Globus Brite baut exklusive Erdkugeln

Peter Bellerby setzt einen Kontrapunkt zur seelenlosen Massenware: Der Brite baut in seiner Manufaktur Globen – und kommt mit der Produktion der exklusiven Liebhaberstücke kaum nach. Die Geschichte einer zufälligen Marktlücke.

Globus-Manufaktur in London bis ins kommende Jahr ausgebucht. Quelle: Stuart Freedman

Peter Bellerby wirkt müde, aber zufrieden. Er sitzt auf einem Sofa, eingemummelt in eine flauschige Sweatjacke und einen dicken Schal, in der Hand eine Tasse Tee mit Milch. „Wir haben so viel zu tun“, sagt er, „bis zum April 2016 sind wir schon ausgebucht.“ In ihrer kleinen Werkstatt in der Bouverie Mews im Londoner Stadtteil Stoke Newington stellen Bellerby und seine sieben Mitarbeiter Globen her.

Erstaunlich: In Zeiten, in denen die Menschen bei Google Maps nach der richtigen Route suchen und sich im Straßenverkehr auf die Ansagen ihrer Navigationsgeräte verlassen, gibt es eine achtmonatige Warteliste für handgefertigte, kugelförmige Modelle der Erde, von denen manche so teuer sind wie eine Luxuslimousine. Noch dazu mit Namen, die eher antiquiert wirken – „Galileo“, „Churchill“ oder „Britannia“.

