Opel Welche Einschnitte der neue Eigentümer PSA plant

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Es kann nur besser werden

„Macht euch keine Sorgen! Ich werde euch zu 110 Prozent brauchen. 110 Prozent! Um den CO2-Fahrplan zu entwickeln, brauche ich alle Ressourcen“, hatte Tavares den Rüsselsheimer Entwicklern gerade erst zugerufen. Doch nicht nur für IG-Metall-Chef Hofmann ist klar, dass es nach dem 100-Tage-Plan „nachhaltig um die Frage gehen wird, was das mittelfristig für die Beschäftigung an den Standorten, insbesondere im Bereich der Entwicklung, aber auch für das Werk in Kaiserslautern“ heiße. In der Pfalz bauen die Opel-Mitarbeiter bisher auch Motoren zusammen. Den Standort müsse „PSA mit auslasten, damit das Ganze funktioniert“, meint Hofmann. Hoffnung macht die gute Auslastung von PSA. Der Autobauer könnte deshalb Aufgaben an Opel abtreten.

Eine neue Größe in der Kombi-Mittelklasse
Opel Insignia Sports Tourer Quelle: Opel
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Allerdings hat Tavares schon gezeigt, was er unter effizienter Entwicklung versteht. 2500 regelmäßig für PSA arbeitende, aber dort nicht fest angestellte Entwicklungsingenieure und Informatiker mussten gehen. Dafür haben die heute rund 120 Projektabteilungen einen Großteil der Arbeiten ausgelagert, kooperieren nun auch mit Ingenieuren in Marokko und Rumänien. Um Kosten zu sparen, gehen mehr als 80 Prozent der Aufträge an nur vier Ingenieurbüros: Altran, Alten, Assystem und Segula. In den vergangenen drei Jahren hat PSA so je 300 Millionen Euro gespart – die Kosten für die Entwicklung eines neuen Modells.

Immerhin hat die IG Metall vorgebaut und vor Abschluss der Übernahme den Tarifvertrag für das Entwicklungszentrum mit Opel angepasst. Er legt fest, dass der Umfang der Projekte für einen Zeitraum von drei Jahren im Wesentlichen unverändert bleibt. Ganz sicher ist die Vereinbarung nicht: Sollten sich Grundlagen verändern, kann PSA den Notausgang wählen und neu verhandeln.

Der Chef schaut vorbei

Anfang September hat Tavares erstmals das Werk in Rüsselsheim besucht. Gemeinsam mit Opel-Chef Lohscheller und Produktionschef Girardon besichtigte er mehrere Stunden lang Getriebe-, Press- und Karosseriewerk, Lackiererei, Fertigung und Endmontage. In einem Artikel im Opel-Intranet heißt es, dass die jeweiligen Fertigungsleiter Ideen vorgestellt hätten, wie sich Prozesse vereinfachen ließen. Und Tavares habe sich artig dafür bedankt, was die Mitarbeiter „in den letzten Wochen bereits geleistet haben“. Die Ideen seien ein „guter Anfang“, ließ sich Werksleiter Michael Lewald zitieren. Deren Umsetzung „wird all unsere Energie in den nächsten Wochen und Monaten einfordern“. Man habe die einmalige Chance, die Zukunft „positiv zu gestalten“.

Die wichtigsten Premieren der IAA

Mehr, als fest daran zu glauben, bleibt den Opel-Beschäftigten kaum übrig. Immerhin hat Tavares einen Plan, wie er den Autobauer in eine bessere Zukunft führen will. Beim vorigen Eigentümer war der nicht erkennbar. Die Alternative bei GM, sagt IG-Metall-Chef Hofmann, sei ein „Sterben auf absehbare Zeit“ gewesen.

Es kann nur besser werden.

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