Grüne Geldanlage Was taugt die Bio-Geldanlage?

Bio-Produkte sind en vogue, auch bei der Geldanlage wollen viele Sparer ein reines Gewissen haben. Aber wie grün sind die grünen Fonds?

Wie grün sind die Dax-Konzerne?
WeGreen Ranking Quelle: dpa
InfineonDen letzten Platz im Nachhaltigkeits-Vergleich der DAX-Konzerne belegt der Halbleiterhersteller Infineon. Grund dafür ist vor allem, dass das Unternehmen auf die Veröffentlichung eines Nachhaltigkeitsberichts verzichtet. Unter anderem wegen der mangelnden Transparenz gibt es deshalb nur die Note 4,7. "Schlecht" heißt damit das Ergebnis. Der Tipp der Studienleiter: Eine verbesserte Nachhaltigkeitskommunikation wäre ratsam, um so offen und transparent mit den eigenen Herausforderungen und Problemen umzugehen. Quelle: dpa
ThyssenKrupp Quelle: dapd
Deutsche Bank Quelle: dapd
Fresenius Medical Care und Fresenius SE & Co. KgaA Quelle: dpa
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Deutsche Börse und Metro Quelle: REUTERS
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HeidelbergCement, MAN, Beiersdorf, Allianz, Deutsche Lufthansa Quelle: dpa
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Deutsche Telekom, Münchner Rück, Daimler Quelle: dpa
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Deutsche Post, Siemens, Adidas Quelle: dpa
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Viele von uns kaufen Bio-Äpfel, Bio-Birnen oder Bio-Fleisch. Auch grüner Strom oder grüne Kleidung finden in Deutschland immer mehr Anhänger. Aber eine Bio-Geldanlage? Die haben bisher nur wenige deutsche Sparer.

Allerdings wächst die Fangemeinde der nachhaltigen Geldanlagen schnell. Weltweit werden schon über 13 Billionen US-Dollar nach nachhaltigen Kriterien angelegt. Das ist etwa ein Fünftel des insgesamt angelegten Geldes. Auch in Deutschland nimmt die Summe des Bio-Geldes stetig zu. Im vergangenen Jahr ist sie um 16 Prozent auf 73,3 Milliarden Euro gestiegen. Dazu zählen nicht nur Anlageprodukte, sondern auch die Sparanlagen, welche Anleger bei nachhaltigen Banken haben. Kurzum: Immer mehr Menschen wollen ihr Geld reinen Gewissens anlegen, nach sozialen, ethischen und umweltverträglichen, also ressourcenschonenden Gesichtspunkten.

Was viele nicht wissen: Mehr als drei Viertel des nachhaltig angelegten Geldes stammt von institutionellen Investoren. Stiftungen wie beispielsweise die Umweltstiftung von Greenpeace setzen auf eine nachhaltige, ethisch und sozial verträgliche Anlagepolitik. Auch der Norwegische Staatsfonds legt sein Geld nach nachhaltigen Gesichtspunkten an.

Aber wie sieht es bei Privatanlegern aus? Wie wird man überhaupt ein Bio-Anleger? Für wen sind die grünen Geldanlagen geeignet? Und vor allem: Wie grün ist das grüne Geld wirklich?

Obwohl nachhaltige Finanzprodukte im Trend sind, ist noch Luft nach oben. Das merken auch die Verbraucherzentralen, bei denen sich Sparer nach den Möglichkeiten erkundigen. „Die Nachfrage ist noch nicht so hoch, wie wir es gerne hätten“, sagt eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Hamburg. Denn während Fakten rund um Bio-Bananen oder Öko-Kleidung leicht verständlich sind, wird es bei dem Öko-Sparen schnell kompliziert. Viele, die zwar gerne ihr Geld nachhaltiger anlegen würden, fragen sich welches das geeignete Anlageprodukt ist. Andere wiederum fürchten, mit grünem Geld automatisch auf einen Teil ihrer Rendite zu verzichten.

Weniger Rendite?

Das ist allerdings ein Irrglaube. Gerade während der aktuellen Niedrigzinsphase sind die Zinsen für Sparkonten oder Sparbriefe sowohl bei nachhaltigen als auch bei konventionellen Banken gleichermaßen niedrig. Eine Studie der Steinbeis-Hochschule Berlin hat die Erträge nachhaltiger Geldanlagen mit Hilfe von eigenen Berechnungen und analysierten Studien wissenschaftlich ausgewertet. Auch sie kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Öko-Faktor nicht negativ auf die Rendite auswirkt. Im Gegenteil: Teilweise wirkt sich der Faktor sogar positiv aus. Insgesamt unterscheiden sich die Ergebnisse bei klassischen und bei nachhaltigen Anlagen allerdings nicht signifikant.

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Sobald dieses landläufige Vorurteil aus dem Weg geräumt ist, stellt sich die Frage, wo und was investiert werden soll. In den letzten Jahren ist der Markt für grüne Geldanlagen sehr bunt geworden. Nachhaltige Spar- und Anlageprodukte sind längst nicht mehr nur noch bei grünen Banken zu finden. Kaum ein Geldinstitut, egal ob Großbank, Volksbank oder Sparkasse, kann auf eine Bio-Variante im Anlagekatalog verzichten. Denn auch in der Finanzbranche ist Bio mittlerweile en vogue.

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