Die teuersten Auktionen der Welt
Zwei seltene Bilder von Andy Warhol sind in New York für insgesamt 151,5 Millionen Dollar (rund 121 Millionen Euro) unter den Hammer gekommen. Die Porträts „Triple Elvis“ und „Four Marlons“ befanden sich im Besitz des deutschen Casinobetreibers Westspiel, der sie in den 1970er Jahren erstanden hatte. Bei der Auktion von Christie's brachte „Triple Elvis“ 81,9 Millionen Dollar ein, „Four Marlons“ 69,6 Millionen. Die fast 2,13 Meter hohen Porträts gehören zu den berühmtesten Werken Warhols. Quelle: AP
Édouard Manets 1881 entstandenes Bild „Le Printemps“ (Der Frühling) brachte bei Christie's mehr als 65,1 Millionen Dollar (52 Millionen Euro). Gerechnet hatte der Kunsthändler mit der Hälfte. Der bisherige Auktionsrekord für den französischen Impressionisten lag bei 33 Millionen Dollar. Das Bild war mehr als ein Jahrhundert in Privatbesitz, seit 1909. Es zeigt eine junge, ernst blickende Frau in Sonntagskleidung in einem Meer von Blumen. Ursprünglich hatte Manet alle vier Jahreszeiten malen wollen, es wurden dann aber doch nur „Frühling“ und „Herbst“. „Der Frühling“ gilt als eines von Manets Meisterwerken. Ein Jahr vor dem Tod des Malers war es 1882 im Salon de Paris präsentiert worden. Es zeigt die Schauspielerin Jeanne Demarsy mit Haube und in einem geblümten Kleid und weckt - wie der Name des Bildes bereits vermuten lässt - Erinnerungen an den Frühling. Manet hatte beabsichtigt, Werke zu allen vier Jahreszeiten anzufertigen - fertigstellen konnte er allerdings nur seine Gemälde zum Frühling und zum Herbst. Manet starb im Jahr 1883 bereits im Alter von 51 Jahren. „Der Frühling“ befand sich seit 1909 in einer amerikanischen Privatsammlung. In den vergangenen zwei Jahrzehnten war das Bild an die nationale Kunstgalerie in den USA ausgeliehen worden. Quelle: Reuters
Wie das Auktionshaus Sotheby's mitteilte, wurde die British Guiana One-Cent Magenta von 1856 in New York für 9,5 Millionen Dollar (7,0 Millionen Euro) versteigert. Es ist das vierte Mal, dass sie in ihrer langen Geschichte den Auktionsrekord für eine einzelne Briefmarke erobert hat. Der Käufer wollte laut Sotheby's anonym bleiben. Der stellvertretende Vorsitzende von Sotheby's, David Redden (im Bild), bezeichnete die Auktion als „wahrhaft großen Moment für die Welt der Briefmarkensammler“. Quelle: AP
Die 2,5 mal 3,2 Zentimeter One-Cent Magenta war seit 1986 nicht mehr öffentlich zu sehen. Es ist die einzige wichtige Briefmarke, die in der privaten Briefmarkensammlung der britischen Königsfamilie fehlt. David Beech, der frühere Kurator der Britischen Bibliothek, sagte, ein Kauf dieser Briefmarke sei mit dem des berühmten Gemäldes der „Mona Lisa“ vergleichbar. Quelle: dpa
Zwei Werke aus Andy Warhols Serie „Death and Disaster“ haben bei einer Auktion in New York zusammen mehr als 100 Millionen Dollar (73 Millionen Euro) erlöst. „Race Riot, 1964“ wechselte am 13. Mai bei Christie's in New York für 62,9 Millionen Dollar den Besitzer und brachte damit weit mehr als die zuvor geschätzten 45 Millionen. Auch Warhols „White Marilyn“-Gemälde, das kurz nach dem Selbstmord von Marilyn Monroe im Jahr 1962 entstanden war, lag mit 41 Millionen Dollar mehr als 20 Millionen über dem erwarteten Erlös. Quelle: AP
Der Jahrgang 1947 gilt als einer der besten für die Weine des Château Cheval Blanc. Bereits im Dezember hat eine Kiste mit zwölf Flaschen beim Auktionshaus Christie's in Frankreich über 131.000 Euro erzielt, der Verkauf wurde aber erst jetzt bekannt. Der Weinhändler Aubert Bogé von Millésimes, der die Kiste kaufte, hält das sogar für relativ günstig: "Der Preis könnte hoch erscheinen, aber angesichts des wahren Wertes des Weins ist er nicht exzessiv", sagte er. Den Rekord für den teuersten Wein kann die Versteigerung aber nicht brechen: der wird ebenfalls von einem Château Cheval Blanc 1947 gehalten. Eine Sechs-Liter-Flasche erzielte im Jahr 2010 in Genf einen Auktionserlös von umgerechnet rund 221.800 Euro. Quelle: Screenshot
Ein Gemälde des US-Malers Edward Hopper ist in New York für umgerechnet 30 Millionen Euro versteigert worden. Das ist der höchste Auktionspreis, der je für ein Werk des New Yorker Künstlers erzielt wurde, wie Christie's mitteilte. Unter den Hammer kam das melancholische Gemälde „East Wind Over Weehawken“ von 1934, das eine vom Hudson River umsäumte Straße in einer Stadt in New Jersey zeigt. Sein Schätzwert lag zwischen 22 Millionen (rund 16,1 Millionen Euro) und 28 Millionen Dollar. Der Verkaufserlös soll in die Schaffung einer neuen Stiftung der Kunstakademie von Pennsylvania fließen, in deren Besitz sich das Gemälde bislang befand. Der Käufer von „East Wind Over Weehawken“ blieb anonym. Quelle: dpa
