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Neuer Volkswagen-ChefVW und Porsche gründen „Kooperationsboard“ – Blume will Software bei Cariad lassen

Die konkrete Zusammenarbeit zwischen Porsche und dem Mutterkonzern soll künftig ein neues Gremium aushandeln. Das ist vor allem gefragt, wenn es nach einem Porsche-Börsengang zu Streitereien kommt.Martin Seiwert 28.07.2022 - 14:00 Uhr

Porsche-Schauplatz in Leipzig: Sollte es nach einem Börsengang Streit geben um den Interessenausgleich zwischen Volkswagen und Porsche, soll er in einem noch zu gründenden Gremium landen.

Foto: dpa

Konditionen der Zusammenarbeit zwischen dem VW-Konzern und dessen Tochter Porsche sollen nach einem Porsche-Börsengang über einen noch zu gründenden Ausschuss geregelt werden, heißt es in Unternehmenskreisen von Porsche. Der Ausschuss soll Kooperationsboard heißen. Sollte es nach dem Börsengang Streit geben um den Interessenausgleich zwischen Volkswagen und Porsche, soll er in diesem Gremium landen und entschieden werden.

Zur Zusammenarbeit würden zudem Verträge erarbeitet, die festlegten, wie in Streitfällen zwischen VW und Porsche zu entscheiden sei: ein Industrial Cooperation Agreement und ein Governance Cooperation Agreement. So soll es darin etwa die Regel geben, dass „streng nach unabhängig ermittelten Fakten und Zahlen“ entschieden werde, heißt es in den Unternehmenskreisen.

Der designierte Volkswagen-Chef Oliver Blume, der bereits Porsche-Vorstandschef ist und weiter bleiben wird, vermisse bei einigen der zehn Konzernmarken ein scharfes Profil, heißt es in den Kreisen weiter. Blume wolle mit klarer konturierten Marken mehr Kunden gewinnen. Handlungsbedarf sehe er nicht nur bei kleineren Marken wie Seat oder Skoda, sondern auch bei VW und Audi. Die Marken sollten mehr unternehmerische Freiheiten bekommen – innerhalb definierter Leitplanken. Und jede Marke solle Ziele formulieren, auf deren Einhaltung Blume sehr strikt achten werde.

Blume werde bei Audi und den anderen Marken des Konzerns versuchen, neue Ziele gemeinsam mit den bestehenden Führungsteams auszuarbeiten – bevor er entscheide, ob einzelne Köpfe zur Neuausrichtung passen oder nicht. Schon „vor Weihnachten“, heißt es in den Kreisen, solle in Wolfsburg klar sein, wohin die Reise bei den Marken und im Konzern geht – und mit welchem Personal. Bei den großen Zukunftsthemen Software und Batterieproduktion folge er den Weichenstellungen seines Vorgängers Herbert Diess, er schärfe allenfalls nach, heißt es. So werde Blume auch, anders als vielfach vermutet, nicht von der Idee abrücken, bei der Tochter Cariad alle Softwareaktivitäten des Konzerns zu bündeln.

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