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Qatar Airways Gefährlicher Dämpfer für Golf-Airline

Der Konflikt zwischen einigen Golfstaaten und Katar bringt auch Qatar Airways in Schwierigkeiten. In Saudi-Arabien verliert die Fluggesellschaft ihre Lizenz, streicht zig Verbindungen und verliert so wichtige Kundschaft.

Die Spannungen zwischen Katar und seinen Nachbarn setzt auch Qatar Airways zu. Quelle: REUTERS

Nach dem folgenschweren diplomatischen Zerwürfnis zwischen Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain auf der einen Seite und Katar auf der anderen, leidet Qatar Airways unter den Folgen. Verkehrsverbindungen in die beteiligten Staaten wurden eingestellt. Vorerst fliegt Katars Airline nun nicht mehr nach Bahrain, Ägypten und in die Vereinigten Arabischen Emirate. Das teilt die Fluggesellschaft auf ihrer Internet-Seite mit. Die Flüge nach Saudi-Arabien wurden bereits am Montag gestoppt. Kurz darauf wurde bekannt, dass die saudi-arabische Luftfahrtbehörde Qatar Airways die Lizenz entzogen hat. Büros der Airline im Land sollen geschlossen werden.

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Auch wichtige Fluggesellschaften wie Etihad und Emirates kündigten an, ab Dienstag alle Flüge von und nach Doha auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Währenddessen schloss Ägypten den Luftraum für Flugzeuge aus Katar. Es wird deshalb mit erheblichen Störungen im Flugplan gerechnet.

Diese Entwicklung wird Qatar Airways gleich aus mehreren Gründen gehörig unter Druck setzen. Zum einen verliert das Unternehmen wichtige Märkte in der Region. Am Hamad-Flughafen in Katar wurden allein im ersten Quartal 2017 knapp zehn Millionen Passagiere abgefertigt, viele davon kommen aus den Nachbarländern zum Umsteigen. Viele Saudis flogen gern Qatar Airways, weil sie günstig waren und es an Bord, anders, als bei saudischen Airlines, Alkohol gibt.

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Zudem müssen die Katarer, um die Lufträume von Saudi-Arabien, Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain zu umfliegen, weite Umwege in Kauf nehmen. Das stört besonderes Richtung Afrika und Europa und bringt längere Flugzeiten von bis zu gut einer Stunde mit sich. Damit vergrätzt Qatar Airways Vielflieger, die schnell ankommen wollen. Dazu steigen die Kosten, weil die Jets nun länger Sprit verbrennen und mehr Jets benötigt werden, um den Flugplan abfliegen zu können. Das treibt die Kosten ebenfalls, denn Qatar Airways befördert mit der gleichen Zahl an Besatzungen und Jets weniger Leute. 

Der internationale Verband der Airlines, IATA, rief dazu auf, Grenzen nicht zu schließen. "Unsere Branche hängt von offenen Grenzen ab", sagte IATA-Chef Alexandre de Juniac. In Deutschland bietet die Lufthansa eine tägliche Verbindung via Kuwait nach Doha an. "Der Abbruch diplomatischer Beziehungen einiger Nachbarländer zu Katar hat zum aktuellen Zeitpunkt keine Auswirkungen auf diese Flugverbindung", sagte ein Konzernsprecher.

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