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+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 11. Januar vor Gericht

Im Prozess zum Milliardenbetrug beim Wirecard-Konzern ging vor dem Landgericht München die Befragung des Kronzeugen Oliver Bellenhaus weiter. Unsere Reporter waren dabei und berichteten live von vor Ort. 11.01.2023 - 17:33 Uhr aktualisiert

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Nun, knapp zweieinhalb Jahre nach dem Kollaps, hat in München die Verhandlung gegen Ex-Konzernchef Markus Braun begonnen. Die Anklage wirft dem Manager und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

Unsere Reporter sind hautnah dabei und berichten für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

11.01.2023 – 15:28 Uhr Volker ter Haseborg
Richter Födisch will für heute Schluss machen. Morgen soll es weitergehen. 
Ich schreibe jetzt noch eine Zusammenfassung des heutigen Tages - die dann später auf wiwo.de zu sehen ist. 
Danke fürs Mitlesen - und bis morgen!
11.01.2023 – 15:18 Uhr Volker ter Haseborg
Bei der KPMG-Prüfung habe Stephan von Erffa Belege gefälscht, sagt Bellenhaus.
11.01.2023 – 15:15 Uhr Volker ter Haseborg
Noch eine Email, die Födisch an die Wand wirft. Auch aus ihr soll hervorgehen, wie von Erffa Änderungen am Stand der Treuhandkonten forderte. (Die Dokumente werden an die Wand geworfen. Wir Zuschauer sitzen jedoch so weit weg, dass wir kaum lesen können, was darin steht.)
11.01.2023 – 15:11 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch lässt eine Email von Stephan von Erffa an die Wand werfen. Darin fordert von Erffa Bellenhaus auf, die Zahlen nochmal zu korrigieren. "35 Mio weniger bitte" steht da. 
11.01.2023 – 15:07 Uhr Volker ter Haseborg
Zum Ende des Quartals seien die Zahlen-Vorgaben von von Erffa gekommen. Daraus habe er Abrechnungen der TPA-Partner erstellt. Und wieder per Email an von Erffa verschickt. "Aber natürlich nicht unter meinem Namen." Sondern im Namen der Drittpartner.
11.01.2023 – 15:03 Uhr Volker ter Haseborg
Die "intellectual property" der Verträge sei von von Erffa gekommen.
11.01.2023 – 15:02 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch kommt zurück zur Zusammenarbeit zwischen Bellenhaus und von Erffa. Bellenhaus sagt, dass er mit von Erffa Vertragsentwürfe vorformuliert hat - eine Mitarbeiterin in Dubai hätte die Texte in die Juristensprache übersetzt. 
11.01.2023 – 15:00 Uhr Volker ter Haseborg
Ohne Braun hätte es interne Prüfungen gegeben. Mitarbeiter hätten angefangen, sich Gedanken zu machen. 
11.01.2023 – 14:59 Uhr Volker ter Haseborg
Wäre der Milliarden-Betrug ohne Braun möglich gewesen? "Nein, unmöglich. Weil wir jemanden gebraucht haben, der das TPA-Geschäft abschirmt", sagt Bellenhaus. 
11.01.2023 – 14:59 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe ihm noch gesagt, dass er jetzt auf die Philippinen fliege, um das Treuhand-Geld zu finden. Das sei "amüsant" gewesen, sagt Bellenhaus. "Ich kann mir vorstellen, dass Jan schon auf der Uhr hatte, dass er überwacht wird." - Er habe Marsalek gesagt: "Hallo Jan, ich bin's". Sie hätten später noch mal telefoniert. "Und er hat mir nicht verraten, wo er ist."
11.01.2023 – 14:57 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe ihn nach dem Zusammenbruch aufgefordert, Beweismittel zu vernichten. Mit Braun und von Erffa hatte er nach eigenen Angaben keinen Kontakt mehr. 
11.01.2023 – 14:56 Uhr Volker ter Haseborg
Sein letztes Gespräch mit Braun habe er kurz vor dem Zusammenbruch geführt. Er habe nochmal Volumendaten für die Pressekonferenz zum Jahresabschluss 2019 zusammengestellt. Braun habe ihn aufgefordert, die Zahlen zu machen. Eine Hälfte habe er noch geliefert - die andere Hälfte nicht mehr, sagt Bellenhaus. Weil er mit Wirecard abgeschlossen hatte - und nur noch weg wollte.  
11.01.2023 – 14:49 Uhr Volker ter Haseborg
Sie hätten Textnachrichten ausgetauscht und telefoniert, sagt Bellenhaus.
11.01.2023 – 14:48 Uhr Volker ter Haseborg
Wie hat Braun kommuniziert? Emails gab es nicht. Ein Großteil der Kommunikation lief über Telegram und Signal, sagt Bellenhaus.
11.01.2023 – 14:46 Uhr Volker ter Haseborg
"Er hat jetzt nicht meine TPA-Abrechnungen kontrolliert. Da war er kein Kontrollfreak."
11.01.2023 – 14:46 Uhr Volker ter Haseborg
War Braun ein Kontrollfreak? "Er hat schon die Sachen sehr schnell verstanden. Und er wollte die Sachen auch wissen. Man musste es nicht zehnmal erklären." 
11.01.2023 – 14:44 Uhr Volker ter Haseborg
Al Alam hatte eine Händler-Liste, auf der 34 Händler standen. Die FT hatte recherchiert, dass es viele dieser Händler gar nicht gab, andere hatten von Al Alam noch nie etwas gehört. Diese Liste wurde geleaked. 

