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+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 12. Januar vor Gericht

Seit mehreren Prozesstagen ist es der Kronzeuge Oliver Bellenhaus, der vor dem Landgericht München spricht. So auch heute. Unsere Reporter waren dabei und berichteten live von vor Ort. 12.01.2023 - 17:33 Uhr aktualisiert

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Nun, knapp zweieinhalb Jahre nach dem Kollaps, hat in München die Verhandlung gegen Ex-Konzernchef Markus Braun begonnen. Die Anklage wirft dem Manager und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

Unsere Reporter sind hautnah dabei und berichten für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

12.01.2023 – 15:57 Uhr Volker ter Haseborg
Und damit endet dieser Sitzungstag. Vielen Dank fürs Mitlesen! Später gibt's auf wiwo.de noch eine Zusammenfassung des heutigen Tages. Bis bald!
12.01.2023 – 15:55 Uhr Volker ter Haseborg
Mehr zum irren Trip der Prüfer auf die Philippinen lesen Sie übrigens in dem Buch, das ich zusammen mit meiner Kollegin Melanie Bergermann geschrieben habe: 
12.01.2023 – 15:53 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek hat für die Prüfer von EY und KPMG einen bühnenreifen Trip nach Manila organisiert, wo den Prüfern die Existenz der Treuhandgelder vorgegaukelt wurde.
12.01.2023 – 15:52 Uhr Volker ter Haseborg
Auf den Philippinen kann man für kleines Geld "relativ Flexibilität" abfragen, sagt Bellenhaus. Födisch: "Flexibilität heißt: Leute bestechen? Bellenhaus: "Genau."
12.01.2023 – 15:51 Uhr Volker ter Haseborg
Im Rahmen der KPMG-Sonderuntersuchung wurde der Wechsel des Treuhänders bekannt. Er sei darüber nicht informiert worden, sagt Bellenhaus. Die Entscheidung des Treuhänder-Wechsels sei sehr kurzfristig gewesen. Marsalek habe nach einer neuen Bank gesucht, weil "Shan" keine Lust mehr hatte, Treuhänder zu sein. Marsalek habe nach einem neuen Treuhänder gesucht. 
12.01.2023 – 15:41 Uhr Volker ter Haseborg
Falls ich hier mal längere Zeit nichts poste:  Ich bin nicht eingeschlafen (obwohl es jetzt schon ganz schön zäh ist). Hier wird nur vieles wiederholt, was schon mal im Prozess gesagt wurde. Da Sie eh alle unseren Wiwo-Blog gelesen haben, erspare ich uns die Wiederholungen...
12.01.2023 – 15:39 Uhr Volker ter Haseborg
"Jan hat viel mehr an diesen Transaktionsdaten rumgefummelt als ich", sagt Bellenhaus über Jan Marsalek.
12.01.2023 – 15:16 Uhr Volker ter Haseborg
Zum Hintergrund: Der japanische Investor Softbank hatte 2019 angekündigt, 900 Millionen Euro in Wirecard investieren zu wollen.
12.01.2023 – 15:15 Uhr Volker ter Haseborg
im Zuge des Softbank-Deals habe er ein Gespräch mit Markus Braun geführt. Braun habe ihn aus London angerufen. Ihm von dem interessanten Deal erzählt, der Wirecard weit nach vorne bringt. In diesem Zusammenhang brauche man "eine Lösung" für die Händlerlisten von Al Alam. Ihm sei klar gewesen, dass auf der Liste Händler stehen müssten, die eine Due Dilligence überstehen. Er habe sinngemäß gesagt: "Markus, die Kunden gibt es nicht." Oder "Markus, die Kunden gibt's nicht." - Brauns Reaktion? "Dass wir Kunden finden müssen für diese Due Dilligence", sagt Bellenhaus. Kurz danach sei Marsalek auf ihn zugekommen - er habe gewusst, dass es jetzt sein Job sei, die Händlerliste zu besorgen. 
12.01.2023 – 15:03 Uhr Volker ter Haseborg
KPMG hätte darauf bestanden, vom Händler Bestätigungen über Transaktkonen zu bekommen - und zwar per Post. So konnten Bellenhaus und Co. die Bestätigungen nicht fälschen - per Email. Ein Problem. Das hätte zur irrwitzigen Situation geführt, dass ein und derselbe Händler per Mail die Zahlung bestätigte - und per Post dementierte, sagt Bellenhaus.
12.01.2023 – 14:54 Uhr Volker ter Haseborg