Das „Bay Psalm Book“ hat den Rekord für das teuerste gedruckte Buch gebrochen. Für knapp 14,2 Millionen Dollar (10,5 Millionen Euro) wurde eines der letzten Exemplare des ersten auf dem Gebiet der heutigen USA gedruckten Buches in New York versteigert. Dabei verfehlte das 1640 gedruckte Buch der Psalmen allerdings die Erwartungen von Sotheby's. Das Auktionshaus hatte einen Schätzwert von 15 bis 30 Millionen angegeben. Damit hätte das seltene Werk das teuerste Buch der Welt überhaupt werden können. Das bleibt nun aber „Codex Leicester“ mit Notizen, Skizzen und Zeichnungen von Leonardo da Vinci. Dafür zahlte Microsoft-Gründer Bill Gates vor 19 Jahren 30,8 Millionen Dollar. Die gebundenen Blätter sind aber handgeschrieben. Das „Bay Psalm Book“ ist eine englische Übersetzung des hebräischen „Buches der Psalmen“. Es ist handgebunden, elf der einst 1700 Exemplare sind bis heute erhalten. Gekauft wurde das Werk vom Investmentbanker und Milliardär David Rubenstein. Der Philanthrop aus den USA gab bekannt, dass er das Buch mit der Öffentlichkeit teilen wolle. Es solle zum Beispiel in Museen ausgestellt werden und für jedermann zugänglich sein. Quelle: AP
Die Kunstwelt hat einen neuen Auktionsrekord: Für 142,4 Millionen Dollar (106 Millionen Euro) ist das Triptychon „Three Studies of Lucian Freud“ von Francis Bacon im Auktionshaus Christie's versteigert worden. Damit ist das 1969 entstandene Werk das teuerste, das je bei einer Auktion verkauft wurde. Mit dem erzielten Preis liegt das Triptychon gut 22 Millionen Dollar über dem vor eineinhalb Jahren versteigerten „Schrei“ von Edvard Munch, der bislang das teuerste je versteigerte Bild war. Quelle: dpa
Die drei Bilder Bacons zeigen den in Berlin geborenen britischen Maler Lucian Freud, ein Enkel des Psychoanalytikers Sigmund Freud und Malerkollege von Bacon. Beide malten sich mehrfach gegenseitig. Die drei Bilder des Triptychons sind jeweils zwei Meter hoch und fast eineinhalb Meter breit. Sie zeigen den sitzenden Freud - das Gesicht wie bei Bacon üblich entstellt und übermalt. Christie's nennt das Werk „eine der wichtigsten und interessantesten Arbeiten Francis Bacons“. Quelle: Reuters
Ein seltener orangefarbener Diamant ist in Genf für eine Rekordsumme von 35,5 Millionen Dollar (rund 26,5 Millionen Euro) versteigert worden. Noch nie sei bei einer Auktion eine so hohe Summe pro Karat für ein buntes Juwel auf den Tisch gelegt worden, teilte Christie's mit. Demnach hat der birnenförmige Diamant 14,82 Karat. Mit seinem Rekordpreis sei er in die Topliga der großen rosafarbenen und blauen Diamante aufgestiegen, die traditionell die beliebtesten bunten Stücke seien, sagte der Chef der Juwelen-Abteilung von Christie's, François Curiel. Quelle: AP
Seltene rote und pinkfarbene Diamanten haben bei einer Auktion in Australien außergewöhnlich hohe Preise erzielt. Ein Diamant sei für mehr als zwei Millionen Dollar ( 1,5 Millionen Euro) versteigert worden, teilte Rio Tinto, Besitzer des Diamantenbergwerks Argyle im Nordwesten Australiens, mit. Den größten Erlös erzielten die Diamanten "Argyle Phoenix" und der "Argyle Dauphine". Beim "Argyle Phoenix" handelte es sich um einen von drei angebotenen Steinen, die eine besonders tiefe, fast rot erscheinende Färbung aufwiesen. Das Stück mit 1,56 Karat wurde für mehr als zwei Millionen Dollar verkauft, ebenso wie der rosafarbene "Argyle Dauphine" mit 2,51 Karat. Insgesamt versteigerte Rio Tinto nach eigenen Angaben 64 Diamanten zwischen 0,2 und 3,02 Karat. In der Argyle-Mine werden 90 Prozent der pinkfarbenen Diamanten weltweit gefördert. Quelle: Screenshot
Die Schrift ist schnurgerade, das Siegel trägt ein Monogramm mit den Buchstaben „RH“ - seit mehr als 70 Jahren. Was da in Chesapeake City, Maryland, liegt, ist eine rätselhafte Akte von Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Sie soll nun im Auktionshaus Alexander Historical Auctions bei Washington versteigert werden. In dem Hefter liegen 14 Protokolle, Abschriften und Briefe - und offenbar der Entwurf eines Friedensvertrages, den Heß 1941 den Briten vorlegen wollte. Das Auktionshaus Alexander Historical Auctions erhofft sich für die Akte 225.000 Euro. Allem Anschein nach ist das Material echt. Quelle: dpa
