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SolarhybridPleite mit Ansage

Die Solarbranche kommt nicht zur Ruhe. Nach Solon und Solar Millennium stellt auch Solarhybrid einen Insolvenzantrag. Der Solarprojektierer aus Brilon kann seine Solarparks in Deutschland nicht mehr vollenden, weil die Bundesregierung den Subventionshahn zudreht.KOMMENTAR von Martin Gerth, Niklas Hoyer 21.03.2012 - 13:33 Uhr
Protest gegen die Subventionskürzung - Mit Solarhybrid stellt nun das dritte Solarunternehmen in kürzester Zeit den Insolvenzantrag. Foto: dpa

Die Pleite ist alles andere als überraschend. Bereits Anfang März schickte Solarhybrid eine ad-hoc-Mitteilung raus, in der das Unternehmen vor den Folgen gekürzter Solarsubventionen warnte. Über 10 Millionen Euro, die Solarhybrid schon investiert hatte, seien nun verloren, da das Unternehmen bereits geplante Kraftwerke nicht rechtzeitig fertigstellen könnte. Und mit den neuen, niedrigeren Einspeisevergütungen rechneten sich die Solarparks nicht mehr. Kurz danach teilte Solarhybrid mit, dass Vorstandschef Tom Schröder Aktienpakete verkauft hat. Der Kurs brach daraufhin erstmals ein. Nun will das Aufsichtsamt BaFin den Vorgang überprüfen.

Eigentlich wollte sich Solarhybrid aus Deutschland verabschieden und zum Beispiel Kraftwerke in Italien bauen. Auch die US-Projekte der insolventen Solar Millennium wollte Solarhybrid übernehmen, um sie dann weiterzuverkaufen. Daraus wird jetzt nichts. Weil die Solarprojekte in Deutschland platzten, kann Solarhybrid nicht wie geplant Geld mit einer Anleihe für die Übernahme einsammeln.

Zu sehr auf deutsche Großprojekte gesetzt

Die längst überfällige Kürzung der Solarsubventionen wirkt wie ein Auslesebeschleuniger. Wer schon vorher gewackelt hat, muss jetzt das Feld räumen. Allerdings gleicht nicht jede Pleite der anderen. Solar Millennium beispielsweise hat seine Insolvenz selbst verschuldet - mit Missmanagement und Projekten im Ausland, die nicht an den deutschen Subventionen hingen. Solarhybrid hingegen hat sich zu stark von Großprojekten in Deutschland abhängig gemacht. Ohne hohe Subventionen kam jetzt das Aus. In beiden Fällen sind unternehmerische Entscheidungen ursächlich für die Pleite.

Weil nach wie vor in Deutschland und im Ausland die Solarbranche üppig subventioniert wird, spiegeln die Geschäftszahlen der Unternehmen nicht die reale Leistungsfähigkeit der Unternehmen wider.

Wer als Anleger in diese Branche investiert, sollte wissen, dass er riskante Hoffnungswerte kauft. Frühestens 2014, wenn Solarstrom in sonnenreichen Regionen wettbewerbsfähig sein könnte, werden Solarwerte Aktien wie jede andere sein. Bis dahin bleiben sie Zockerpapiere.

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