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Empfehlungen der Redaktion Das sind die besten Wirtschafts-Brettspiele

Backgammon gilt als eines der ältesten Würfelspiele der Welt, ähnliche Versionen sollen schon zu Zeiten Trojas existiert haben. Quelle: imago images

Viele Brettspiele bieten einen Vorteil im Wirtschaftsleben. Mit ihnen wird jeder zum rücksichtslosen Industriellen, verhandelt die Klimaziele neu oder organisiert Massenstreiks. Von antiken Klassikern bis zu Neuheiten.

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Werden Sie zum Rohstoffspekulanten mit „Funkenschlag“
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind zum CEO eines Energiekonzerns berufen worden. Ihre Aufgabe: Sie müssen so viele Städte wie möglich mit Strom versorgen – und zwar schneller als ihre Konkurrenz. Ob Sie dafür auf Öl, Kohle, Müll oder Atomstrom setzen, bleibt Ihnen überlassen. Nur Vorsicht: Die Rohstoffpreise steigen schnell.

Die Energiewende spielt bei dem Klassiker von 2004 noch keine allzu große Rolle. Das allerdings macht den Job als CEO um einiges einfacher als bei RWE oder E.On. Das Spiel kann mit bis zu sechs Spielern gespielt werden. Eine Runde dauert etwa zwei Stunden.

Stärken Sie Ihre Teamfähigkeit mit „Pandemie“
Gemeinsam mit ihrem Team müssen Sie eine weltweite Pandemie stoppen. Kein Wunder, dass bei diesem Thema das Spiel und seine Nachfolger im Jahr 2020 zwischenzeitlich vielerorts ausverkauft waren. Als Logistiker, Mediziner, Forscherin oder Quarantäne-Expertin hat jeder Spieler besondere Fähigkeiten. Das Ziel – ein Heilmittel gegen die Seuchen zu finden – müssen alle gemeinsam erreichen. Wenn sich eine Krankheit zu stark ausbreitet, ist das Spiel verloren. Pandemie gilt damit als Klassiker der kooperativen Teamspiele.

Die Grundversion von 2008 lässt sich mit zwei bis vier Spielern spielen, eine Runde dauert 45 Minuten. Im Oktober 2020 veröffentlicht der Verlag Asmodee außerdem eine Neuauflage der Version „Pandemic: Legacy“, bei der die Entscheidungen in einer Runde die nächste Runde beeinflussen und sich so wie eine Serie durchspielen lässt. Nachteil: Es lässt sich nur ein einziges Mal spielen.

Werden Sie zum gnadenlosen Kapitalisten mit „Brass: Birmingham“
Mit der Industriellen Revolution ist ein Wettkampf um Birmingham ausgebrochen. Aber Sie können diesen Wettkampf gewinnen. Irgendwann zwischen 1770 und 1870 müssen Sie sich mit Baumwollspinnereien, Kohleminen, Brauereien und Stahlwerken ein Wirtschaftsimperium aufbauen. Dazu bauen die Spieler an ihren eigenen Kanalsystemen und Eisenbahnnetzen, wetteifern um Rohstoffe und darum, ihre Erzeugnisse auch zu verkaufen.

Das Spiel ist wie das Zeitalter selbst: gnadenlos. Wer nur nach Gefühl spielt, hat schon verloren. Damit ist Brass: Birmingham ein Spiel für den wahren Homo Oeconomicus. Bei der Bewertungsplattform Boardgamegeeks landet das Spiel und auch die Schwesteredition „Brass: Lancashire“ in den Top 20 der besten Spiele. Mit seinem Regelreichtum ist das Spiel allerdings tatsächlich für Geeks geeignet, die dazu noch einiges an Sitzfleisch mitbringen müssen. Denn eine Runde dauert häufig länger als zwei Stunden.

Verbessern Sie Ihre Verhandlungsstrategie mit „Kuhhandel“
Wie viel ist Ihnen eine Ziege wert? Und wird ihr Esel zum Goldesel? Alle Tiere gibt es in vierfacher Ausfertigung als Quartett, die Spieler müssen sich entscheiden, welche Karten sie sammeln wollen. Dazu können sie handeln – oder eine Auktion starten.
Das Spiel ist bereits seit 1985 auf dem Markt und bei WirtschaftsWoche-Redakteuren insbesondere wegen der hitzigen Auktionen noch immer beliebt. Ein Spiel kann mit drei bis fünf Menschen gespielt werden und dauert etwa 45 Minuten. Das ist gut investierte Zeit für alle, die ihr Verhandlungsgeschick verbessern wollen. Wer danach noch nicht genug gefeilscht hat, kann gleich noch bei „Bohnanza“ um die besten Bohnen für seine Felder handeln.

