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Deutsche Bahn So schreitet die Digitalisierung der Güterzüge voran

DB: Deutsche Bahn kommt mit Digitalisierung ihrer Güterzüge voran Quelle: dpa

Die Deutsche Bahn hat die Hälfte ihrer Güterwagen mit vernetzter Sensorik aufgerüstet. Die intelligenten Waggons sollen ein langfristiges Ziel ermöglichen: Mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

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Wo ist die Fracht? Sind alle Container verschlossen? Funktioniert die Kühlung des Ladegutes? Informationen, wie sie moderne, vernetzte Logistik-LKW seit langem von deutschen Straßen in die Speditionen funken, waren bei der Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn, DB Cargo, lange Zeit nicht zu bekommen. Um den technologischen Rückstand zum Straßentransport aufzuholen, rüstet die Bahn derzeit Zehntausende Güterwagen im Projekt „Wagon Intelligence“ mit modernster Telematik und intelligenter Sensorik auf.

Gut zwei Jahre nach dem Projektstart hat die Bahn nun in Seelze bei Hannover Halbzeitbilanz gezogen. Auf dem Rangierbahnhof westlich der niedersächsischen Hauptstadt präsentierte DB-Cargo-Produktionsvorstand Marek Staszek am Dienstag den 34.000 digitalisierten Güterwaggon. „Damit ist die Hälfte unseres Wagenparks mit vernetzter Sensorik ausgerüstet. Und bis Ende 2020 wird die komplette Flotte von rund 68.000 Wagen in Deutschland digital unterwegs sein.“

Die Vernetzung der DB-Cargo-Wagen ist Teil der großen Digitalisierungsinitiative, mit der die Deutsche Bahn derzeit Netz und Wagenpark mit Milliardenaufwand aufrüstet. Sensoren und Mikrofone, selbstlernende Software und eine intelligente, vorausschauende Wartung sollen Züge pünktlicher und Gleise langlebiger machen.

An Brücken und Zügen soll der Zustand von Schienen, Weichen und des Gleisbetts sowie der Wagons nahezu in Echtzeit erfasst werden. Dank Vernetzung und Digitalisierung soll es möglich werden, die Strecken schonender zu betreiben, sie effizienter zu warten und drohende Störungen bereits so frühzeitig zu erkennen, dass die Reparaturen den Betrieb kaum noch beeinträchtigen werden. Kaputte Züge sollen identifiziert werden, bevor sie mitten auf der Strecke liegen bleiben.

Zu erfassen, was, wo und mit welcher Ladung passiert, das ist auch Aufgabe der neuen Telematik- und GPS-Module und der Funketiketten für RFID- und NFC-Technik, die die analogen Güterwagen mit der vernetzen Welt verbinden sollen. Über Mobilfunk senden die so ausgerüsteten Waggons dann alle paar Minuten während der Fahrt sowie zusätzlich bei Start, Stopp oder heftigeren Stößen kurze Zustandsmeldungen. Daneben übermitteln sie der Bahn und deren Kunden Informationen zum Beladungszustand, Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Bewegung bei sensiblen Ladegütern.

Insgesamt fließe „ein hoher zweistelliger Millionen-Euro-Betrag in das Projekt,“ so Bahnmanager Staszek, „um so dauerhaft mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern“.

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