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Air Berlin „Wir sind noch nicht am Ziel unserer Verhandlungen“

Bis zum 12. Oktober verhandelt Air Berlin weiter über seine Aufteilung – aber vorerst nur noch mit der Lufthansa und Easyjet. Woran die Fluggesellschaften interessiert sind – und wie es mit den Mitarbeitern weitergeht.

Air Berlin Quelle: dpa

Die insolvente Fluglinie Air Berlin bleibt im Verkaufsprozess auf Kurs. Der Aufsichtsrat des Unternehmens stimmte dem Plan zu, über den Verkauf des Fluggeschäfts weiter mit der Lufthansa und dem Billigflieger Easyjet zu verhandeln. Das teilte Air Berlin am Montag mit. Die Verhandlungen sollen bis zum 12. Oktober dauern, Teilverkäufe sind möglich. Zum Kaufpreis von Lufthansa und Easyjet äußerte sich die Airline nicht. „Wenn die Abschlüsse wie geplant finalisiert werden, besteht eine gute Chance, den KfW-Kredit zurückzuzahlen“, heißt es lediglich.

Damit stellte sich der Aufsichtsrat hinter die Entscheidung der vorläufigen Gläubigerausschüsse vom Donnerstag. Für die weiteren Teilbereiche wie die Air Berlin Technik sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

Air Berlin sieht im laufenden Verkaufsprozess gute Jobperspektiven für 80 Prozent der Beschäftigten. „Es wird uns nicht möglich sein, alle Arbeitsplätze zu erhalten“, teilte Sachwalter Lucas Flöther mit. Mehrere tausend Beschäftigte können demnach aber bei der Lufthansa unterkommen. „Wir sind noch nicht am Ziel unserer Verhandlungen“, sagte der Generalbevollmächtigte Frank Kebekus. „Ein stabiler Flugbetrieb in den kommenden Tagen und Wochen ist Grundvoraussetzung für den Erfolg.“

Mit den beiden Hauptpaketen für die „ausgewählten Bieter“ zeichnet sich eine Zukunft für große Teile von Air Berlin ab – aber längst nicht für alle. Ein Überblick, wie sich die Aufteilung derzeit abzeichnet.

Paket I: Lufthansa

Die Lufthansa hat bereits 38 Maschinen von Air Berlin geleast und will diese auch behalten. Dazu will Deutschlands größte Airline 20 bis 40 weitere Flugzeuge, die größtenteils von der Air-Berlin-Tochter Niki stammen. Zum Lufthansa-Paket gehören nach Angaben der Insolvenzverwalter auch einige Flugzeuge der von Air Berlin selbst und der Air-Berlin-Tochter Walter. Walter betreibt 20 Propellermaschinen für Regionalflüge.

Für die Langstrecke – Air Berlin hatte 17 Airbus A330 in der Flotte – hat Lufthansa-Chef Carsten Spohr nach eigener Aussage gar nicht erst geboten.

Die Flotte von Air Berlin

Sollte aber selbst die Übernahme der weiteren 20 bis 40 Flieger aus kartellrechtlichen Gründen nicht möglich sein, käme Spohr wohl auch ohne die Verstärkung ganz gut aus. „Wir wollen eine teilweise Übernahme von Air Berlin nicht klein reden“, sagte der Lufthansa-Chef in der vergangenen Woche.

Doch auch wenn in seinem Konzern derzeit rund 100 Mitarbeiter am Projekt Air Berlin arbeiten: „Die Zukunft von Eurowings wird nicht vom Ausgang des Verfahrens abhängen“, sagt Spohr. Falls das dem ein oder anderen noch zu verklausuliert war, legte Spohr nach: Ohne Air-Berlin-Teile, so Spohr „wachsen wir organisch. Wir erwarten einen Marktaustritt von Air Berlin“ und darum sei „Raum im Markt“, den Eurowings so oder so füllen werde.

Eurowings bereitet sich bereits auf die Übernahme weiterer Jets und Mitarbeiter vor: Inzwischen seien mehr als 1000 Stellen ausgeschrieben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Bislang seien bereits 1500 Bewerbungen eingegangen. Im Vergleich zu der vorherigen Ausschreibung sind jeweils 100 zusätzliche Stellen in Cockpit und Kabine sowie 200 Jobs am Boden neu hinzugekommen.

Selbst wenn Spohr keine weiteren Jets aus Air-Berlin-Beständen genehmigt bekommt, ist er dennoch an anderen Teilen der Insolvenzmasse interessiert: den Landerechten. Damit Eurowings wachsen kann, benötigt der Lufthansa-Ableger neben Jets und Crews auch die Start- und Landerechte zu attraktiven Zeiten. Und hier hakt es offenbar noch, wie der Blick auf den nächsten Mitbewerber zeigt.

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