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Lufthansa, Ryanair und Easyjet Das steckt hinter dem neuen Airline-Verband A4E

Europas Billigflieger Ryanair und Easyjet tun sich mit Lufthansa, Air France und IAG zusammen. Der gemeinsame Verband A4E soll die Interessen der Fluggesellschaften durchsetzen - mit Konsequenzen für die Passagiere.

Das sind die sichersten Airlines der Welt
Lufthansa Quelle: dpa
Platz 11 - All Nippon Airways (Japan)All Nippon Airways ist die größte Fluggesellschaft Japans und Mitglied der Luftfahrtallianz Star Alliance. Die Flottenstärke beträgt aktuell 213 Flugzeuge. Quelle: dpa
Japan Airlines (JAL) Quelle: REUTERS
Platz 9 - Qantas Airways (Australien)Qantas Airways ist die nationale Fluggesellschaft Australiens und Mitglied der Luftfahrtallianz oneworld. Die Fluggesellschaft wurde 1920 gegründet und verfügt über 118 Flugzeuge. Quelle: REUTERS
Etihad Airways Quelle: AP
Emirates Quelle: REUTERS
Eva Air Quelle: REUTERS

Wer vor einem Jahr prophezeit hätte, dass Ryanair-Chef Michael O’Leary mit einem Lufthansa-Boss gemeinsame Sache macht, wäre wahrscheinlich in der Flugbranche als Träumer bezeichnet worden – und vom oft rüpelhaften O‘Leary vielleicht sogar als Volltrottel.

Am Mittwochabend sitzt O’Leary im Sheraton-Hotel am Flughafen Amsterdam Schiphol bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres mit Lufthansa-Lenker Carsten Spohr an einem Tisch. Easyjet-Chefin Carolyn McCall, Alexandre de Juniac von Air France-KLM und Willie Walsh der British-Airways-Mutter IAG sind ebenfalls dabei.

Geschäftszahlen europäischer Fluglinien

Die Anführer der fünf größten Fluglinien Europas wollen einen neuen Verband vorstellen. A4E - kurz Airlines for Europe - soll ihre Interessen in der EU vertreten. Grund dafür ist weder ein Wunder noch die Aufgabe von Grundsätzen. Die Fluggesellschaften brauchen schlicht ein besseres Lobbying. Und das geht nur gemeinsam. Billigflieger und etablierte Linien fühlen sich von der Politik gleichermaßen gegängelt.

Bisher haben die Lager „Billig“ und „Etabliert“ getrennt versucht, ihre Interessen durchzusetzen. Der Erfolg war gering: Der ELFAA genannte Verband der Flug-Discounter blieb so unbedeutend, dass selbst Branchenkenner den Namen googeln müssen. AEA, der Verband der Großen, nahm im vergangenen Jahr Kurs in Richtung Bedeutungslosigkeit. Schon früher gab es nie Einigkeit zwischen kleinen Staatsairlines, die Unterstützung in Form von Subventionen schätzen, und den Großen, die Liberalisierung wollen.

Im Herbst 2015 sorgte die Frage, wie mit den Fluglinien vom Persischen Golf umzugehen ist, dann für einen offenen Bruch. Lufthansa, Air France-KLM und auch die skandinavische SAS wollen die subventionierten Staatsgesellschaften aus den Emiraten gestoppt sehen. Dagegen kämpfen IAG, Air Berlin und Alitalia. Denn Qatar Airways ist bei IAG beteiligt und Etihad an Air Berlin sowie Alitalia.

Über den Zwist haben die Großen ihre gemeinsamen Ziele vergessen. Interessen, die auch mit denen von Easyjet und Ryanair zunehmend identisch sind.

Die Ziele von A4E

Zum einen wollen die Fluggesellschaften weniger Politik in der Fliegerei. Das klingt zunächst gut, kann aber für die Kunden unerfreulich werden. Denn die Airlines wollen neue, mildere Regeln für die von der EU vorgegebenen Regeln für Entschädigungen wenn Flüge verspätet sind oder ganz ausfallen. Bislang müssen die Gesellschaften nicht nur Verpflegung und Hotelübernachtungen zahlen, sondern auch bis zu 600 Euro Entschädigung. Das kostet jede Airline einen zweistelligen Millionenbetrag im Jahr.

Die Regelung stört die Airlines gewaltig. Zum einen werden Hotels und andere Hilfen auch dann fällig, wenn die Fluglinien die Verspätung nicht zu verantworten haben - etwa bei schlechtem Wetter. Zum anderen kann die Entschädigung besonders bei günstigeren Tickets schnell den Preis des Flugs übersteigen.

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