Im gleichen Auktionshaus soll demnächst auch der lange verschollene "Hitler-Ring" versteigert werden. Es soll bei der Versteigerung 76.000 Euro bringen. Das Auktionshaus versichert, dass der Ring echt sei. Entsprechende Dokumente lägen vor. Der Goldschmiedemeister Karl Berthold hatte das überladene Schmuckstück für den Diktator angefertigt. Der Ring ist aus Silber, vom einstigen Goldüberzug ist nach etwa 75 Jahren kaum noch etwas übrig. Auf dem Ring ist ein gewaltiges Hakenkreuz, das von anderen Hakenkreuzen und Schwertern getragen wird. Ein großer Rubin krönt das Stück. Der Ring ist in einem silbernen Globus und ruht auf einem Fuß - der wiederum ein Hakenkreuz trägt. Quelle: dpa
Ein Auktionshaus in Bayern hatte den Wert dieses Perserteppichs vor einer Versteigerung im Jahr 2009 auf 900 Euro taxiert - wenig später wurde der Perser in London für sieben Millionen Euro verkauft. In Augsburg hatte der Teppich im Oktober 2009 zunächst 19.700 Euro gebracht. Vor einer zweiten Versteigerung wenige Monate später in London schätzte das Auktionshaus Christie's den Wert schon auf 350.000 Euro - diese Summe fordert die ursprüngliche Besitzerin vom Augsburger Auktionator jetzt als Schadenersatz. Versteigert wurde das gute Stück in London aber schließlich für die Rekordsumme von 7,2 Millionen Euro - damit war es damals der teuerste Teppich der Welt. Kurz darauf war in New York ein ähnlicher Teppich... Quelle: dpa
...sogar für 33,7 Millionen Dollar über den Tisch gegangen: Nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's bot ein anonymer Telefonbieter mehr als das Dreifache des Schätzpreises, um den Zuschlag zu bekommen. Verkauft wurde der Teppich von der Corcoran Gallery of Art aus Washington. Bis zu dieser Auktion lag der Rekordpreis für einen Teppich bei 9,6 Millionen Dollar und wurde bei einer Auktion im April 2010 in London erzielt. Quelle: AP
Für fast 388.000 Dollar (300.000 Euro) ist in einer Online-Auktion bei Christie's ein Apple-Computer der ersten Generation versteigert worden. Das später „Apple 1“ genannte Gerät war zum großen Teil noch aus Holz und von Mitgründer Steve Wozniak 1976 persönlich zusammengeschraubt worden: Er trägt die Seriennummer 01-0025 und die Signatur „woz“. Der fast 40 Jahre alte gebrauchte Computer erzielte damit das 580-fache seines ursprünglichen Preises von 666,66 Dollar - im Jahr 1976 eine stolze Summe. Die ersten Apple-Computer wurden ohne Bildschirm, Netzteil, Tastatur oder Gehäuse geliefert. Deswegen wurden für sie Holzgehäuse gebastelt. Obwohl es die ersten Computer für Heimanwender waren, verkauften sie sich schleppend: Etwa 150 Rechner setzten Wozniak und Steve Jobs selbst ab, 50 andere orderte ein Elektronikhändler. Es soll noch 50 Stück geben, von denen aber nur noch sechs funktionieren würden. Quelle: AP
Einer dieser ersten Apple-Computer aus dem Jahr 1976 hat bei einer Auktion in Köln gut eine halbe Million Euro eingebracht. Die 516.461 Euro sind ein neuer Rekord für einen Apple I, der Käufer aus Fernost wolle anonym bleiben, teilte das Kölner Auktionshaus Breker mit. Es sei einer von nur sechs weltweit bekannten noch funktionierenden Apple-Computern der ersten Baureihe. Der Apple I wurde von Steve Jobs und Steve Wozniak in der Garage von Jobs' Eltern zusammenbauten. Er bestand nur aus der Platine und hatte weder Gehäuse noch Tastatur oder Monitor. Der Preis betrug damals 666,66 Dollar. Der am Samstag verkaufte Apple I trägt eine Signatur von Wozniak und ihm liegt ein Brief von Jobs bei. Schon im vergangenen Herbst kam ein Apple-I-Set bei dem Auktionshaus auf gut 490 000 Euro. Quelle: dpa
Besucher betrachten bei Sotheby's in New York das Gemälde "Domplatz, Mailand" von Gerhard Richter. Das Bild ist von 1968 und fast drei Meter hoch. Es zeigt den Vorplatz der Kathedrale von Mailand und wirkt wie ein unscharfes Schwarz-Weiß-Foto - eine von Richter gern genutzte Technik für seine fotorealistischen Arbeiten. Das Werk wurde jetzt für 37,1 Millionen Dollar (knapp 29 Millionen Euro) versteigert - ein Auktionsrekord für den deutschen Künstler. Es war trotzdem nur das zweitteuerste Bild der Frühjahrsauktion von Sotheby's für zeitgenössische Kunst... Quelle: dpa
... Das teuerste Bild bei den Versteigerungen am 14. Mai bei Sotheby's war von Barnett Newman. Sein „Onement VI“ ging für mehr als 43,8 Millionen weg. Es ist 2,60 Meter hoch und mehr als drei Meter breit, und zeigt zwei blaue Flächen. Es entstand 1953. Nun wurde es an einen unbekannten Telefonbieter verkauft. Quelle: AP

