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Brexit Quelle: dpa

Wie viele Unternehmen heute schon unter dem Brexit leiden

Jedes fünfte Unternehmen gibt an, aufgrund des anstehenden Brexits mit Investitionen zurückhaltender zu sein. Diese Unternehmen sitzen allerdings nicht etwa in Großbritannien, sondern in Deutschland.

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Die Verhandlungen zum Brexit dauern noch nicht so lange an wie der Bau des Berliner Flughafens, doch irgendwie würde es einen auch nicht allzu sehr wundern, wenn noch weitere Jahre vergehen, bis ein Kompromiss gefunden wird.

Und obwohl noch gar kein fester Plan beschlossen wurde, wie genau die Briten die Europäische Union verlassen sollen, hat der Brexit jetzt schon Konsequenzen. Manche Unternehmen verlegen ihren Sitz von Großbritannien in andere EU-Länder. Andere horten tonnenweise Produkte im Vereinigten Königreich, um bei einem Brexit auf erschwerte Import-/Export-Bedingungen vorbereitet zu sein.

Und wie ist die Stimmung bei deutschen Unternehmen, wenn sie an den Brexit und an ihre Zukunftsaussichten denken? Genau dazu haben wir 531 Unternehmensentscheider befragt, die in ihren Firmen mit unterschiedlichen Mitarbeiter- und Umsatzzahlen arbeiten. Das Ergebnis: Zwar sehen die meisten dieser Unternehmen keine Nachteile durch den Brexit. Eine bemerkenswerte Anzahl allerdings schon.

Jedes dritte Unternehmen befürchtet direkte negative Auswirkungen

So gab mit 36 Prozent mehr als jeder dritte Unternehmensentscheider an, indirekte negative Auswirkungen auf das eigene Business zu erwarten – beispielsweise, weil Dienstleistungen oder Produkte für Drittfirmen, die für den britischen Markt produzieren, gar nicht mehr oder in geringerem Maße bestellt werden. Etwas weniger, 28 Prozent, befürchten (tendenziell) direkte negative Auswirkungen des Brexits „auf das Alltagsgeschäft meines Unternehmens“.

Allein diese Aussagen zeigen, wie sehr der Brexit die deutschen Unternehmen beschäftigt. Und tatsächlich haben manche auch schon Konsequenzen gezogen: Jeder fünfte Entscheider gibt an, dass sein Unternehmen aufgrund des Brexits mit Investitionen zurückhaltender ist. Letzteres wiederum trifft am ehesten Deutschland: Die meisten deutschen Unternehmen, die ihre Investitionen überdenken oder gar reduzieren, sprechen dabei nicht von Auslandsinvestitionen, sondern von Investitionen in Deutschland, die wegfallen könnten – gefolgt von Großbritannien.

Zurückhaltung bei der Beauftragung von Dienstleistern

Die meisten Unternehmen merken vom Brexit im Unternehmensalltag nichts. Doch 18 Prozent der Befragten sagen, der eigene Vertrieb würde weniger Verkaufs- und Beratungstermine wahrnehmen. Eine praktische negative Konsequenz für den Unternehmensalltag also – in bemerkenswertem Ausmaß, wenn man bedenkt, dass sich rein rechtlich noch nichts geändert hat und eine noch nicht weiter bekannte Veränderung für die Zukunft erwartet wird.

Ähnlich viele Firmen bemerken, dass Dienstleistungen und Produkte seltener gefragt sind und dass sich das eigene Unternehmen bei der Beauftragung von Dienstleistern ebenfalls zurückhält.

Die Antworten zeigen: Der Brexit wirft seinen Schatten voraus und bringt für viele Unternehmen heute schon Einbußen mit sich. Ihnen dürfte daran gelegen sein, dass die unsichere politische Situation möglichst schnell verbindlich geregelt wird.

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