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+++ Blog zum Wirecard-Prozess +++Rückblick Wirecard-Prozess: Das passierte am 19. Juli vor Gericht

An diesem Prozesstag ging es heiß her. Der Grund: das Schreiben Jan Marsaleks an das Münchner Gericht. Außerdem sagte die Wirecard-Ex-Produktvorständin Susanne Steidl aus. Die Geschehnisse des Tages im Live-Blog. 19.07.2023 - 18:09 Uhr

Für den Wirecard-Prozess gegen Markus Braun und zwei weitere Ex-Wirecard-Führungskräfte sind 100 Prozesstage angesetzt. Unsere Reporter berichten dabei live aus dem Gerichtssaal.

Foto: imago images, WirtschaftsWoche

Die Reporter der WirtschaftsWoche begleiten den Fall Wirecard seit acht Jahren. 2020 fiel die Erfolgsgeschichte von Wirecard wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Plötzlich war der Dax-Konzern pleite, Wirecard-Vorstandsmitglied Jan Marsalek auf der Flucht und Firmenchef Markus Braun im Gefängnis. Deutschland sah den mutmaßlich größten Betrugsfall der Nachkriegsgeschichte.

Nun, knapp zweieinhalb Jahre nach dem Kollaps, hat in München die Verhandlung gegen Ex-Konzernchef Markus Braun begonnen. Die Anklage wirft dem Manager und zwei mitangeklagten ehemaligen Wirecard-Führungskräften vor, mit Hilfe gefälschter Bilanzen Banken und Kreditgeber um insgesamt 3,1 Milliarden Euro geprellt zu haben. Der Kernvorwurf: Braun und Komplizen sollen eine Bande gebildet haben, die die Bilanzen des Konzerns seit 2015 systematisch fälschte.

An diesem Mittwoch sagte Ex-Wirecard-Vorständin Susanne Steidl als Zeugin vor Gericht aus. Auch ging es darum, ob das Schreiben von Jan Marsalek, von dem die WirtschaftsWoche exklusiv berichtete, vor Gericht zugelassen wird oder nicht. Spoiler: Wurde er am Ende des Tages. Unser Reporter ist hautnah dabei und berichtet für Sie live von vor Ort im Blog über die Geschehnisse im Gerichtssaal:

19.07.2023 – 15:43 Uhr Volker ter Haseborg
Mittlerweile ist Schluss.
Ich bin dann morgen wieder für Sie hier und blogge aus dem Wirecard-Prozess. Bis dann!
19.07.2023 – 15:43 Uhr Volker ter Haseborg
Richter Födisch nimmt den Antrag zur Kenntnis. Entschieden wurde darüber heute noch nicht. 
19.07.2023 – 15:42 Uhr Volker ter Haseborg

"Zusammenfassned betädigt Herr Marsalek die Behauptung von Braun, dass es das TPA-Geschäft gegeben hat", sagt Brauns Anwalt Nico Werning.

TPA-Geschäft wurde entkoppelt, Händler auf externe Strukturen verschoben. 

Marsalek bestätige, dass sich Bellenhaus in ein Netz aus Lügen verstricke.

Die Zahlungsflüsse müssen unverzülich aufgeklärt werden. 

Die Stellungnahme von Marsalek sei für das gesamte Verfahren von wesentlicher Bedeutung. "Die Darstellung von Hern Marsalek entlastest Herrn Braun", sagt Werning.

Das Schreiben von Marsalek müsse mit der Öffentlichkeit geteilt werden
19.07.2023 – 15:41 Uhr Volker ter Haseborg

Die Angaben von Insolvenzverwalter Michael Jaffé, nach denen es das TPA-Geschäft nicht gegeben hat, seien laut Marsalek falsch.

19.07.2023 – 15:40 Uhr Volker ter Haseborg

Das TPA-Geschäft wurde Marsalek zufolge auch nach der Insolvenz von Wirecard noch weiter betrieben. Deshalb hätten sich keine Kunden gemeldet. Die Abwicklung erfolge unabhängig von der Konzernstruktur. 

19.07.2023 – 15:38 Uhr Volker ter Haseborg

Anfangs sei das TPA-Geschäft noch technisch in die Kernorganisation von Wirecard eingebunden gewesen. Im Verlaufe der Zeit sei es aber vom Konzern entkoppelt worden. Das TPA-Geschäft hätte eine eigenständige Abrechnungsstruktur gehabt. 

19.07.2023 – 15:37 Uhr Volker ter Haseborg

Die Grundthese der Staatsanwaltschaft, dass es sich beim Drittpartnergeschäft um reine Fiktion handele, sei „falsch“. Das TPA-Geschäft hat laut Marsalek existiert. Über ein Jahrzehnt seien große Transaktionsvolumina abgewickelt worden.

19.07.2023 – 15:36 Uhr Volker ter Haseborg

Braun sei nicht im regen Austausch mit Bellenhaus gestanden – schon gar nicht zum TPA-Geschäft.

19.07.2023 – 15:34 Uhr Volker ter Haseborg

Werning trägt weiter aus dem Marsalek-Brief von dessen Anwalt vor: Demnach hat Bellenhaus die Nähe von Braun gesucht, wollte neben diesem auf Firmenfeiern gesehen werden. Er habe darauf bestanden, sich persönlich bei Braun über zu große Arbeitsbelastungen im Zusammenhang mit der KPMG-Sonderuntersuchung zu beschweren. 

19.07.2023 – 15:31 Uhr Volker ter Haseborg

Bellenhaus will sich laut Marsalek vor Gericht für alte Befindlichkeiten und Konflikte bei Wirecard rächen.

