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Bahn will nachbessernGDL erklärt Tarifverhandlungen mit Bahn für gescheitert

Weil die Deutsche Bahn kein neues Angebot vorgelegt hat, erklärte die Lokführergewerkschaft GDL die Tarifverhandlungen für gescheitert. Die Bahn kündigte infolgedessen an, ein besseres Angebot bald vorlegen zu wollen. 12.12.2018 - 10:37 Uhr aktualisiert

Die Lokführergewerkschaft GDL unter der Leitung von Claus Weselsky vertritt rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Foto: dpa

Die Lokführergewerkschaft GDL hat die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn für gescheitert erklärt. Das staatlich kontrollierte Unternehmen habe bis zum Mittwochmorgen kein neues Angebot abgegeben teilte die Gewerkschaft am Verhandlungsort in Eisenach mit. Sie wolle nun das weitere Vorgehen beraten. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte die Bahn am späten Dienstagabend ultimativ aufgefordert, ein verbessertes Lohnangebot vorzulegen. Zu einem Streik darf sie nach geltender Vereinbarung erst nach einem Ende der Schlichtung aufrufen.

„In diesem Jahr wird es voraussichtlich keine Streiks mehr geben“, sagte eine GDL-Sprecherin. Auch Mitglieder der GDL-Verhandlungsgruppe schlossen Streiks bis zum Jahresende aus. „Die gibt es definitiv nicht“, hieß es.

Die Verhandlungsgruppe warte nun auf ein neues Bahn-Angebot. Vielleicht gebe es ja noch am Mittwoch Bewegung, hieß es in Eisenach. Die Deutsche Bahn kündigte an, die GDL wieder an den Verhandlungstisch zurückholen zu wollen. „Ich gehe davon aus, dass wir mit einem verbesserten Angebot auch da den Gesprächsfaden wieder aufnehmen können“, sagte Personalvorstand Martin Seiler kurz darauf in Berlin. Dort sollten die Verhandlungen mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) fortgesetzt werden. Auch die EVG erhalte ein neues, verbessertes Angebot. Zum Inhalt wollte sich Seiler zunächst nicht äußern.

Zugausfälle bei der Bahn

Der Warnstreik ist zu Ende, das Chaos bleibt

Der GDL-Bundesvorsitzende Claus Weselsky betonte in Eisenach: „Der Ball liegt auf der Seite der Deutschen Bahn AG. Der Arbeitgeber hat es in der Hand, ein verbessertes Angebot vorzulegen, sonst werden wir im Januar über weitere Schritte entscheiden.“

Weselsky sagte, eigentlich habe er erwartet, dass ein Tarifabschluss ohne Arbeitskampf erzielt werden kann. Deshalb habe die Gewerkschaft fünf Verhandlungsrunden ohne Angebot der Bahn „mit Geduld und Gelassenheit ertragen“.

Die GDL war wie die EVG vor zwei Monaten mit einer Forderung nach 7,5 Prozent mehr Einkommen in die Tarifrunde eingestiegen. Die Lokführergewerkschaft vertritt rund 36.000 Beschäftigte des Zugpersonals, darunter vor allem Lokführer, Zugbegleiter und Bordgastronomen.

Die Bahn hatte eine Einkommenserhöhung in zwei Stufen angeboten: 2,5 Prozent zum 1. März 2019, weitere 2,6 Prozent zum 1. Januar 2020, bei einer Vertragslaufzeit von 29 Monaten. Für die Monate Oktober 2018 bis Februar 2019 sollte eine Einmalzahlung von 500 Euro hinzukommen.

Die EVG, die etwa 160.000 Beschäftigte der Deutschen Bahn im Inland vertritt, hatte die vierte Verhandlungsrunde am Samstag in Hannover abgebrochen. Als Grund gab sie ein zu niedriges Lohnangebot an. Mit einem Warnstreik am Montag erhöhte die Gewerkschaft dann den Druck auf den Arbeitgeber. Der vierstündige Ausstand legte den Zugverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahm.

Die EVG verlangte zuletzt für die erste Erhöhungsstufe 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten. Zumindest sollte eine 3 vor dem Komma stehen, hieß es bei der EVG. Je länger die Laufzeit eines Vertrages ist, desto geringer fällt die effektive Lohnerhöhung aus.

Die Bahn strebt an, bei den übergreifenden Tariffragen wie dem Entgelt mit EVG und GDL gleiche Abschlüsse zu erzielen. Bahn-Personalvorstand Martin Seiler hat mehrmals klargemacht, er wolle möglichst mit beiden Gewerkschaften „für gleiche Berufsgruppen auch zu vergleichbaren Ergebnissen kommen“.

dpa
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