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ABB, Aston Martin und Zalando Die Quartalszahlen des Tages

ABB, Anheuser-Busch, Dürr, Zalando Quelle: REUTERS

Zalando erreicht durch das gute Weihnachtsgeschäft seine Ziele und Aston Martin rutscht wegen eines kostspieligen Börsengangs in die roten Zahlen. Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick.

In diesen Tagen veröffentlichen viele Unternehmen ihre Jahres- und Quartalsergebnisse. Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse am Donnerstag:

Zalando legt Schlussspurt hin und erwartet weiteres Wachstum

Europas größter Online-Modehändler Zalando will nach einem guten Weihnachtsgeschäft im laufenden Jahr wieder stärker wachsen. Es werde ein Umsatzplus am unteren Ende der Spanne von 20 bis 25 Prozent angepeilt, teilte das Berliner Unternehmen am Donnerstag mit. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse um ein Fünftel auf 5,4 Milliarden Euro geklettert und damit weniger als in vorangegangenen Jahren. Zalando hatte vor allem der lange und heiße Sommer sowie der dadurch verspätete Start in die Herbst- und Wintersaison zu schaffen gemacht. „2018 hatte seine Herausforderungen, aber wir haben im vierten Quartal unsere Kräfte gebündelt und einen erfolgreichen Schlussspurt hingelegt“, sagte Zalando-Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Bei Anlegern kam dies gut an. Vorbörslich stieg die Aktie mehr als drei Prozent.

Im vergangenen Jahr reichte es dank guter Geschäfte rund um Weihnachten und nach einem Verlust im dritten Quartal bereinigt zu einem Betriebsgewinn (Ebit) von rund 173 Millionen Euro. Nach Gewinnwarnungen im Sommer hatte das im MDax notierte Unternehmen ein Ergebnis von 150 bis 190 Millionen Euro prognostiziert. 2017 hatte es noch zu rund 215 Millionen Euro gereicht. Für das laufende Jahr setzt sich Zalando auch wieder höhere Ziele und will zwischen 175 und 225 Millionen Euro verdienen.

Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von knapp 5,4 Milliarden Euro und einem bereinigten Betriebsgewinn von 160 Millionen Euro gerechnet. Wegen der Fokussierung auf die Kosten reichte es von Oktober bis Dezember zu einem Betriebsgewinn von knapp 118 Millionen Euro. Auch das Umsatzwachstum fiel mit 24,6 Prozent so stark aus wie in den vorangegangenen drei Quartalen nicht. Die Zahl der Kunden stieg auf mehr als 26 Millionen. Inzwischen ist Zalando in 17 Ländern aktiv.

Ab April sollen zwei neue Mitglieder den bisher dreiköpfigen Vorstand stärken. Dann wird David Schröder die Finanzen verantworten und Jim Freeman wird Technologiechef. Ins Geschäft sollen erneut rund 300 Millionen Euro investiert werden - vor allem in den Ausbau der Logistik und Technologie.

Börsengang drückt Aston Martin in rote Zahlen

Der britische Luxussportwagenbauer Aston Martin ist im vergangenen Jahr wegen der hohen Kosten für den Börsengang tief in die roten Zahlen gerutscht. Trotz stark gestiegener Verkäufe und einem dementsprechend höheren Umsatz habe unter dem Strich ein Minus von 57 Millionen Pfund (67 Mio Euro) nach einem Gewinn von 77 Millionen Pfund im Vorjahr gestanden, wie der unter anderem mit Ferrari und der VW-Tochter Porsche konkurrierende Autohersteller am Donnerstag in London mitteilte.

Grund dafür waren die Kosten von 136 Millionen Pfund für den Börsengang im Oktober. Für die Anleger waren die Papiere des Autobauers, der unter anderem durch James-Bond-Filme bekannt ist, bisher eine pure Enttäuschung. Ausgehend von ihrem Ausgabepreis von 1900 Pence ging es steil nach unten, zwischenzeitlich bis auf 1108 Pence. Der deutsche Autobauer Daimler ist noch mit rund 4 Prozent an den Briten beteiligt.

