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Corona im EinzelhandelCorona verdirbt den Innenstadt-Händlern das Weihnachtsgeschäft

Corona hin oder her: Auch in diesem Jahr greifen die Verbraucher für das Weihnachtsfest wieder tief in die Tasche. Doch profitieren dürfte vor allem der Onlinehandel. Für viele Innenstadt-Händler sieht es düster aus. 05.11.2020 - 14:03 Uhr

Geschlossener Weihnachtsmarkt in der Innenstadt von Essen: Deutlich weniger Laufkundschaft für den Einzelhandel in der City.

Foto: imago images

Trotz Corona rechnet der Einzelhandel auch in diesem Jahr mit einem florierenden Weihnachtsgeschäft. Insgesamt würden die Verbraucher in den Monaten November und Dezember voraussichtlich rund 104 Milliarden Euro ausgeben, prognostizierte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Donnerstag. Das entspräche einem Plus von 1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Profitieren dürfte davon aber vor allem der Onlinehandel. Für die Händler in den Innenstädten sieht es dagegen nach Einschätzung des Branchenverbandes eher düster aus. „Die Kunden kaufen auch in der Coronakrise Geschenke, sie shoppen, aber deutlich mehr online und gehen seltener in die Innenstädte“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Im Onlinehandel erwartet der HDE deshalb im Weihnachtsgeschäft Umsatzsteigerungen um 19 Prozent auf 17,5 Milliarden Euro. Mit guten Geschäften rechnen demnach auch Möbelhändler, Baumärkte und der Lebensmittelhandel.

Deutliche Einbußen drohen dagegen nach Einschätzung des HDE dem Innenstadthandel, insbesondere den Bekleidungsgeschäften. Sie leiden angesichts des Teil-Lockdowns aktuell massiv unter sinkenden Kundenfrequenzen in den Einkaufsstraßen und daran dürfte sich in den kommenden Wochen kaum etwas ändern. Die Lage für den Bekleidungshandel sei „sehr dramatisch“, sagte der Präsident des Handelsverbandes Textil (BTE), Steffen Jost. In den ersten Tagen des Lockdowns seien von den Geschäften Umsatzeinbrüche von bis zu 80 Prozent gemeldet worden.


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„Der Handel in den Innenstädten darf zwar öffnen, gleichzeitig appelliert die Politik aber an die Kunden, zu Hause zu bleiben. In der Folge können die Geschäfte mit Blick auf extrem sinkende Kundenfrequenzen vielerorts wirtschaftlich nicht mehr überleben“, klagte auch HDE-Präsident Genth. Bis zu 50.000 Geschäfte seien in ihrer Existenz gefährdet, bekräftigte er frühere Prognosen.

Einer Umfrage des HDE zufolge rechnen mehr als 80 Prozent der Mode- und Schuhhändler in den Einkaufsstraßen, aber auch rund 60 Prozent der Spielwaren- und Schmuckhändler im November mit deutlichen Umsatzeinbußen durch den „Lockdown light“. Dabei ist der November für das Weihnachtsgeschäft fast genauso wichtig wie der Dezember.

Genth forderte deshalb die Bundesregierung auf, ihr aktuelles Nothilfeprogramm für geschlossene Gastronomie- und Hotelbetriebe auch für Einzelhändler zu öffnen und die Schwelle für den Bezug von Überbrückungshilfen durch den Einzelhandel zu senken.

dpa
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