19.07.2023 – 15:30 Uhr Volker ter Haseborg

Laut Marsalek habe Bellenhaus Geld veruntreut. Durch den Status als Kronzeuge wolle er sich nach einer kurzen Haft nach Dubai zurückziehen. Mit dem erbeuteten Geld. Laut Marsalek habe er Bellenhaus nie die Zustimmung gegeben, Firmengelder einzubehalten – es habe auch keine stillschweigende Duldung dazu gegeben. 

19.07.2023 – 15:29 Uhr Volker ter Haseborg

Werning stellt Beweisantrag, dass das Schreiben im Gericht verlesen werden soll.

 

In seiner Erklärung geht er auf Details ein.

 

Das Schreiben von Marsaleks Anwalt ist demnach auf den 6. Juli datiert und hat acht Seiten.

 

Für Marsalek sei es offenkundig, dass sich Kronzeuge Bellenhaus „in einer Spirale widersprüchlicher Aussagen“ befände. 

19.07.2023 – 15:28 Uhr Volker ter Haseborg
So, ich hab mitgetippt. Ich sortiere das gleich mal für Sie. 
19.07.2023 – 15:14 Uhr Volker ter Haseborg
Nico Werning, Brauns Anwalt verliest den Antrag. 
19.07.2023 – 15:13 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt wird die Vernehmung von Frau Steidl für heute unterbrochen. ABER jetzt wird's richtig interessant: Brauns Anwälte wollen ihren Antrag zum Marsalek-Brief verlesen.
19.07.2023 – 15:07 Uhr Volker ter Haseborg

Dass 50 Millionen Euro Ocap-Kredit an Wirecard als „Auszahlungen aus Treuhandguthaben“ zurückgeflossen sind? Steidl ist damals nicht drüber gestolpert. Das ganze hätte rechtliche Gründe gehabt, sagt sie. Das habe ihr Marsalek so erklärt. Die Staatsanwaltschaft glaubt, das Manöver wurde von Wirecard gemacht, um den Wirtschaftsprüfern zu demonstrieren, dass man jederzeit an das Geld herankam – und dass das TPA-Geschäft existierte. 

19.07.2023 – 15:00 Uhr Volker ter Haseborg
Marsalek habe ihr gegenüber immer die Vorteile des wachsenden MCA-Geschäfts betont, sagt Steidl. 
19.07.2023 – 14:56 Uhr Volker ter Haseborg
Ich hab das Gefühl, das wird heute eine längere Sitzung. 
19.07.2023 – 14:55 Uhr Volker ter Haseborg
Und weiter geht's. 
19.07.2023 – 14:39 Uhr Volker ter Haseborg
Kurze Pause. 
19.07.2023 – 14:36 Uhr Volker ter Haseborg
Födisch befragt auch Steidl zur Verbriefung. Alle Vorstände seien beim Thema einbezogen worden, sagt Steidl. Sie hätte die Runde bei einem gemeinsamen Workshop "gecrasht", weil sie es nicht verstanden hätte. Es seien auch Bedenken wegen mangelnder Absicherung geäußert worden, sagt sie. Auch, weil man die Forderungen nicht konkretisieren konnte. 
19.07.2023 – 14:31 Uhr Volker ter Haseborg

Wie sollte Ocap das Geld zurückzahlen? Zumindest zum Schein sollte es so aussehen, dass Ocap den Kredit bedienen konnte, so die Staatsanwaltschaft: Braun, von Erffa, Marsalek, O‘ Sullivan und H. planten ein Modell, in dem Forderungen, die Ocap gegenüber anderen Firmen hatte, verbrieft werden sollten. So sollten Sicherheiten für Wirecard besorgt werden. Denn: Diese Forderungen sollten anschließend durch Wirecard übernommen werden. So wurde der Kredit bedient, zumindest auf dem Papier. Die Forderungen waren wie auch das MCA-Geschäft erfunden, so die Staatsanwaltschaft. Ein Schein-Geschäft, um die Seriosität von Ocap zu untermauern. 

19.07.2023 – 14:29 Uhr Volker ter Haseborg
War ihr bekannt, dass Ocap mit den Zinsen im Rückstand war? Steidl kann sich nicht erinnern. 
19.07.2023 – 14:28 Uhr Volker ter Haseborg
Jetzt fragt Födisch nach der Verlängerung des Ocap-Darlehens 2019. (Ich hab dazu vorhin Hintergrund geliefert, einfach runterscrollen.). "Ich hab im Detail wenig Informationen dazu gehabt", sagt Steidl. Für sei sei der Grundtenor gewesen, dass durch das wachsende TPA-Geschäft auch das MCA-Geschäft wachse - und Geld benötige.
19.07.2023 – 14:20 Uhr Volker ter Haseborg
Sie sei nicht gegen die Kredite gewesen, sagt Steidl. "Das Vorgehen war okay, dass wir das machen", sagt sie. Dass sie bei einem 100-Millionen-Kredit nicht einbezogen wurde? Es habe wohl die Zustimmung aller vier Vorstände bedurft, sagt Steidl. Es sei ihr vielleicht auch durchgerutscht. Dass es im Nachhinein darüber Gespräche gegeben hat - daran kann sie sich nicht erinnern.

Sie wollen noch mehr erfahren über Markus Braun und die Geschichte von Wirecard? Die wichtigsten Hintergrundgeschichten der WirtschaftsWoche zum Wirecard-Skandal lesen Sie hier:

vth
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