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Corona-FolgeMister Minit meldet für deutsche Filialen Insolvenz an

Ob kaputte Handydisplays oder abgebrochene Schuhabsätze: Bei Mister Minit gab es stets schnelle Hilfe. Nun muss die deutsche Tochter des Express-Servicespezialisten ums Überleben kämpfen.Henryk Hielscher 29.04.2020 - 11:30 Uhr

Der Reparatur- und Servicedienstleister Mister Minit hat nach Informationen der WirtschaftsWoche für sein deutsches Filialgeschäft Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet.

Foto: imago images

Reparaturen sind die Kernkompetenz des belgischen Unternehmens Mister Minit. Nun muss der Expressservice-Anbieter sein eigenes Geschäftsmodell reparieren: Das Unternehmen hat nach Informationen der WirtschaftsWoche für sein deutsches Filialgeschäft Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Mister Minit betreibt über die Tochtergesellschaft Minit Service GmbH rund 150 Filialen in Deutschland und beschäftigt rund 400 Mitarbeiter.

Zum vorläufigen Sachwalter bestellte das Amtsgericht Düsseldorf dem Vernehmen nach den erfahrenen Sanierungs- und Insolvenzexperten Gregor Bräuer von der Wirtschaftskanzlei hww. Die Geschäftsführung von Mister Minit wird zudem von einem Team um Christoph Enkler von der Sanierungskanzlei Brinkmann und Partner unterstützt.

Das Unternehmen hatte in den vergangenen Wochen mit den coronavirusbedingten Schließungen zahlreicher Geschäfte zu kämpfen. Allerdings litt das Unternehmen schon vorher unter erheblichen Problemen und wies 2018/19 einen Jahresfehlbetrag von 4,2 Millionen Euro aus. Zahlreiche Filialen wurden geschlossen. „Vor allem der Bereich der Schuh-Reparatur entwickelt sich im Gesamt-Markt weiterhin rückläufig“, heißt es in der Bilanz. So sei weiter ein Trend zu sehr günstigen Schuhen und vor allem zu Sneakern festzustellen. „Damit werden Schuhreparaturen im Verhältnis zum Neukauf von Kunden als eher ‚teuer‘ eingeschätzt.“ Andere Bereiche wie Uhrenservice sowie Schlüssel und Sicherheitstechnik hatten sich dagegen positiv entwickelt.

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Mister Minit wurde 1957 in Belgien gegründet, um einen schnellen und effizienten Absatzreparaturservice zu bieten. „Stöckelabsätze waren damals hochmodern und das Kopfsteinpflaster von Brüssel beschädigte Tausende von ihnen. Traditionelle Schuhmacher konnten die Nachfrage nicht bewältigen und es dauerte durchschnittlich zehn Tage, um sie zu reparieren“, heißt es auf der Unternehmenshomepage. Schnell expandierte das Unternehmen. Inzwischen ist die Gruppe europaweiter Marktführer im Bereich der Expressdienste und betreibt nach früheren Angaben mehr als 900 Filialen in 14 Ländern.

Welche Folgen das deutsche Insolvenzverfahren nun für die Gruppe hat, ist derzeit noch nicht abzusehen. In der Bilanz der Minit Service ist von eine Patronatserklärung der Muttergesellschaft bis zu einem Höchstbetrag von fünf Millionen Euro die Rede, „um alle fälligen Forderungen der Gläubiger der Minit Service GmbH zu befriedigen und dadurch eine bestehende oder drohende Illiquidität der Gesellschaft zu beseitigen“.

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