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HSH Nordbank Beraterkosten tilgen ein Drittel des Kaufpreises

Quelle: dpa

Nicht nur für die Käufer, auch für Berater und Anwälte war der Verkauf der HSH Nordbank ein lukratives Geschäft. Sie haben schon jetzt über 300 Millionen Euro kassiert.

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Eine Milliarde Euro Kaufpreis haben Hamburg und Schleswig-Holstein für die HSH Nordbank bekommen. Immerhin etwas mehr, als ursprünglich gedacht. Umso größer war die Erleichterung bei den Verkäufern, dem damaligen Hamburger Oberbürgermeister Olaf Scholz und seinem Kieler Kollegen Daniel Günther. Mittlerweile zeigt sich aber, dass den Einnahmen auch enorme Ausgaben gegenüberstehen.

Denn schon jetzt haben Hamburg, Schleswig-Holstein und die HSH 306 Millionen Euro für Unternehmensberater, Anwälte, Treuhänder und Gutachter ausgegeben. Das geht aus einer Antwort auf eine Kleinen Anfrage der Hamburger FDP-Fraktion hervor, die der WirtschaftsWoche vorliegt.

Die Gesamtkosten dürften dabei noch steigen, denn das, was die HSH 2018 für Berater und Anwälte ausgegeben hat, ist in der Rechnung noch nicht enthalten. Insgesamt dürften Berater, Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Co. damit am Ende rund 350 Millionen Euro am HSH-Verkauf verdient haben. Einschließlich der Ausgaben für 2017 hatte die Summe noch rund 100 Millionen Euro niedriger gelegen.

„Die Höhe der Beratungskosten übersteigt alle meine Befürchtungen“, sagt Michael Kruse, Vorsitzender der FDP-Fraktion in der Hamburger Bürgerschaft. Denn ein großer Teil sei eben noch gar nicht berücksichtigt. Mehr als ein Drittel des Verkaufspreises sei damit für Beratungsleistungen rund um den Verkauf ausgegeben worden. „Diese enorme Summe verdeutlicht, wie wenig Expertise beim Senat für einen in der Privatwirtschaft üblichen Vorgang vorhanden ist“, sagt Kruse.

Die HSH ist die erste Landesbank in Deutschland, die privatisiert wurde. An diesem Prozess haben zahlreiche Beratungen und Kanzleien mitverdient. So ließ sich der HSH-Vorstand unter anderem von der Unternehmensberatung Bain beraten, Freshfields übernahm die rechtlichen Themen. Bei den Bundesländern war dafür Linklaters im Einsatz. Das Rechtsportal „Juve“ führt insgesamt 23 Anwälte auf Länderseite auf und 54, die für die HSH tätig waren.

Allein für das Herauslösen eines umfangreichen Portfolios an faulen Schiffskrediten, welches die Käufer rund um die Finanzinvestoren Cerberus und JC Flowers übernommen haben, waren Heerscharen an Anwälten im Einsatz. Die Transaktion ist ein entscheidender Teil des Deals, der für die Investoren besonders renditeträchtig werden könnte - wenn die faulen Kredite im Wert steigen. Denn übernommen haben die Käufer das sogenannte X-Portfolio für einen satten Abschlag von einer Milliarde Euro.

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