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Volkswagen Die wichtigsten Fragen der VW-Aktionäre

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Wird der Vorstand entlastet?

Wann wird die Schuldfrage geklärt?

Volkswagen hat dazu die US-Kanzlei Jones Day mit einer Untersuchung beauftragt. Doch deren bisherige Ergebnisse bleiben mindestens bis Jahresende unter Verschluss. Ein Zwischenstand sei „mit unvertretbaren Risiken für Volkswagen verbunden“, hatten die Wolfsburger Ende April erklärt und zur Begründung auf die laufenden Verhandlungen in den Vereinigten Staaten verwiesen.

Zuvor hatten sie versprochen, bis Ende April erste Ergebnisse zu liefern. Damit bleibt unklar, wer für die Fehler von historischem Ausmaß die Verantwortung trägt, was vielen Aktionären gar nicht schmeckt. Auch deshalb fordern sie eine Sonderprüfung.

Kehrt VW dem Diesel jetzt komplett den Rücken?

VW-Chef Müller hat die Zukunft des Dieselmotors in Frage gestellt. „Es wird sich die Frage stellen, ob wir ab einem gewissen Zeitpunkt noch viel Geld für die Weiterentwicklung des Diesels in die Hand nehmen sollen“, sagte Müller dem „Handelsblatt“. Das heißt aber auch: Kurz- und mittelfristig spielt der Diesel bei VW und den anderen Konzernmarken eine wichtige Rolle. Allein schon, um die aktuellen CO2-Ragularien einzuhalten.

Im Jahr 2025 plant Volkswagen 20 bis 25 Prozent seiner Autos mit einem Elektromotor zu verkaufen. Im Umkehrschluss werden 75 bis 80 Prozent einen Verbrennungsmotor haben – und das werden bei der aktuellen Gesetzgebung nicht alles Benziner sein. Klar ist auch: Die Abgasreinigung wird immer aufwändiger und teurer, deshalb wird sich der Diesel nicht mehr in allen Baureihen lohnen. Die geschätzt zwei bis drei Milliarden Euro, die VW pro Jahr in die Diesel-Entwicklung steckt, werden wohl sinken – aber nicht auf null.

Wird der Vorstand entlastet?

Nach dem Bekanntwerden von Ermittlungen gegen den früheren Volkswagen-Chef Winterkorn sowie den amtierenden VW-Markenchef Diess wird sich der Aufsichtsrat wohl erneut mit der Entlastung der Führungsspitze befassen. Das Kontrollgremium werde auf seiner Sitzung am Dienstag möglicherweise von seiner Empfehlung an die Aktionäre abrücken, dem Vorstand für das abgelaufene Geschäftsjahr das Vertrauen auszusprechen, sagte eine mit den Beratungen vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters.


Es sei noch unklar, ob die Empfehlung an die Hauptversammlung zur Entlastung des gesamten Vorstands zurückgezogen werde oder sich dies nur auf Winterkorn und Diess beschränken solle, sagte die Person. Ein weiterer Insider bestätigte, dass sich der Aufsichtsrat vermutlich erneut mit der Entlastungsempfehlung befassen werde. Eine dritte Person sagte, es liege auf der Hand, dass auch über eine Verschiebung des Beschlusses diskutiert werde.

Ändert der Aufsichtsrat seine Empfehlung nicht, muss die Frage trotz allen Unmuts der Kleinaktionäre wohl mit „Ja“ beantwortet werden. Wie bei der Frage nach der Sonderprüfung lässt sich die Antwort aus der Aktionärsverteilung ableiten: Die Familien Porsche/Piëch, die sich vergangene Woche demonstrativ hinter die Chefetage gestellt haben, werden der Entlastung wohl zustimmen. Zieht der Aufsichtsrat die Empfehlung zurück, dürfte die Abstimmung interessant werden.

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