. Die Entsorgungsarbeiten werden voraussichtlich 30 bis 40 Jahre dauern. Die Kosten werden auf 150 bis 190 Milliarden Euro geschätzt.

Drei Monate später nimmt Schwarz-Gelb die Laufzeitverlängerung zurück und setzt die Abschaltung von Isar 1, Unterweser, Biblis A/B, Philippsburg 1, Neckarwestheim 1, Krümmel, Brunsbüttel durch.

Foto: dapd

2013: RWE macht erstmals Verlust: drei Milliarden Euro

Foto: dpa

Das bringt die Zukunft

2015: Abschaltung AKW Grafenrheinfeld

2017: bis 2022 Ende für die AKWs Grohnde, Philippsburg 2, Gundremmingen B/C, Isar 1/2, Brokdorf, Neckarwestheim 2, Emsland

Foto: dpa

Rechnet man da in Jahrhunderten oder Jahrtausenden?

Im Augenblick ist die Vorstellung in Deutschland, dass die Einlagerung etwa 100 Jahre dauert. Die Behälter sollen weitere 500 Jahre zu bergen sein – falls doch noch jemand eine bessere Idee hat, was man mit dem Atommüll anfangen kann oder Probleme bei der Lagerung auftreten.

Seit über 30 Jahren streiten die politischen Akteure über Gorleben. Sehen Sie einen Schuldigen dafür, dass bis heute keine Einigung erzielt wurde, wie Deutschland mit dem Atommüll verfahren will?

Die Probleme mit dem Atommüll sind weitaus größer, als diejenigen sich das ausmalten, die mit großer Euphorie in die Atomenergie eingestiegen sind. Zudem muss man einfach sehen: Die Parteipolitik hat immer ein Problem mit Fragestellungen, die sich auf so lange Zeiträume beziehen. Ein Politiker will alle vier Jahre wiedergewählt werden – wir haben mit Müll zu tun, der eine Million Jahre strahlt. Das betrifft Leute, die noch gar nicht geboren wurden und deshalb bei Wahlen nicht mit abstimmen.

Demokratische Parteien denken zu kurzfristig?

Politiker denken in Wahlperioden. Deswegen zielen sie auf kurzfristige Erfolge ab. Die Folge: Der Atommüll wurde irgendwo ins Bergwerk Asse gekippt. Für eine Legislaturperiode ist das eine Lösung. Zehn Jahre später merkt man, es hat nicht funktioniert.

In dem niedersächsischen Bergwerk erprobte die Regierung zwischen 1967 und 1978 die Endlagerung.

Dort wurde schwach radioaktiver Atommüll eingelagert. Inzwischen dringt dort Wasser ein, das nun radioaktiv belastet ist.

Mittlerweile hat die Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomenergie verkündet. Stellen Sie auch in der Frage der Atommüllpolitik einen Wandel fest?

Es sind immer noch neun Atomkraftwerke am Netz – Deutschland ist der zweitgrößte Atomstromproduzent in der EU. Ein Neustart – auch in der Atommüllpolitik – wurde versprochen. Es war die Rede von Transparenz und Beteiligung der Betroffenen. Doch jetzt läuft nichts anders als vorher. Ich bin relativ desillusioniert.

Zumindest wurde eine Endlagerkommission gegründet, in der nicht nur politische Akteure vertreten sind.

Es sitzen dort auch Wissenschaftler, Vertreter der Atomwirtschaft, der Kirchen und von Verbänden . Aber die Kommission wird von den Berliner Parteien dominiert. In der Kommission sitzen viele, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Gorleben als Endlager durchzusetzen. Ich befürchte, dass die Art, wie die Kommission arbeitet, den gesellschaftlichen Streit nicht löst.

Selbst wenn die Kommission einen neuen Standort finden würde – die Bevölkerung dort hätte wieder nicht das Gefühl, dass sie an der Entscheidung beteiligt und ehrlich behandelt wird, was die Risiken angeht. Man hätte den gleichen Konflikt wie in der Vergangenheit.

Wie könnte man diesen Streit lösen? Niemand will doch gerne ein Atommülllager vor seiner Haustür haben.

Die Regierung muss die Betroffenen von Anfang an mit einbeziehen und ihre Sorgen ernst nehmen. Wenn eine bestimmte Region die Risiken für alle anderen in Kauf nimmt, dann muss das Sicherheitsinteresse dieser Leute ernstgenommen werden. Solange das nicht ernsthaft angegangen wird, kommt man nicht voran.

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