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Autobauer Audi-Absatz sinkt 2018 weltweit

Audi-Absatz sinkt im Jahr 2018 Quelle: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH

Für Audi lief das letzte Jahr enttäuschend. Weltweit lag der Absatz unter dem Vorjahreswert. Die Konkurrenten Mercedes und BMW konnten im letzten Jahr aber mehr Autos verkaufen als im Jahr davor.

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Anders als die Konkurrenz hat Audi 2018 deutlich weniger Autos verkauft. Weltweit lieferte die Marke mit den vier Ringen im vergangenen Jahr 1,81 Millionen Fahrzeuge aus, das sind 3,5 Prozent weniger als 2017, wie die Ingolstädter VW-Tochter am Donnerstag mitteilte. Vor allem die verpatzte Umstellung auf den strengeren Abgasprüfzyklus WLTP im Kernmarkt Europa schlug ins Kontor.

Audi fiel 2018 weit hinter den Oberklasse-Rivalen Mercedes zurück, der 2,31 Millionen Fahrzeuge absetzte. BMW hat noch keine Zahlen für die Kernmarke fürs Gesamtjahr vorgelegt, allerdings bereits von Januar bis November mehr Autos mit dem weiß-blauen Logo verkauft als Audi. Daimler feierte sich dieser Tage bereits dafür, zum dritten Mal in Folge an der Spitze im Premiumsegment zu stehen.

Die Autobauer betonen seit geraumer Zeit, dass wegen des Branchenumbruchs hin zum vernetzten Fahren und zu digitalen Mobilitätsdiensten reine Verkaufszahlen nicht mehr die wichtigste Rolle im harten Wettbewerb spielten. Allerdings wollen die Oberklasse-Hersteller den milliardenteuren Wandel vorwiegend mit dem Verkauf großer, renditestarker Wagen finanzieren. Der Trend zu Geländewagen spielt ihnen dabei momentan in die Hände. Zudem laufen die Geschäfte im weltgrößten Fahrzeugmarkt China trotz Turbulenzen gut; westliche Automarken sind dort nach wie vor beliebt, und viele Kunden bestellen gern teure Sonderausstattung, die die Kassen der Konzerne klingeln lassen.

Bei Audi legten die Verkaufszahlen in China im vergangenen Jahr um knapp elf Prozent zu. Alle anderen großen Absatzmärkte wiesen dagegen Rückgänge auf. In Europa, wo Audi rund 40 Prozent aller Fahrzeuge ausliefert, rauschte der Absatz um fast 14 Prozent nach unten. Die Ingolstädter hatten die WLTP-Umstellung nicht rechtzeitig angepackt und konnten viele Fahrzeuge nicht liefern, weil sie noch keine Zulassung nach dem neuen Standard hatten. Auch Modellwechsel hätten zu den Einbrüchen beigetragen, teilte Audi weiter mit. Vorstandschef Bram Schot sprach von „neuen Herausforderungen“ für 2019.

Innerhalb des Mehr-Marken-Konzerns VW schloss der langjährige Erfolgsgarant Audi ungewöhnlich schwach ab: Die Marke Volkswagen kam beim Absatz 2018 kaum vom Fleck, verbuchte aber einen minimalen Anstieg auf 6,24 Millionen Fahrzeuge (plus 0,2 Prozent). Der Sportwagenbauer Porsche, der konzernintern gern mit Audi konkurriert, steigerte die Verkaufszahlen dank guter Geschäfte mit Geländewagen um vier Prozent auf 256.255 Autos weltweit.

Im Luxus-Segment glänzte auch die BMW-Tochter Rolls-Royce, die im vergangenen Jahr 4.107 Limousinen an Kunden übergab. Das entspricht einem Plus von 22 Prozent im Vergleich zu 2017 und dem höchsten Wert in der 115-jährigen Geschichte der britischen Marke. Für 2019 äußerte sich Vorstandschef Torsten Müller-Ötvös zuversichtlich. Allerdings macht ihm ein möglicher Chaos-Brexit zunehmend Sorgen, denn dies könnte die ausgefeilten Lieferketten und damit letztlich das Werk im britischen Goodwood zum Stillstand bringen. Das ganze Unternehmen sei auf just-in-time-Lieferungen angewiesen, sagte Müller-Ötvös. „Wir fordern die Regierung auf, jeglichen harten Brexit zu vermeiden.“

Zur Sicherheit legt Rolls-Royce Anfang April eine zweiwöchige Produktionspause ein. Auch die britische Marke Mini, die ebenfalls zum BMW-Konzern gehört, zieht in Oxford eine mehrwöchige Werksschließung aufs Frühjahr vor; üblicherweise findet die Wartungspause im Sommer statt. BMW hat zudem zusätzliche Lagerflächen auf beiden Seiten des Kanals angemietet und bereitet sich für alle Fälle auf Lieferungen per Flugzeug vor.

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