Aston Martin steht in puncto Absatz und Marge weiter im Schatten des italienischen Herstellers Ferrari. Dies spiegelt sich auch in der Bewertung an der Börse wider. Während die Marktkapitalisierung der Briten seit dem Börsengang um 40 Prozent auf umgerechnet rund drei Milliarden Euro abstürzte, zog diejenige von Ferrari seit der Erstnotiz im Herbst 2015 um fast 150 Prozent auf 21 Milliarden Euro an.

Industriekonzern ABB mit Umsatzplus und Auftragswachstum

Der vor einer Neuausrichtung stehende Schweizer Industriekonzern ABB hat im vierten Quartal 2018 Umsatz und Auftragseingang gesteigert, aber weniger Gewinn erzielt als ein Jahr zuvor. Auf vergleichbarer Basis erhöhte sich der Auftragseingang gegenüber dem entsprechenden Quartal des Vorjahres um 7 Prozent auf 6,99 Milliarden US-Dollar, wie der Konzern am Donnerstag in Zürich mitteilte.

Der Umsatz sei im vierten Quartal auf vergleichbarer Basis um 5 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar gestiegen. Das Wachstumstempo aus dem dritten Quartal wurde damit knapp gehalten. Der Reingewinn ist den Angaben zufolge um 19 Prozent auf 317 Millionen Dollar gefallen. Hier schlugen diverse Sondereffekte durch. Die Dividende soll dennoch auf 0,80 von 0,78 Franken je Aktie erhöht werden.

ABB hatte den Verkauf seiner Stromnetzsparte an die japanische Hitachi im Dezember auf den Weg gebracht und will sich in der Folge neu aufstellen. Der Verkaufsprozess verlaufe nach Plan, hieß es nun. Eine neue Firmenstruktur mit vier Divisionen werde im April eingeführt. ABB führt die Stromnetzsparte nun unter der Rubrik „nicht mehr fortgeführte Geschäfte“ und hat sein Zahlenwerk zur Vergleichbarkeit entsprechend angepasst.

Dürr verspricht Besserung nach Gewinneinbruch

Nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr hat der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr einen Anstieg des operativen Gewinns in Aussicht gestellt. Auch dank eines Zukaufs will der Spezialist für Autolackieranlagen und Holzverarbeitungsmaschinen 2019 beim Umsatz die Schwelle von vier Milliarden Euro schaffen. Die Ebit-Marge soll auf 6,5 bis 7,0 Prozent steigen nach einem Rückgang um fast zwei Prozentpunkte auf 6,0 Prozent 2018, kündigte Dürr am Donnerstag an. Der Konzern litt im vergangenen Jahr unter einer Flaute im Autozuliefergeschäft und dem Verkauf des defizitären Gasturbinengeschäfts.

An der Börse schoss die Dürr-Aktie zu Handelsbeginn um sechs Prozent in die Höhe und zählten damit zu den größten Gewinnern im Nebenwerteindex MDax.

Das operative Ergebnis (Ebit) sank 2018 um 18,6 Prozent auf 233,5 Millionen Euro trotz eines leichten Umsatzanstiegs auf 3,93 Milliarden Euro. Das Nachsteuerergebnis brach ebenso stark wie das Betriebsergebnis ein auf 163,5 Millionen Euro. Mittlerweile zog der Auftragseingang aus der Autoindustrie aber wieder an. „Wir profitieren von steigenden Investitionen in Produktionstechnik für Elektroautos“, erklärte Vorstandschef Ralf Dieter. Der Markteintritt neuer Elektroautohersteller verschaffe dem Unternehmen neue Kunden wie Sokon oder Future Mobility Corporation aus China.

Für das laufende Jahr erwartet Dieter ein konstantes Investitionsniveau in der Autoindustrie, allerdings nur, wenn sich die Konjunktur nicht stärker als erwartet abkühle. Beim Auftragseingang peilt Dürr eine Spanne von 3,8 bis 4,1 Milliarden Euro an. Im vergangenen Jahr stiegen Auftragseingang und Erlöse leicht auf jeweils rund 3,9 Milliarden Euro, wobei Währungseffekte das Wachstum bremsten.

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