Verkaufen Sie die Umwelt mit „Kyoto“
Die Welt steht vor dem Untergang. Die größten Nationen der Welt sind zusammengekommen, um sie zu retten – und dabei möglichst wenig Geld auszugeben. Wer will schon SUVs abschaffen, wenn das für die heimischen Unternehmen Millioneneinbußen bedeutet? Was soll schon groß passieren? Dass die Pinguine aussterben?

Kyoto ist eine der Neuheiten, die der Verlag Pegasus dieses Jahr zur Spielmesse präsentiert. Für Wirtschaftsinteressierte ist das Spiel nicht nur wegen der Thematik spannend, sondern auch wegen des Zeitdrucks. Denn die Verhandlungsrunden dürfen auch nur 90 Sekunden dauern. Das ist ein gutes Training für die nächsten Büromeetings.

Kyoto lässt sich mit drei bis sechs Nationen spielen, eine Runde dauert etwa eine dreiviertel Stunde.


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Testen Sie Ihre Kommunikationsfähigkeit mit „Die Crew“
Sie befinden sich mit ihrer Crew auf einer Mission im Weltall. Nur wenn die Mitglieder im richtigen Moment die richtigen Stiche spielen, können Sie die Mission erfolgreich abschließen. Allerdings: Weil Sie natürlich im Weltall sind, ist die Kommunikation erschwert. Sie dürfen ihren Crewmitgliedern nicht mitteilen, welche Karten sie besitzen. Nur über Funksignale können sie Hinweise geben oder Unterstützung vom Bodenteam anfordern.

Die Crew ist ausgezeichnet als Spiel des Jahres 2020 in der Rubrik Kennerpreis. Eine Runde dauert etwa 20 Minuten und kann zu dritt, viert oder fünft gespielt werden.

Werden Sie zum Arbeitskämpfer mit „Feierabend“
„Es reicht, ich gehe zur Gewerkschaft! Jetzt gibt es Streik!“ Solche Sätze wollten Sie ihrem Chef schon immer mal ins Gesicht brüllen? Dann ist Feierabend genau das richtige Spiel für Sie. Das Szenario: Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben eine 70-Stunden-Arbeitswoche, ihr Privatleben kommt viel zu kurz. Ziel des Spieles ist es, den Arbeitern endlich Erholung zu verschaffen.

Wer sich geschickt anstellt, kann ein Topgehalt bei einer 20-Stunden-Woche erzielen. Allerdings: Frauen haben auch im Spiel einen Gehaltsnachteil. Feierabend ist das neue Spiel des Autors Friedemann Friese, der sich durch Funkenschlag oder Wucherer einen Namen in der Szene erarbeitet hast. Eine Runde mit zwei bis sechs Spielern dauert etwa eine Stunde.

Lernen Sie von Warren Buffet mit „Backgammon“
Die Investorenlegende Warren Buffet setzt gerne auf Unternehmen, die wie durch einen Burggraben vor der Konkurrenz geschützt sind. Sie besetzen alle strategischen Märkte. Die Hürden zum Angriff werden damit für Wettbewerber einfach zu hoch.
Vergessen Sie das nicht, wenn Sie das nächste Mal Backgammon spielen und ihren Gegner aus dem Spiel drängen wollen. Wer einen Burggraben um sein Heimfeld zieht, macht sich beinahe unangreifbar. Backgammon gilt als eines der ältesten Würfelspiele der Welt, ähnliche Versionen sollen schon zu Zeiten Trojas existiert haben und wurden auch im Grab des ägyptischen Pharao Tutenchamun gefunden. Das macht Backgammon zu einem Spiel, das Imperien überdauert – wahrscheinlich sogar das von Warren Buffet.

Mehr zum Thema: Brettspiele sind so gefragt wie nie zuvor. Selbst Amerikaner wollen mehr „German Boardgames“ spielen.

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