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Neues Logo für Warenhäuser Galeria 2.0 statt Karstadt und Kaufhof

Galeria Karstadt Kaufhof wird Galeria: Mit einer Namensänderung und neuem Logo auf dem Weg zu einem neuen Image. Quelle: imago images

Deutschlands letzter großer Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof soll mit neuem Namen und Logo den Neustart wagen. Was Unternehmenschef Miguel Müllenbach mit der Marke „Galeria“ vorhat.  

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Mit einer veränderten Ausrichtung will der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof die Folgen der Coronapandemie überwinden. Geplant ist ein „Galeria 2.0“ getauftes Konzept, mit dem sich das Unternehmen ab Herbst strategisch neu aufstellen will – dazu gehören auch ein neuer Name und ein neues Logo. So soll künftig ein kleines, abstrahiertes „g“ und der Zusatz „Galeria“ in schlanken Großbuchstaben die Filialen zieren. „Wir wollen unsere Neuausrichtung als Galeria 2.0. nach außen selbstbewusst sichtbar machen“, sagte Unternehmenschef Miguel Müllenbach der WirtschaftsWoche. Es symbolisiere, „dass wir unseren Kundinnen und Kunden die schönen Dinge des Lebens anbieten.“

Noch heißen die Häuser mal Kaufhof und mal Karstadt, schließlich ist der Konzern aus dem Zusammenschluss der beiden traditionsreichen Warenhausketten hervor gegangen. „Es ist Zeit, dass man auch an der Marke sieht, dass wir ein Unternehmen sind“, so Müllenbach. Das Zusammenwachsen sei durch die gemeinsam durchgestandene Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen noch einmal verstärkt worden und habe in der Marktforschung zudem „außerordentlich gut abgeschnitten“. 

Am 27. Oktober soll das neue Logo erstmals offiziell zum Einsatz kommen. „Wir werden danach schrittweise Häuser in ganz Deutschland umbauen und im Zuge dessen auch mit dem neuen Logo ausstatten“, kündigt Müllenbach an.

Das neue Logo des Warenhauskonzerns Galeria Karstadt Kaufhof

Die optische Veränderung soll einher gehen mit konzeptionellen Veränderungen. So will Galeria in den nächsten drei bis vier Jahren rund 600 Millionen Euro für den Umbau ausgeben, allein 400 Millionen Euro für die Modernisierung der 131 Warenhäuser. Immerhin 50 bis 60 Häuser sollen mit dem Geld komplett umgebaut werden, der Rest zumindest teilweise. Rund 200 Millionen Euro sollen in den Ausbau des E-Commerce-Angebots, in IT und Logistik fließen.

„Wir wollen das vernetzte Herz der Innenstadt werden – und zwar mit Konzepten, die ganz genau auf den lokalen Standort abgestimmt sind“, hatte Müllenbach jüngst bereits im „Handelsblatt“ angekündigt. Dazu will der Handelsriese seine Häuser künftig in drei unterschiedliche Kategorien einteilen: Weltstadthaus, regionaler Magnet und lokales Forum. Als Pilotfilialen sollen die Warenhäuser in Frankfurt, Kassel und Kleve dienen.

Das Geschäft läuft besser als erwartet 

„Bei regionalen Magneten wie beispielsweise Kassel geht es darum, das Angebot mit Services, Waren und Erlebnis anzureichern, die genau dort nachgefragt werden“, sagte Müllenbach. Galeria Karstadt Kaufhof will hier die eigene Verkaufsfläche reduzieren und damit Platz für regionale Produkte, aber auch Serviceangebote wie städtische Bürgerdienste, E-Bike-Stationen und Paketschalter schaffen.

Ergänzt werden soll das stationäre Angebot mit einer App, in der nicht nur Parkplätze im eigenen Parkhaus und Tische im Warenhaus-Restaurant reserviert werden könne, sondern auch Angebote von Partnern – etwa Friseurtermine oder die Abholung des neuen Personalausweises im Bürgerbüro.

Ob der Neustart gelingt – oder wie so viele Versuche in der Vergangenheit scheitert – dürfte nicht zuletzt vom weiteren Verlauf der Pandemie und möglichen weiteren Kontaktbeschränkungen abhängen. „Es zeichnet sich ab, dass es eine vierte Welle gibt“, sagte Müllenbach unlängst der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“. Mit Hygienekonzepten habe sein Unternehmen allerdings schon im vergangenen Jahr „bewiesen, dass es jederzeit möglich ist, sicher im Warenhaus einzukaufen“. Diesmal sei die Situation zudem anders als 2020, da es nun für die Bürger Impfangebote gebe. „Da wünsche ich mir mehr Überzeugungsarbeit statt Beschränkungsandrohungen“, sagte der Galeria-Chef.

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Mit dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) verhandelt das Unternehmen seit Monaten über einen weiteren Staatskredit, nachdem es bereits 460 Millionen Euro in Anspruch genommen hat. Laut Müllenbach bestehe aber „kein unmittelbarer Handlungsbedarf“, da das Geschäft besser laufe als bei Antragstellung im April erwartet wurde.

Mehr zum Thema: Vor ihrer Fusion prägten Kaufhof und Karstadt über 100 Jahre deutsche Einkaufsstraßen. Zuletzt verloren beide immer mehr Kunden. Eine Chronik des Niedergangs.

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