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Musikindustrie Lukrative Musikrechte: KKR und BMG gründen eine Band

BMG-CEO Hartwig Masuch Quelle: dpa

Hello again! Bertelsmanns Musiktochter BMG und der Finanzinvestor KKR tun sich erneut zusammen. Gemeinsam wollen sie das milliardenschwere Geschäft mit Songrechten aufmischen. Die Konkurrenz dort ist stark.

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Im vergangenen Dezember verkaufte Nobel-Preisträger Bob Dylan die Rechte an seinen Songs an den Plattenkonzern Universal Music; Kostenpunkt: 300 Millionen Dollar. Im Januar machte Neil Young Kasse und verkaufte die Hälfte seiner Songs an den Londoner Fonds Hipgnosis. Wenige Tage später folgte Popstar Shakira und reichte ihre Rechte ebenfalls an Hipgnosis weiter – wie viele Millionen die Diva und der Altstar kassierten, ist nicht bekannt, der Betrag dürfte beträchtlich sein.

Das Rechtekarussell dreht sich schneller als mancher Plattenteller – Rechte an Musiksongs werden derzeit zu Höchstpreisen gehandelt. Um in diesem Geschäft weiter maßgeblich mitzumischen, tun sich jetzt zwei alte Bekannte erneut zusammen. Die Bertelsmann Music Group (BMG) und die Beteiligungsgesellschaft KKR kündigen jetzt an, eine „Allianz für den Erwerb von Label-, Verlags- und anderen Musikrechten“ zu starten. BMG und KKR hatten bereits zwischen 2009 und 2013 zusammengearbeitet; beim Ausstieg von KKR hatte Bertelsmann die Anteile des Investors komplett übernommen.

Seitdem haben sich sowohl BMG wie auch das Geschäft mit lukrativen Musikrechten massiv gewandelt. Vor allem ist die Zahl der Player, die mitmischen, stark gestiegen. Mittlerweile sind sowohl Musikmanager als auch branchenfremde Investoren mit im Rennen um attraktive Song-Kataloge. BMG-Chef Hartwig Masuch kommentierte das noch im vergangenen Jahr mit gemischten Gefühlen: „Wenn Sie sich die Preise anschauen, die heute für Musikrechte bezahlt werden, dann bewegen wir uns in einer stark fremdfinanzierten Welt und nicht im Musikgeschäft.“



Eigene Duftmarken gesetzt

Tatsächlich hat auch BMGs alter und künftiger Partner KKR in jüngerer Zeit eigene Duftmarken in dem Geschäft gesetzt. Im Januar 2021 hatte KKR die Mehrheit am Musikkatalog des Songwriters und Leadsängers der Band „OneRepublic“, Ryan Tedder, erworben. Zudem ist KKR an weiteren Musikunternehmen beteiligt, darunter an Gibson Brands und Alpha Theta (auch bekannt als Pioneer DJ).

BMG hatte zuletzt unter anderem alle Anteile des Fleetwood Mac-Mitbegründers Mick Fleetwood an den Aufnahmen der englischen Band übernommen und sieht sich selbst als einen der aktivsten Käufer von Musikrechten in der Branche.

Fehdehandschuh vor die Füße

Wie genau die Zusammenarbeit gestaltet wird, lassen die Partner offen. Ziel sei es jedoch, Kräfte zu bündeln, um „einzelne Transaktionen zum Erwerb von Musikrechten zu realisieren“, wie es in einer Mitteilung nun heißt. Damit wirft die neue Kombination auch Konkurrenten um Rechte wie Hipgnosis den Fehdehandschuh vor die Füße. Denn nach eigener Darstellung positioniere die Kooperationsvereinbarung BMG und KKR als „den führenden Erwerber von Musikrechten“. Gemeinsam verfügten die Partner über „erstklassiges Katalog- und Rechtemanagement sowie Finanzmitteln, die Transaktionen aller Größenordnungen“ möglich machten. Die neue Allianz beinhalte jedoch weder eine Übertragung oder einen Verkauf von Anteilen an BMG noch die Gründung eines Joint Ventures zwischen KKR und BMG.

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Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe erwartet offenbar viel von der Kooperation: „BMG und KKR können künftig gemeinsam Chancen für Zukäufe von größeren Musikrechtepaketen nutzen.“ Mit KKR wolle Bertelsmann nun bei BMG „die nächste Stufe zünden.“ Erst im vergangenen November hatte Bertelsmann angekündigt, den US-Verlag Simon & Schuster zu übernehmen. Die Zusammenarbeit mit KKR im Musikgeschäft sei nun „ein weiterer Meilenstein zum Ausbau der globalen Inhaltegeschäfte“ von Bertelsmann.

Mehr zum Thema: Der Musikkonzern BMG profitiert vom Trend zum Streaming – und der Beliebtheit von Oldies in den Zeiten der Pandemie. Doch eine britische Zwergfirma mit Milliardenbewertung fordert die Berliner plötzlich heraus.

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