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VolkswagenMüller stellt Zukunft des Diesels in Frage

Die Dieseltechnik hatte bei Volkswagen immer eine wichtige Rolle. Das könnte sich nach dem Abgasskandal nun ändern. Kurz vor der Hauptversammlung stellt VW-Chef Müller den Diesel in Frage. 21.06.2016 - 08:38 Uhr aktualisiert

"VW ist mehr als Diesel", sagt Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender von Volkswagen.

Foto: dpa

VW-Chef Matthias Müller hat nach dem Abgas-Skandal die Zukunft des Dieselmotors in Frage gestellt. „Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen“, sagte Müller dem „Handelsblatt“ kurz vor der VW-Hauptversammlung an diesem Mittwoch. VW hatte bei Millionen von Dieselfahrzeugen mit einer Software Abgastests manipuliert. In den USA hat VW alle Dieselmodelle vom Markt genommen.

Ob Volkswagen jemals wieder Dieselmotoren in Amerika anbieten wird, bleibt unklar. „Das ist derzeit schwierig zu beantworten“, sagte Müller. Die Abgasreinigung beim Diesel werde „enorm aufwendig und teuer“. Gleichzeitig werde die Elektromobilität preiswerter. Die Steuervorteile des Diesels sind in Deutschland auf Dauer ebenfalls nicht gesichert. „Im Dialog mit der Politik müssen wir sehen, wie das alles weitergeht“, sagte der Volkswagen-Chef.

Mit den Zweifeln am Diesel ist Müller nicht alleine: Auch Volvo stellt seine Investitionen in den Selbstzünder offenbar auf den Prüfstand. Man werde die jetzigen Motoren „selbstverständlich“ permanent weiterentwickeln, sagte Entwicklungschef Peter Mertens dem Fachmagazin „Automobil Produktion“. „Ob wir aber noch eine ganz neue Baureihe entwickeln, darüber müssen wir noch zwei, drei Mal nachdenken.“

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Der VW-Chef hatte in der vergangenen Woche eine neue Konzernstrategie vorgestellt und einen massiven Umbau des Autobauers angekündigt. Obwohl er in vielen Punkten mit der Strategie 2018 seines Vorgängers Martin Winterkorn bricht, verteidigte Müller die damalige Ausrichtung: „Die frühere Strategie war zu ihrer Zeit erfolgreich“, so der Vorstandsvorsitzende. „Was gut war, das werden wir fortsetzen. Was nicht mehr passt, das werden wird abschaffen oder entsprechend verändern.“

Mehr Elektroautos und selbstfahrende Taxen

Kernpunkt der neuen Strategie: Volkswagen will künftig die Elektromobilität massiv ausbauen und Milliarden in neue Mobilitätsdienstleistungen investieren. Bis 2025 will Müller zwei bis drei Millionen reine Elektroautos verkaufen, was einem Anteil von 20 bis 25 Prozent des gesamten Konzernabsatzes entspräche. Zudem sollen die Mobilitätsdienste, wie etwa die Beteiligung an dem Fahrtenvermittler Gett, zu einem eigenen Geschäftsfeld neben dem klassischen Autogeschäft aufgebaut werden.

Bisher hat VW aber immer noch einen hohen Dieselanteil bei seinen Fahrzeugen. Der Diesel sei bei Kunden in Deutschland und in Europa unverändert sehr beliebt, sagte Müller. In Deutschland liegt der Dieselanteil bei den Pkw-Neuzulassungen aktuell bei 46 Prozent.

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Auf die Frage, ob der Abschied vom Verbrennungsmotor an die Energiewende bei Eon und RWE erinnere – mit dem Aus für die Nukleartechnik und der Schrumpfung bei Gas und Kohle – sagte Müller: „Ein durchaus passender Vergleich.“

Alternative Antriebe wie Elektromotoren sowie die digitale Revolution mit mehr Internet im Auto sind die beiden großen Zukunftsthemen in der Autobranche. Müller hatte in der vergangenen Woche von einem „epochalen Wandel“ gesprochen.

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Der VW-Chef sagte der Zeitung außerdem, Volkswagen erwäge ein neues Vergütungsmodell für sein Top-Management. „In den nächsten zwölf Monaten werden wir dem Aufsichtsrat unseren Vorschlag präsentieren – mit einer anderen Orientierung“, sagte Müller. Eine Deckelung nach oben sei für ihn „selbstredend“. Die VW-Spitze war wegen umstrittener Millionen-Boni trotz des Abgas-Skandals in die Kritik geraten.


dpa, ses
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