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Schiefergas-Förderung Fracking - die unabsehbare Gefahr aus der Tiefe

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Obamas Euphorie steckt an

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hält im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin ein Gutachten über Fracking (Erdgassuche) in der Hand. Erdgasbohrungen sollen nach diesem Gutachten nicht in Trinkwasserschutzgebieten stattfinden. Quelle: dpa

Allzu deutlich wird an diesem Thema die große Kluft zwischen immer mehr rot-grün geführten Ländern und der schwarz-gelben Bundesregierung. Die Linke will Fracking am liebsten ganz verbieten. Bündnis 90/Die Grünen wünschen sich eine stärkere Berücksichtigung fachlicher Einwände, um Wissenslücken zu schließen. Es ist stark davon auszugehen, dass das Thema im Vorfeld der Bundestagswahl im September zu einem großen Politikum mit eindeutigen Lagern wird.

Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) hat sich jedenfalls fest vorgenommen, das Thema in Deutschland voranzutreiben. Es steht auf seinem Zehn-Punkte-Plan zur Energiewende, den er noch bis zur Wahl abarbeiten will. Er gehört zu den großen Skeptikern in der Regierung, wenn es um Fracking geht. Seiner Meinung nach solle erst dann eine ernstzunehmende Debatte über die Förderform geführt werden, wenn es Fracking-Flüssigkeiten gebe, die eine Gefährdung des Grundwassers und des Bodens ausschlössen.

Warum die Energiepreise steigen
Euroscheine stecken an einer Steckdose Quelle: dpa
Logos der vier großen Engergiekonzerne EnBW (l, oben), RWE (r, oben), Vattenfall (l, unten) und Eon (r, unten) Quelle: dpa
Ölpumpen stehen im Sonnenuntergang auf einem Ölfeld bei Los Angeles Quelle: dpa
Bild einer Raffinerie auf einem Bildschirm der Firma Gazprom Quelle: REUTERS
Ein Mitarbeiter eines Heizöllieferanten bereitet die Betankung eines Mehrfamilienhauses mit Heizöl vor Quelle: dpa
Ein Tankwagenfahrer beliefert einen Privathaushalt mit Heizöl Quelle: AP
Ein Monteur verkabelt einen Strommast Quelle: dapd

Das Thema rumort nicht nur in Deutschland. Obamas Euphorie für den neuen Wirtschaftszweig und die energiepolitische Unabhängigkeit hat längst weitere Anhänger gefunden. Die Europäische Kommission fordert gerade die Interessensvertreter und die breite Bevölkerung auf zu dem Thema ihre Meinung abzugeben. Geplant ist ein europaweiter Umwelt-, Klima- und Energiebewertungsrahmen auf deren Grundlage Fracking vorangetrieben werden könnte.

Die britische Regierung um David Cameron hat ihr Fracking-Verbot erst vor kurzem wieder aufgehoben, Arbeiten zur Erdgasförderung sind auf der Insel wieder jederzeit möglich. Und auch in Polen hat die Regierung in den letzten zwei Jahren Genehmigungen für Probebohrungen erteilt. Über zwanzig Unternehmen suchen in Polen derzeit nach Erdgas.

Wie sich das Thema in Deutschland weiter entwickelt hängt sicherlich auch stark von der Stimmung in der Bevölkerung ab. Denn die Energiepreise sind in den letzten Jahren rapide angestiegen. Und das könnte die öffentliche Meinung und die Ängste und Sorgen vieler Bundesbürger beeinflussen, Fracking zuzulassen, in der Hoffnung die Nebenkosten für einige Jahre zu drücken.

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Vielleicht kommen die Konzerne auch mit ihrer Argumentation durch, dass die geplante Abkehr von der Kernenergie gewisse Versorgungslücken nach sich ziehen könnte, sofern der Ausbau der erneuerbaren Energien nicht schnell genug vorangetrieben wird. Derzeit fehlt es größtenteils an Speichermöglichkeiten, um die schwankenden Einspeisemengen von Wind- und Solarenergie auszugleichen.

Der Lösungsvorschlag der Konzerne: Erdgas, sei die ideale Ergänzung. Immerhin handele es sich dabei u die klimaverträglichste der fossilen Energien mit bis zu 60 Prozent weniger  CO2-Emissionen als Kohle,

Dennoch: Bis sich Fracking wirklich durchsetzen kann, wird Exxon Mobil noch etliche Informationsabende im Münsterland und andernorts abhalten müssen. Bisher ist nicht absehbar, ob der Konzern das erste Loch in Nordwalde in diesem Jahr wirklich bohren darf.

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