Krisen-Airline Air Berlin schrumpft weiter

Air Berlin startet mit Negativschlagzeilen in 2017. Im vergangenen Jahr sind mit der Airline so wenige Passagiere geflogen wie seit sieben Jahren nicht. Auch in diesem Jahr dürfte das Unternehmen weiter schrumpfen.

Aufstieg und Niedergang von Air Berlin
Kim Lundgren (l), Mitgründer und Präsident der 'Air Berlin Inc.' und Pilot, mit seinem Sohn Shane Lundgren, ebenfalls Pilot bei Air Berlin Inc. Quelle: airberlin
Joachim Hunold Quelle: airberlin
Einstieg ins Linienfluggeschäft Quelle: airberlin
Service an Bord von Air Berlin 2003 Quelle: airberlin
Niki Lauda (2009) Quelle: dpa
Airbus A 320 (2005) Quelle: airberlin
dba Air Berlin Quelle: AP
LTU Quelle: gms
Bilanz-Pressekonferenz von Air Berlin 2009 Quelle: dpa
Gala 30 Jahre Air Berlin Quelle: airberlin
Pressekonferenz 2011 in Wien, Hartmut Mehdorn(l), Niki Lauda Quelle: dapd
Hartmut Mehdorn Quelle: dapd
Etihad erhöht Anteil an Air Berlin Quelle: airberlin
Wolfgang Prock-Schauer Quelle: dpa
Stefan Pichler Quelle: dpa
Gespräche mit Lufthansa Quelle: dpa
der frühere Lufthansa-Manager Thomas Winkelmann Quelle: dpa
Juli 2017Überraschend präsentierte Air Berlin einen neuen Verwaltungsratschef und damit den Nachfolger von Joachim Hunold. Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann (rechts) stellte mit Ex-Bahn-Vorstand Gerd Becht einen Juristen und Übernahme-Spezialisten als neuen Chefaufseher vor. „Er ist ausgewiesener Experte für Restrukturierungen und Mergers and Aquisitions. Er wird der Air Berlin mit seiner Erfahrung frische Impulse geben“, so die Botschaft von Air-Berlin-Vorstandschef Thomas Winkelmann. Wem das zu unklar ist: Becht ist Spezialist für das Verkaufen von Unternehmen und soll hier für mehr Schwung sorgen. Quelle: PR
August 2017Air Berlin ist pleite. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft stellte am 15. August 2017 den Insolvenzantrag, nachdem ihr Großaktionär und Geldgeber Etihad Airways ihr den Geldhahn zugedreht hat. Damit sei keine positive Fortführungsprognose mehr gegeben, erklärte die Führung von Air Berlin. Diese ist Voraussetzung, dass ein überschuldetes Unternehmen um einen Insolvenzantrag herumkommt. Der Flugbetrieb solle mit Hilfe eines Überbrückungskredits der Bundesregierung weitergehen, erklärte Air Berlin. Der Kredit ist mit einer Bundesbürgschaft abgesichert. Quelle: dpa

Mit der angeschlagenen Fluggesellschaft Air Berlin sind 2016 so wenige Passagiere geflogen wie seit sieben Jahren nicht. 28,9 Millionen Tickets wurden verkauft, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr, wie die zweitgrößte deutsche Airline am Donnerstag mitteilte. Allerdings war auch das Angebot der rot-weißen Flieger ähnlich stark geschrumpft. Air Berlin habe trotz eines herausfordernden Marktumfelds eine stabile Auslastung erreicht, betonte das Unternehmen.

Die hochverschuldete Airline kämpft um ihre Existenz und hatte im Herbst ihre Aufspaltung angekündigt. Einen Passagierrekord hatte es 2011 mit 35,3 Millionen gegeben - jedoch bei deutlich geringerer Auslastung. 2016 Jahr lag diese bei 84,3 Prozent - 0,1 Prozentpunkt mehr als im Vorjahr.

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Eine zentrale Rolle bei den Zerschlagungsplänen für Air Berlin fällt der Lufthansa zu. 38 Airbus-Mittelstreckenjets von Air Berlin sollen für die Lufthansa-Töchter Eurowings und Austrian Airlines abheben. Zudem wollen Lufthansa und Air Berlins arabische Großaktionärin Etihad eigene Flüge unter der Flugnummer ihrer Partnerin vermarkten. Zudem will sich Air Berlin von ihrem Touristik-Geschäft samt der österreichischen Tochter Niki trennen.

Auch im Dezember beförderte Air Berlin weniger Passagiere als im Vorjahresmonat. Die Auslastung sank um 1,5 Prozentpunkte auf 78,4 Prozent, die Zahl der Fluggäste um 1,3 Prozent auf 1,6 Millionen.

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