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Geldtransport-WarnstreiksKaum Bargeldknappheit für Verbraucher

Sie bereiten Geldtransporte vor, zählen Scheine und Münzen und fahren die gepanzerten Lieferwagen: Wenn die Mitarbeiter der Geld- und Wertdienste-Branche streiken, bekommen Automaten und Geschäfte kein frisches Bargeld. 02.01.2019 - 14:41 Uhr aktualisiert

Eine Bankkundin steckt ihre Girokarte in einen Geldautomaten.

Foto: dpa

Viele Geldautomaten und Banken haben am Mittwoch wegen Warnstreiks der Geldtransporter-Fahrer kein frisches Bargeld bekommen. Bundesweit seien Hunderte Transporte ausgefallen, sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes der Deutschen Presse-Agentur. Es seien mehr Fahrer von Geldtransportern, Geldzähler und Vorbereiter in den Streik getreten, als die Gewerkschaft erwartet habe. Zahlreiche Banken bekamen somit kein frisches Bargeld, Händler konnten teilweise die Tageseinnahmen nicht abholen lassen.

„Flächendeckend halten sich die Auswirkungen für Verbraucher in Grenzen“, sagte Silke Wollmann, Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW). Vor allem in den östlichen Bundesländern sei die Streikbeteiligung vielerorts gering oder sogar bei null gewesen. In Bayern dagegen fielen nach Angaben des zuständigen Verdi-Vertreters rund 80 Prozent der geplanten Geldtransporte aus.

Aber was passiert, wenn aus einem Streiktag zwei oder drei Tage werden? In Bayern, Berlin und Rostock etwa kündigte die Gewerkschaft an, dass der Warnstreik an diesem Donnerstag fortgesetzt werde. Ob bundesweit am Donnerstag und vielleicht auch am Freitag weitergestreikt werde, steht aber laut Peukes noch nicht fest. „Die Stimmung ist so, dass die Leute morgen weitermachen wollen“, sagte Peukes. „Aber es gibt auch Standorte, die nur einen Tag streiken wollen.“ In Hamburg sagte die Verdi-Vertreterin, dass für Donnerstag vorerst kein weiterer Warnstreik geplant sei, auszuschließen sei er aber auch noch nicht.

42 Prozent der Bürger lagern ihr Bargeld aus Verunsicherung zu Hause. Das zeigt eine Studie des Versicherungsportals knip, für die über 1000 deutsche Verbraucher befragt wurden. Das Ergebnis: Durchschnittlich 1115 Euro bewahren die Deutschen in den eigenen vier Wänden auf. Das Erstaunliche daran: Nicht nur Senioren (46 Prozent) vertrauen auf häusliche Hausverstecke, sondern vor allem auch junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren. In dieser Altersgruppe bewahrt fast jeder Zweite (47 Prozent) erhebliche Summen zu Hause auf.

Foto: CLARK/obs

Bei der Wahl des Geld-Verstecks lassen die Deutschen wenig Kreativität walten: Schmuckdosen halten immerhin zwei Prozent der Bundesbürger für einen geeigneten Ort, um Geldreserven zu bunkern.

Foto: Fotolia

Ein etwas größerer Anteil – nämlich vier Prozent der Deutschen – bewahren ihren Notgroschen im Schuhschrank auf.

Laut Versicherungsexperte Marcus Ruske bergen solche einfachen privaten Verstecke allerdings hohe Risiken. „Gerade junge Menschen sind oftmals nicht ausreichend versichert." Der Experte rät deshalb zu einer umfangreichen Hausratversicherung, die Bar-Reserven von bis zu 1500 Euro und Wertsachen wie Schmuck oder Geldkarten abdeckt.

Foto: Fotolia

Auf die traditionelle Spardose greifen laut Erhebung auch heutzutage immerhin noch fünf Prozent der Verbraucher in Deutschland zurück.

Foto: dpa

Sechs Prozent der Verbraucher bewahren Bares in einem Tresor auf. Das ist – zumindest im Gegensatz zum Sparschwein oder Schuhschrank – die sicherere Variante. Potenzielle Einbrecher haben hier kein allzu leichtes Spiel.

Foto: dpa/dpaweb

Etwas kreativer sind immerhin sieben Prozent der Bundesbürger, die laut Befragung Cash im Spülkasten der Toilette verstecken.

Foto: dpa

Handelsübliche Vorratsdosen aus der Küche wählen – so das Ergebnis der Studie – neun Prozent der Deutschen als Versteck für Erspartes.

Foto: Fotolia

Auch die Matratze steht hoch im Kurs: Rund zehn Prozent der Deutschen verstecken ihre Geldreserven dort.

Foto: Fotolia

Dicht gefolgt vom Kleiderschrank, den elf Prozent der Verbraucher wählen, um Bares zu lagern. Das macht ihn zum drittbeliebtesten Versteck in Deutschlands Haushalten.

Foto: Fotolia

In der Umfrage als "sonstige Verstecke" betitelte Orte wählen 22 Prozent der Verbraucher für ihr Bargeld. Das kann das Marmeladenglas in der Küche, aber auch das Sofapolster sein.

Foto: dpa

Spitzenreiter ist der Kühlschrank. Fast jeder vierte Sparer (24 Prozent) lagert seinen Notgroschen in diesen kühlen Gefilden.

Wer sich vor Wohnungseinbrüchen schützen möchte, sollte laut Experten allerdings besser auf Bereiche des Hauses setzen, die schwer zugänglich sind. So zum Beispiel alte Koffer auf dem Dachboden, leere Shampoo-Flaschen im Bad oder Buchseiten in einem großen Bücherregal.

Foto: dpa

„Es gibt keine Bargeldknappheit im Handel oder überlaufende Tresore in den Supermärkten – auch nicht bei drei Streiktagen“, sagte BDGW-Sprecherin Wollmann. Es könne aber passieren, dass einem Automaten mal die Scheine ausgingen und Kunden dann zum nächsten müssten.

Ähnlich äußerte sich die Deutsche Kreditwirtschaft als Interessenvertretung der fünf kreditwirtschaftlichen Spitzenverbände. Es gebe keine Anhaltspunkte für größere Auswirkungen, punktuell könnte es aber zu Einschränkungen in der Bargeldversorgung an Geldautomaten kommen, hieß es.

Der Handelsverband Deutschland rechnete wegen der zeitlichen Begrenzung des Warnstreiks nicht mit Auswirkungen für den Handel, wie ein Verbandssprecher sagte.

Immer mehr Supermärkte ermöglichen ihren Kunden auch das Geldabheben an der Kasse. „Das ist zwar auch ein Teil des Problems, warum es der Branche nicht gut geht“, sagte BDGW-Sprecherin Wollmann. „Aber an Tagen wie heute kann es auch positiv sein.“

Mit den bundesweiten Warnstreiks will Verdi den Druck in der laufenden Tarifrunde erhöhen. Die Tarifverhandlungen für die 12.000 Beschäftigten der Branche werden am Donnerstag und Freitag in Berlin fortgesetzt.

Verdi fordert eine Erhöhung des Stundenlohns um 1,50 Euro für zwei Jahre in Folge sowie die Angleichung der Gehälter in den neuen Bundesländern. Laut Verdi liegen die Gehälter für die Geldzähler und Geldtransportfahrer im Osten bei 1800 bis 2400 Euro und im Westen bei 2200 bis 2900 Euro brutto pro Monat. Außerdem soll eine Allgemeinverbindlichkeit des Tarifvertrages für die gesamte Branche erreicht werden.

dpa
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