Ein Grund für den Erfolg ist der Perfektionismus des Gründers: Die Landkarten auf Bellerbys Globen müssen bis ins kleinste Detail korrekt sein. Die mit Pinseln aufgetragene Wasserfarbe, mit der die Ozeane blau gefärbt werden, darf nicht tropfen oder verschwimmen; die Umrisse der Kontinente müssen dunkel schattiert sein; Städte und Gewässer müssen akkurat eingezeichnet, die Oberflächen anschließend mit einer Schutzschicht lackiert werden. Ein zeitraubendes und aufwendiges Verfahren. Je größer der Globus, desto länger dauert es. Pro Jahr fertigt das Team 200 bis 300 Exemplare an, maximal 1000 könnten es werden. Doch dann ist Schluss, findet der 50-jährige Firmengründer. Weder die Qualität der Produkte noch der Spaß an der Arbeit soll sinken.

Die Kunstfertigkeit des familiären Studios hat sich inzwischen weit über die Londoner Stadtgrenzen herumgesprochen. Kürzlich meldete sich sogar der Pariser Louvre bei Bellerby. Das Museum wollte einen Coronelli-Globus bestellen, bei dem die Landkarten noch auf alten Kupferplatten gedruckt werden. Als Geschenk für den französischen König Ludwig XIV. hatte der italienische Kartograf Vincenzo Coronelli im 17. Jahrhundert zwei Globen mit einem Durchmesser von vier Metern gebaut. Da allerdings musste Bellerby ausnahmsweise passen. Denn das kartografische Material für seine Globen stammt von modernen Computerdruckern.

