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Entscheidung bis März Adidas könnte US-Tochter Reebok doch behalten

Eine Entscheidung über die mögliche Trennung Adidas' von Reebok soll gemeinsam mit der neuen Strategie am 10. März kommendes Jahres bekannt gegeben werden. Quelle: REUTERS

Der Sportartikelkonzern Adidas will einen möglichen Verkauf von Reebok überdenken. Bei der Entwicklung einer neuen Fünf-Jahres-Strategie solle ausgelotet werden, ob die angeschlagenen US-Tochter doch im Konzern bleibt.

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Adidas beschäftigt sich nun auch offiziell mit einem möglichen Verkauf der US-Tochter Reebok. Bis zum 10. März, an dem Vorstandschef Kasper Rorsted seine Pläne für die nächsten fünf Jahre skizzieren will, soll eine Grundsatzentscheidung über die Zukunft des langjährigen Sorgenkindes fallen, das seit 2006 zu Adidas gehört. „Mögliche strategische Alternativen schließen sowohl einen Verkauf von Reebok als auch den Verbleib im Unternehmen ein“, teilte der zweitgrößte Sportartikelhersteller der Welt am Montag in Herzogenaurach mit. Reebok gilt schon seit längerem als Wackelkandidat, auch wenn der Neupositionierung als Fitness-Marke und die Sanierung in den vergangenen vier Jahren langsam Früchte trägt.

Insidern zufolge hat Adidas bereits die US-Investmentbank JP Morgan angeheuert, um Ausschau nach Interessenten für Reebok zu halten. Einen Käufer dürfte Rorsted im März aber noch nicht präsentieren können. Er hatte schon im Frühjahr offengelassen, ob die für 3,1 Milliarden Euro erworbene US-Marke künftig noch eine Rolle bei Adidas spielen werde. „In der neuen Strategie wird Reebok seinen Platz finden - oder auch nicht“, sagte er damals.

„Profitables Wachstum“ hatte Rorsted 2016 von den Amerikanern verlangt. Zwei Jahre später überschritt Reebok dank des „Muscle Up“ getauften Sanierungsplans die Gewinnschwelle, 2019 wuchsen auch die Umsätze wieder, allerdings vor allem dank des Geschäfts auf dem heimischen US-Markt - und viel langsamer als bei der boomenden Kernmarke Adidas. Zuletzt stand Reebok für weniger als ein Zehntel des Adidas-Umsatzes. Rorsteds Vorgänger Herbert Hainer - heute Präsident des FC Bayern München - hatte das Unternehmen gekauft, um dem größeren US-Rivalen Nike auf dessen Heimatmarkt Paroli zu bieten. In den Büchern stand die Beteiligung an Reebok Ende 2019 nach mehreren Abschreibungen noch mit 842 Millionen Euro.


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Das WirtschaftsWoche hatte schon im September über die schwierige Rolle der US-Tochter berichtet. „Vieles spricht dafür, dass sich Adidas bei der richtigen Gelegenheit von Reebok trennen wird“, sagte Branchenkenner Peter Mahrer, Ex-Europa-Chef des Konkurrenten Under Armour, damals gegenüber der WirtschaftsWoche. Nur: Wer will sie kaufen? Unter dem Dach von Adidas, sagt Werbemanager Ralf Zilligen, mutierte Reebok zur „langweiligsten Marke der Welt“.

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