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Oracle-Gründer Larry Ellison Dieser Mann wird zum wichtigsten Verbündeten von Elon Musk

Larry Ellison Quelle: Bloomberg/David Paul Morris

Oracle-Gründer Larry Ellison ist einer der reichsten und schillerndsten Männer des Silicon Valley. Als Großaktionär und Verwaltungsrat soll er nun Tesla kontrollieren. Kann das gut gehen?

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Die prominenteste Männerfreundschaft des Silicon Valley fing mit einem Pfau an. Der schillernde Vogel war eines Morgens auf das Grundstück von Oracle-Gründer Larry Ellison gewandert und machte dort so viel Krach, dass der Hausherr wütend zu seinem Nachbarn hinüberstapfte. „Du magst das Viech also auch nicht“, stellte der berühmte Nachbar trocken fest und erklärte, dass der Vogel das Geschenk einer Freundin sei.

Für Ellison war das der Beginn seiner „lebenslangen Freundschaft“ zu Apple-Mitgründer Steve Jobs. Beide waren bei Adoptiveltern aufgewachsen, hatten ihr Studium geschmissen und wurden als Unternehmer reich und berühmt. „Sie erzählen uns immer, dass jeder ersetzbar sei“, klagte Ellison im Oktober 2011 beim Begräbnis seines Freundes. „Aber ich glaube das nicht.“

Nun hat der Multimilliardär, der immer noch als oberster Softwarearchitekt und Verwaltungsratschef von Oracle agiert, offensichtlich einen neuen Seelenverwandten. Im Dezember ist er in den Verwaltungsrat von Tesla eingezogen, nachdem er zuvor eine Milliarde Dollar in den Elektroautobauer investiert hatte. Ob er in dem Gremium aber für die von Aufsichtsbehörden und anderen Aktionären erhoffte strengere Kontrolle sorgt, ist zweifelhaft. Erste Äußerungen deuten in eine andere Richtung: Sein Engagement sehe er als Glaubensbekenntnis für seinen „sehr engen Freund“ Elon Musk, ließ Ellison die Welt wissen.

Im Silicon Valley ziehen viele Parallelen zwischen Jobs und dem Tesla-Gründer. Beide retteten ihre Unternehmen mehrfach vor der Pleite und machten sie gegen viele Widerstände zu Weltmarken. Und beide verschlissen mit ihrer Besessenheit reihenweise Mitarbeiter, denen sie schier unerreichbare Vorgaben machten.

Auch für Ellison können die Ziele immer noch nicht groß genug sein. Der 74-Jährige fördert Forschung für ein längeres Leben, von der er selbst noch profitieren will. Und noch immer will er die Konkurrenz aus dem Weg räumen – allen voran den verhassten deutschen Wettbewerber SAP. Dass dessen Übervater Hasso Plattner dem Oracle-Gründer einst den nackten Hintern gezeigt haben soll, weil der ihn während eines Unfalls bei einem Segelrennen überholte, statt ihm zu helfen, wird im Silicon Valley noch immer gern erzählt.

Für seinen Freund Musk legt Ellison sich kräftig ins Zeug. In dem Mann, der Elektroautos und Raketen bauen lässt, der die größte Akkufabrik der Welt betreibt, Innenstädte untertunnelt und den Mars besiedeln will, sieht er einen großen Visionär, den kleinere Geister einfach nicht begreifen können. „Der Kerl landet Raketen. Und ihr sagt, er weiß nicht, was er tut“, beschwerte sich Ellison Ende Oktober bei einem Auftritt vor Analysten, den er wie üblich in Sportjackett und T-Shirt absolvierte. „Wer seid ihr überhaupt?“, polterte er weiter. „Vergesst Ford, vergesst General Motors ...“

Eng verbunden

Das Engagement dürfte die Börsenaufsicht SEC mit Skepsis registrieren. Nachdem Musk den Kurs der Tesla-Aktie mit einer missverständlichen Äußerung bei Twitter in die Höhe getrieben hatte, drang die Behörde auf mehr Unabhängigkeit im Verwaltungsrat. Musk musste den Vorsitz an die australische Telekommanagerin Robyn Denholm abgeben. Doch die meisten Kontrolleure sind ihm weiterhin eng verbunden – etwa sein Bruder Kimbal und die Wagnisfinanzierer Steve Jurvetson und Antonio Gracias.

Beobachter glauben nicht, dass sich Ellison in dieser Runde mit der Rolle des prominenten Abnickers begnügen wird. „Er interessiert sich schon seit Langem für Elektroautos und Raumfahrt“, sagt Holger Müller, Analyst bei Constellation Research und einst selbst acht Jahre bei Oracle beschäftigt. „Und er will natürlich auch kein Geld verlieren.“

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