Die sieben Typen der Luxuskäufer
In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Konsumenten von Luxusartikeln weltweit mehr als verdreifacht: von rund 90 Millionen im Jahr 1995 auf 330 Millionen Ende 2013. Dies zeigt die Studie „Lens on the Worldwide Luxury Consumer” der internationalen Managementberatung Bain&Company, die auf der Befragung von 10.000 Konsumenten basiert. Foto: Instagram Quelle: Handelsblatt Online
Und Jahr für Jahr kommen neue Luxuskäufer dazu: bis 2020 wird es weltweit rund 400 Millionen, bis 2030 an die 500 Millionen Luxuskonsumenten geben. Doch wie ticken sie, welche Vorlieben haben sie und wofür geben sie am liebsten ihr Geld aus? Die Macher der Studie haben das Verhalten dieser Kunden analysiert und sieben verschiedene Käufertypen definiert, auf die sich die Luxuskonzerne einstellen müssen. Quelle: dpa
Die AlleskäuferSie stehen für 25 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 2350 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Käufergruppe ist neu im Luxussegment, im Durchschnitt jünger als die anderen Kundensegmente und legt eine höhere Bereitschaft an den Tag, mit Produkten und Marken zu experimentieren. Alleskäufer sind vornehmlich Frauen, die hochwertige Produkte wie Schmuck und Uhren favorisieren. Sehr gerne lassen sie ihr Geld in markeneigenen Fachgeschäften und kaufen auf Reisen ein. Sie experimentieren mit neuen Marken, ihre Markentreue ist daher relativ gering. Dieses Verhalten ist typisch für chinesische Konsumenten aus Großstädten abseits der bekannten Metropolen. Quelle: dpa
Die ÜberzeugtenDieser Käufertyp steht für 20 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1750 Euro pro Kopf und Jahr. Es sind gebildete Kunden der Generation X (aktuell 34 bis 48 Jahre alt) und Y (13 bis 33 Jahre). Lederwaren und Uhren haben Priorität, zugleich ist diese Konsumentengruppe hochsensibel für die Unterschiede zwischen den Marken. Die Überzeugten kaufen häufig am Wohnort ein und lassen sich durch Informationen aus dem Internet und über soziale Medien lenken. Sie sind die Trendsetter in Chinas Metropolen und herrschen in westeuropäischen und nordamerikanischen Großstädten vor. Quelle: AP
Die Investoren Sie stehen für 13 Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1450 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Käufergruppe achtet besonders auf Qualität und Langlebigkeit von Luxusprodukten. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Lederwaren und Uhren, die auch von Generation zu Generation vererbt werden können. Einkäufe werden sorgfältig recherchiert, Empfehlungen anderer Konsumenten spielen eine große Rolle. Zum Segment der Investoren gehören Japaner sowie Kunden aus dem Mittleren Osten und reifen Märkten. Quelle: dpa
Die HedonistenSie stehen für zwölf Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 1100 Euro pro Kopf und Jahr. Sie lieben Luxus und das Erlebnis, Luxusprodukte zu kaufen. Auch haben sie eine hohe Affinität für Markenzeichen, kaufen vor allem Accessoires und sind durch Werbung beeinflussbar. Obwohl die Hedonisten ihr Interesse an Luxus gerne zur Schau stellen, finden sich in dieser Gruppe kaum offene Befürworter von Markenprodukten. Dieser Typus zieht sich durch alle Märkte und Generationen. Quelle: dpa
Die KonservativenSie stehen für 16 Prozent des Marktvolumens oder für Ausgaben von 1000 Euro pro Kopf und Jahr. Es sind reifere Kunden – Männer und Frauen gleichermaßen –, die sich nicht als Trendsetter sehen. Sie favorisieren Schmuck und Uhren bekannter Marken, kaufen in Warenhäusern und lassen sich vor allem durch Empfehlungen von Freunden und Familienmitgliedern überzeugen. Die Konservativen finden sich insbesondere in reifen Märkten, aber auch in China. Quelle: dpa
Die Desillusionierten Sie stehen für neun Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 800 Euro pro Kopf und Jahr. Diese Konsumentengruppe umfasst in erster Linie die Babyboomer (49 bis 67 Jahre), die unter Luxusmüdigkeit leiden. Sie kaufen Lederwaren und Kosmetik und halten Ausschau nach Waren, die mehr als eine Saison überdauern. Auf die Desillusionierten haben Markenbotschaften oder Werbung kaum Einfluss. Sie konsumieren unregelmäßig und kaufen weitgehend im Internet. In diesem Segment finden sich vor allem Frauen aus den USA, Europa und Japan. Quelle: dpa
Die NeugierigenSie stehen für fünf Prozent des Marktvolumens oder Ausgaben von 500 Euro pro Kopf und Jahr. Diese vor allem weiblichen Konsumenten fahnden nach Einstiegsprodukten, speziell bei Kosmetik und Schuhen. Sie freuen sich über Erschwinglichkeit und mischen in der Regel Luxusprodukte mit Durchschnittswaren. Die Neugierigen sind Impulskäufer mit geringer Markenloyalität, stark beeinflusst von Freunden oder Modetrends. Sie gehören zur Mittelklasse und stammen vor allem aus den USA, aus Westeuropa und den neuen Käuferschichten Osteuropas. Quelle: REUTERS

Woher aber kommt – 300 Jahre nach dem Tod des Sonnenkönigs und angesichts der Verfügbarkeit digitaler Landkarten – die anhaltende Faszination für Globen, die weit über die Seefahrernation Großbritannien hinausgeht?

Weltreise per Handstreich

Vielleicht daher, weil alleine ihr Anblick inspiriert. Sie setzen die Länder anschaulich zueinander in Beziehung, eine Weltreise ist immer nur einen Handstreich entfernt – und erzeugt ein völlig anderes Gefühl als die digitale Navigation via Google Earth. „Man kann sich als Individuum mit der eigenen Lebensgeschichte selbst verorten“, sagt Bellerby, „auf einem Computerbildschirm, der immer nur einen Ausschnitt zeigt, geht das nicht.“ Selbst ein Atlas biete nicht jene umfassende, winkel- und längengetreue Perspektive.

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