"Ich hatte generell am meisten Befürchtungen", sagt Bellenhaus auf die Frage, ob es nicht Befürchtungen gab, dass alles auffliegt. "Aber es passierte nichts." Bis schließlich die Financial Times anfing zu berichten. 
12.01.2023 – 14:52 Uhr Volker ter Haseborg
Händlerlisten wurden den Wirtschaftsprüfern vorgelegt. 
12.01.2023 – 14:51 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt will er mit Bellenhaus über Händlerlisten sprechen. Senjo hatte eine Liste von 400 Händlern, "viele mit japanischen Schriftzeichen", die offenbar von der Senjo-Vorgängergesellschaft übernommen wurden, sagt Bellenhaus. Payeasy hätte sehr lange weder Abrechnungen noch Händlerlisten zu haben. Später hätte es "vermeintliche Kundenstämme" gegeben, schließlich auch Händlerlisten. "Die Listen kamen nach meiner Erinnerung von Jan Marsalek."
12.01.2023 – 14:47 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch ist erst mal durch mit Namen, die er abfragen will. 
12.01.2023 – 14:45 Uhr Volker ter Haseborg
Bellenhaus spricht gerade über Dinge, die wir in der Wiwo schon im Jahr 2020 ausführlich beschrieben haben:
12.01.2023 – 14:44 Uhr Volker ter Haseborg
Der offizielle Geschäftsführer der Al Alam sei Mohannad A. gewesen. Er sei aus einem anderen Business zu Al Alam gekommen, sagt Bellenhaus. "Er war intellektuell nicht in der Lage, die Sachen ordentlich zu kommunizieren." "Sein Englisch war wirklich sehr schlecht." "Er hat die Sachen unterschrieben, die ich ihm vorgelegt habe." - "Der hatte keine Ahnung, überhaupt keine." Auch Marsalek sei mit A. unzufrieden gewesen. Deshalb sei er ausgetauscht worden, durch den Techniker David Y. Dessen Englisch sei besser gewesen, aber auch ihm sei kein Einblick gegeben worden.
Jetzt geht es um Abdallah Turki, einen Freund von Bellenhaus. Immer wieder habe es Überschneidungen mit Wirecard gegeben, Turki habe Kontakte zu Banken in der arabischen Welt für Wirecard zur Verfügung gestellt. Auch habe Turki ihm Geschäftsführer Mohannad A. vorgestellt. Turki habe die Fluglinie Gulf Air an die Wirecard Bank vermittelt. 
12.01.2023 – 14:37 Uhr Volker ter Haseborg
"Es war klar, das ist Shady Business."  Das sei im Unternehmen klar gewesen, sagt Bellenhaus.
12.01.2023 – 14:36 Uhr Volker ter Haseborg
Mit der Leiterin der Rechtsabteilung von Wirecard hingegen hätte er wenig Berührungspunkte gehabt. Diese sei ebenfalls nicht eingebunden gewesen. "Mein Eindruck war, dass sie ganz froh war, dass die TPA-Verträge nicht bei ihr liegen."
12.01.2023 – 14:34 Uhr Volker ter Haseborg
Steidl habe sich geweigert, das TPA-Geschäft in eine Gesellschaft zu übernehmen, in der sie als Geschäftsführerin fungierte, sagt Bellenhaus.
12.01.2023 – 14:32 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch hat noch ein paar Namen. Susanne Steidl, Produktvorständin bei der Wirecard. Wusste sie Bescheid? "Ein ganz klares Nein", sagt Bellenhaus.
12.01.2023 – 14:30 Uhr Volker ter Haseborg
Uuund weiter geht's.
12.01.2023 – 14:12 Uhr Volker ter Haseborg
15 Minuten Pause.
12.01.2023 – 14:11 Uhr Volker ter Haseborg
Er habe mitbekommen, dass der neue Treuhänder Tolentino über Edo Kurniawan kam. Aber mehr wisse er nicht. "Der Edo war auf den Philippinen gut vernetzt, sehr gut."
12.01.2023 – 14:10 Uhr Volker ter Haseborg
Der neue Treuhänder Mark Tolentino. "Da kann ich Ihnen relativ wenig sagen."  - "Den hab ich nie persönlich kennengelernt."
12.01.2023 – 14:10 Uhr Volker ter Haseborg
Wann das war? Gefühlt im Rahmen des Jahresabschlusses 2016 und 2018. Die Prüfer wollten Kontoauszüge kopieren. Vorher hätte Marsalek Shan eingebläut, dass er die Auszüge aufgrund des Bankgeheimnisses nicht herausgeben darf. Weil die Auszüge die TPA-Partner betreffen. "Das war die Storyline." Die Prüfer hätten das so hingenommen. 
meb, vth
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