Er habe mit Braun darüber gesprochen, wie man mit der Liste umgeht. "Wir hatten dafür keine Lösung." Nach mehreren Telefonaten mit Braun habe man schließlich eine Sprachregelung gefunden.
11.01.2023 – 14:40 Uhr Volker ter Haseborg
Von 2015 bis 2020 habe er mindestens einmal im Quartal mit Braun gesprochen oder ihn getroffen. "Wir haben oft telefoniert." 
11.01.2023 – 14:40 Uhr Volker ter Haseborg
Er habe in seinen Vernehmungen zunächst ausgesagt, dass es "eine Vielzahl" von Telefonaten mit Braun gegeben habe. Und dies auf 12 Telefonate pro Jahr korrigiert. 
11.01.2023 – 14:38 Uhr Volker ter Haseborg
Was Braun mit einer angeblich "semiforensischen Prüfung" gemeint hat? "Es war eine reine Verarschungs-Aussage", sagt Bellenhaus. Um den Druck rauszunehmen, um ihn zu beschwichtigen. 
11.01.2023 – 14:36 Uhr Volker ter Haseborg
Warum die Sonderuntersuchung überhaupt beauftragt wurde, sei Thema gewesen. Braun soll Bellenhaus zufolge gesagt haben, dass man mit der Untersuchung die Kapitalmärkte "managen" wolle. Also mit einem positiven Ergebnis die Wirecard-Aktie pushen wolle.
11.01.2023 – 14:33 Uhr Volker ter Haseborg
Sind Sie sich sicher, dass Braun gesagt hat, er habe mit dem CEO von KPMG gesprochen? Das will Richter Födisch wissen. Bellenhaus: "Ja."
11.01.2023 – 14:32 Uhr Volker ter Haseborg
"Wir hatten kein System. Das war jedem vollkommen klar."
Oliver Bellenhaus
11.01.2023 – 14:31 Uhr Volker ter Haseborg
Daten der Jahre 2016 bis 2019 habe es nicht gegeben. Jeder, der sich die Transaktion angeschaut hätte, hätte auf einen Blick gesehen, dass die Zahlen nicht authentisch waren. EY hätte nur Stichproben gezogen. 
Braun habe von einem "semiforensischen Audit" gesprochen und davon, dass er schon mit dem KPMG-Management gesprochen habe. Er habe beschwichtigt. 
Marsalek habe Brauns Optimismus geteilt.
Von Erffa sei ähnlich besorgt wie er selbst gewesen, sagt Bellenhaus. 
11.01.2023 – 14:29 Uhr Volker ter Haseborg
Das zweite Gespräch habe am 24.10. 2019 stattgefunden - kurz nach der Beauftragung von KPMG. Braun, Marsalek, von Erffa und er hätten sich im Büro von Braun getroffen. Er habe keine Chance gesehen, dass Wirecard die Untersuchung überstehe. Wegen der Fülle an Infos, die die Prüfer brauchten. "Ich dachte, wir werden das nicht schaffen." Und so sei es dann auch gekommen. 
meb, vth
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