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Image der Deutschen Bahn Die Bahn ist besser als ihr Ruf

Das Bordbistro sollte einst aus dem ICE verbannt werden. Doch Fahrgastverbände und Bahnkritiker haben das verhindert.

Bahn-Bashing war gestern. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass viele Reisende das Angebot der Deutschen Bahn an Bord durchaus schätzen. Doch gegen die Liebe der Deutschen zum Auto kommt ein ICE noch immer nicht an.

Beginnen wir mit einer Frage: Sind 12,90 Euro für eine Kohlroulade mit Blutwurst und Apfel an Kartoffel-Sellerie-Püree teuer oder angemessen? Oder für die Vegetarier: Ist eine Vollkornschnitte „für zwischendurch“ mit Gouda und Frischkäse-Ei-Aufstrich für 3,90 Euro ein Schnäppchen oder Wucher? Und wie halten es Reisende mit einem großen gemischten Blattsalat mit Tomaten und Hähnchenbrust für 8,70 Euro: viel oder wenig? All das hat die Deutsche Bahn in ihren ICE-Zügen auf der Speisekarte. Die Reaktionen fallen, wenig überraschend, subjektiv und daher höchst unterschiedlich aus.

Doch das Bordrestaurant ist ohne Zweifel ein Imageträger der Bahn. Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn wollte die teuren Speisewagen 2003 einst abschaffen. Stattdessen wollte er lieber zusätzliche Sitzplätze einbauen, um noch mehr Fahrgäste mitnehmen zu können. Doch Fahrgastverbände und Bahnkritiker droschen auf die Pläne ein. Nach dem Aufschrei der Kunden zog Mehdorn seine umstrittene Idee zurück.

Seitdem steht die Existenz der Bordrestaurants zumindest in den ICE-Zügen nicht mehr in Frage. In den neuen Doppelstock-Intercitys, die seit mehr als einem Jahr die Fernverkehrsflotte der Bahn ergänzen, verzichtet die Bahn zwar auf feste Speisewagen. Stattdessen jagt der Vorstand mobile Kaffeeservices durch die Waggons. Doch zu einem Einbruch bei der Kundenzufriedenheit hat das nicht geführt. Im Gegenteil: Die Mehrheit der Bahnreisenden ist mit dem Komfort der Fernzüge zufrieden.

Das ergibt eine repräsentative Befragung des Online-Marktforschungsinstituts Civey unter mehreren Zehntausenden Bundesbürgern, die der WirtschaftsWoche vorliegt. Demnach bewerten 52 Prozent der Bahnreisenden den Komfort der Fernzüge in Deutschland mit „sehr gut“ oder „eher gut“. Jeder fünfte Befragte hat keine klare Meinung. Nur etwas mehr als jeder Vierte bewertet den Komfort in einem ICE oder Intercity mit der Note „eher“ oder „sehr“ schlecht.

Die Deutsche Bahn ist damit unterm Strich besser als ihr Ruf. Tatsächlich hat sie in den vergangenen Jahren viele Millionen in die Renovierung älterer Züge investiert. Die ICE-1 und -2-Züge wurden komplett saniert. Und die sämtliche Flotte wurde technisch dem mobilen Zeitgeist angepasst: Seit Anfang 2017 bietet die Bahn etwa kostenloses WLAN in den ICE-Zügen an. Die Fernbusse hatten die Bahn zu dem Schritt gedrängt. Allerdings ist die Qualität der Hot-Spot-Verbindungen im Zug weit entfernt von einem durchschnittlichen WLAN-Anschluss zu Hause. Manchmal reicht das „Wifi on ICE“ immerhin aus, um Sendungen wie etwa die „heute show“ zu streamen. Doch richtig verlässlich ist das WLAN an Bord der Züge nicht. Die Qualität hängt von der Auslastung der Züge und der Fahrtstrecke ab.

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