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SportartikelherstellerAdidas-Aktie: Kurssturz trotz starker Halbjahreszahlen

Adidas legt – verglichen mit der Konkurrenz – exzellente Halbjahreszahlen vor. Dennoch rutscht die Aktie ab. 30.07.2025 - 19:58 Uhr
Der norwegische Wirtschaftsmanager und ehemalige Fußballspieler Björn Gulden ist seit Januar 2023 Vorstandsvorsitzender von Adidas. Foto: PRESSEFOTO

Der Zollstreit der USA mit fast allen Ländern verunsichert den Sportartikelriesen Adidas und dessen Anleger. Adidas-Vorstandschef Björn Gulden schreckte vor einer von Analysten erwarteten Erhöhung der Gewinnprognose für das laufende Jahr zurück und will erst abwarten, ob und wann die Konkurrenz in den USA die Preise erhöht. „Wir wissen immer noch nicht, wie hoch die Zölle für die USA letztendlich sein werden“, sagte Gulden am Mittwoch in Herzogenaurach. Die jüngsten Ankündigungen erhöhten die Kosten für Adidas-Produkte in den USA in diesem Jahr um bis zu 200 Millionen Euro. Deshalb bleibe es trotz des florierenden Geschäfts bei der Erwartung, dass der operative Gewinn 2025 auf 1,7 bis 1,8 (2024: 1,34) Milliarden Euro steigen werde.

Adidas: Keine Preiserhöhungen in Aussicht

„Wir sind im Moment zuversichtlich, dass wir das erreichen werden“, sagte Gulden. „Natürlich kann sich das ändern – auch nach oben, falls der Gegenwind schwächer ausfallen sollte, als wir derzeit annehmen.“ Analysten hatten auf eine Erhöhung auf mehr als zwei Milliarden Euro spekuliert.

Dass es nicht so kam, enttäuschte die Börsianer. Die Papiere rutschten im Dax nach Vorlage der Zahlen um 11,5 Prozent ans Ende des Index. Der Betriebsgewinn sei stark ausgefallen, während die Umsatzentwicklung insbesondere aufgrund des schwachen US-Dollars enttäuscht habe, urteilten die Analysten von Raiffeisen Research. Analysten machten für den Kursrückgang unter anderem die wegen der Zoll-Unsicherheit und unsicherer Endmärkte nicht angehobene Prognose verantwortlich.

„Wenn wir die finalen Zölle kennen, werden wir überlegen, ob und wo wir die Preise erhöhen müssen. So lange warten wir“, sagte Gulden in einer Telefonkonferenz. Außerhalb der USA werde es aber keine Preiserhöhungen geben. Adidas werde auch nicht den ersten Schritt machen, das sei eher Sache des Branchenriesen Nike. Relevant für Adidas sind nicht die Zölle zwischen Europa und den USA, sondern diejenigen, die die US-Regierung gegen die asiatischen Länder verhängt hat, in denen Adidas wie fast alle Konkurrenten produziert: 30 Prozent der für die USA bestimmten Waren kommen aus Vietnam, 23 Prozent aus Indonesien, aber nur noch zwei Prozent aus China.

Trotz der Zölle bekannte sich Gulden zum größten Markt für Sportartikel weltweit: „Wenn man eine globale Marke sein will, muss man in den USA sein.“ Adidas habe seine Sache dort in den vergangenen Jahren nicht gut gemacht, mit einem neuen Management soll sich das ändern. „Wir müssen in den USA amerikanischer werden.“ Primäres Ziel sei, den Umsatz dort zu verdoppeln – auch indem man „überinvestiere“, sagte Finanzchef Harm Ohlmeyer.

Dabei läuft es bei Adidas operativ deutlich besser als bei Nike und Puma, weil die Schuhe und Shirts bei den Kunden als „in“ gelten. Im zweiten Quartal steigerte das fränkische Unternehmen den Umsatz währungsbereinigt um acht Prozent. Ohne den „Yeezy“-Schlussverkauf im vergangenen Jahr wären es sogar zwölf Prozent gewesen. In Euro blieb davon nur ein Zuwachs von zwei Prozent auf 5,95 Milliarden Euro. Der schwache Dollar habe den Umsatz um 300 Millionen Euro gedämpft. Analysten hatten mit 6,15 Milliarden Euro Umsatz gerechnet. Das Betriebsergebnis stieg aber stärker als erwartet um mehr als die Hälfte auf 546 (2024: 346) Millionen Euro. Der Nettogewinn legte sogar um gut drei Viertel auf 375 Millionen Euro zu.

Mit einer operativen Umsatzrendite von 9,6 Prozent kratzte Adidas im ersten Halbjahr bereits an seinem mittelfristigen Ziel von zehn Prozent. Vorstandschef Gulden ist aber noch nicht damit zufrieden: „Es gibt immer noch viel, was wir verbessern müssen“, sagte er. „Wir sind weit davon entfernt, unser Geschäftsmodell optimiert zu haben.“ Höhere Margen versprechen will Gulden noch nicht: „Gibt es ein Leben jenseits von zehn Prozent? Ja. Aber wir müssen das erstmal liefern, bevor wir höher gehen.“

dpa
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