Luftfahrt Airline SAS und Pilotengewerkschaft nach Streiks nun einig

Nach Aussagen des SAS-Verwaltungsratschefs gebe es Einigung in dem wochenlangen Tarifstreik. Die Airline hatte zuletzt Insolvenz in den USA angemeldet.

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Zuletzt hatte die Airline Insolvenz in den USA angemeldet. Quelle: IMAGO/TT

Nach wochenlangen Streiks haben sich die nordische Airline SAS und die Pilotengewerkschaften auf einen neuen Tarifvertrag verständigt. Es gebe eine Einigung, die letzten Unterschriften stünden aber noch aus, sagte der SAS-Verwaltungsratschef Carsten Dilling am Montagabend der Zeitung „Dagens Industri“.

Ähnlich äußerte sich ein Vertreter der Gewerkschaften. Der Streik, der die Airline nach eigenen Angaben bis zu 123 Millionen Dollar pro Tag kostete, hatte zu Hunderten Flugausfällen geführt.

Zwischenzeitlich schien sogar die Zukunft der SAS infrage gestellt. Die meisten ihrer Piloten in Schweden, Dänemark und Norwegen hatten am 4. Juli die Arbeit niedergelegt, nachdem Gespräche über Bedingungen rund um den Rettungsplan der skandinavischen Fluglinie gescheitert waren.

Größte SAS-Eigner sind Schweden und Dänemark mit Anteilen von jeweils 21,8 Prozent. Die Piloten von SAS Link und SAS Connect waren nicht im Streik. Die Flugzeuglenker der 75 Jahre alten Tochtergesellschaft SAS Scandinavia hatten jüngst eingeräumt, sie seien zu begrenzten Lohnkürzungen und ungünstigeren Bedingungen bereit. Aber die Airline hatte betont, die angebotenen Zugeständnisse reichten nicht aus, um einen im Februar angekündigten Rettungsplan umzusetzen.

Nachdem die Fluggesellschaft jahrelang gekämpft hatte, beantragte sie am 5. Juli in den USA Gläubigerschutz – ein Schritt, den das Unternehmen auch mit den Streiks begründete. Das eingeschlagene Sanierungsverfahren nach Kapitel 11 (Chapter 11) des US-Insolvenzrechts schützt das Unternehmen für eine gewisse Zeit vor dem Zugriff seiner Gläubiger und erleichtert damit den finanziellen Neustart. US-Airlines nutzten häufig diesen Weg, um Schulden oder teure Leasingverträge abzuschütteln.

SAS geht davon aus, dass das Verfahren neun bis zwölf Monate dauert. Der Prozess diene dazu, sich mit allen Beteiligten auf eine Umschuldung zu einigen, das Kapital kräftig zu erhöhen und die Flugzeugflotte neu aufzustellen. Die Airline braucht neue Geldgeber und will Kosten senken, um für Investoren attraktiv zu werden.

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