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Air Berlin vor Ende der Bieterfrist „Alle Bekloppten haben sich gemeldet“

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Niki Lauda oder Easyjet: Wer bekommt die Reste?

Chancen: Die Lufthansa will es und das Gros der Politprominenz will es. Mitbewerber, Kartellrechtler und Verbraucherschützer raufen sich freilich die Haare ob des kommenden "Champions der deutschen Luftfahrt". Sie können aber vermutlich höchstens den möglichen Schaden begrenzen. Dass die Lufthansa ein ordentliches Stück von der Insolvenzmasse bekommt, scheint unausweichlich. Doch im Bieterwettbewerb könnte Lufthansa nur die Hälfte der erhofften Air Berlin Anteile in der Größenordnung von bis zu 50 Jets bekommen. Und wenn es ganz schlecht läuft auch gar nichts. 

Die Erfüllungsgehilfen

Denn weil die Marktwächter eine Komplettübernahme von Air Berlin ausgeschlossen haben, muss mindestens eine weitere Fluggesellschaft einen Teil bekommen:

Team Lauda: Das Konsortium aus Lauda und Thomas Cook interessiert sich vor allem für den Niki genannten Ferienflieger, mit dem Air Berlin auch die Verbindungen abseits ihrer Drehkreuze Düsseldorf und Berlin-Tegel abflog. Dafür dürften das alpenländisch-britische Team die größten Chancen haben. Zwar hat sich der Reisekonzern bisher noch nicht offiziell geäußert. Doch anders als sein alpenländischer Partner haben Condor-Chef Ralf Teckentrup und sein Team den nötigen Stand im Reisemarkt um die Kapazität ihres Air-Berlin-Teils zu vermarkten.

Chancen: Gut. Die Kombi Lauda/Cook bietet eine von der Politik gewünschte heimische Lösung. Der Verbund dürfte die übernommenen Teile zu einem Billigflieger umbauen. Sie würden auch neue Strecken bedienen und bestehende länger anbieten – und so eine verlässliche Konkurrenz zu Lufthansa/Eurowings darstellen.

Die Chronik von Air Berlin

Easyjet: Europas größter Billigflieger hat sich als einziger Favorit nicht mal indirekt zu seinem Übernahmeangebot geäußert. „Sie waren aber im Datenraum“, bestätigt ein Insider. Easyjet interessiere sich vor allem die Flüge ab Düsseldorf. „Hier eine große und zu verteidigende Basis aufzubauen, passt perfekt in deren Strategie“, heißt es in einer Studie der Investmentbank HSBC. Dabei könnte Easyjet auch erstmals innerdeutsche Flüge aufnehmen. „Das ist zumindest auf den stark frequentierten Strecken ein interessanter Markt“, sagte die scheidende Konzernchefin Carolyn McCall der WirtschaftsWoche im Frühjahr 2016.  

Chancen: Fast so gut wie bei Niki Lauda und Condor. Easyjet hat angesichts seiner starken Finanzen das Geld, um fast jeden Kaufpreis zu zahlen. Gegen Easyjet spricht allerdings, dass sie in der Vergangenheit auch viele Routen aufgegeben hat.

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