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Online-Mode-Händler Zalando leidet unter Wachstumsschmerzen

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Weltweite Expansion schwer vorstellbar

Zalando und die Modeshop-Klone aus dem reich der Investorenbrüder Samwer (zum Vergrößern bitte anklicken).

Zwar ist Zalando bereits in 15 europäischen Ländern präsent und beschäftigt mehr als 4000 Mitarbeiter. Doch eine wirklich weltweite Expansion ist langfristig nur schwer vorstellbar.

Denn neben Zalando haben die Samwers bereits rund um den Erdball separate Online-Boutiquen nach deutscher Bauart hochgezogen. Selbst in Nigeria, Pakistan oder auf der Arabischen Halbinsel können sich Kundinnen mit High Heels, Bikinis und überraschend knappen Tops eindecken (siehe Karte). Die Portale weichen mitunter nur in Nuancen von Zalando ab, andere orientieren sich stärker an Amazon, haben aber ebenfalls Mode im Programm.

Die Expeditionskorps gehören nicht zu Zalando, werden aber primär ebenfalls von den Samwers und Kinnevik finanziert. Einige der Shops stellen bereits die Zuwachsraten des deutschen Vorbilds in den Schatten. So werden auch die russische und die brasilianischen Online-Formationen der Samwers als Börsenaspiranten gehandelt.

Trend zum Online-Einkauf ist ungebrochen

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    Dass die Beteiligten große Neigung verspüren, sich mit einem Markteintritt von Zalando zusätzliche Konkurrenz zu machen, darf bezweifelt werden. Die Expansion in etliche attraktive Regionen, in denen der Trend zum E-Commerce zusätzlich durch kräftiges Wirtschaftswachstum gehebelt wird, scheint für Zalando damit tabu. In den USA und China ist der Markteintritt zu kostspielig, auch die Türkei wurde schon verworfen. So bleibt mittelfristig allenfalls eine Expansion nach Osteuropa.

    Auf dem Kernmarkt Deutschland wächst derweil der Druck. Der Trend zum Online-Einkauf ist ungebrochen, doch die Zahl der Konkurrenten steigt. Stationäre Händler und Markenhersteller rüsten ihre Internet-Präsenzen langsam auf. Spezialshops für Öko- und Luxus-, Surfer- und Molligen-Mode decken längst alle geschmacklichen wie physiognomischen Nischen ab.

    Handel



    Für Zalando ist vor allem ein Wettbewerber von zentraler Bedeutung: Asos. „Unsere Kernzielgruppe sind modeaffine Twens, wir wollen gar keine Universalmarke für alle sein“, sagt Moritz Hau, Deutschland-Statthalter des britischen Online-Händlers. 2014 will Asos rund 200 bis 250 Millionen Euro in Deutschland umsetzen, rund 60 Prozent davon mit der Asos-Eigenmarke.

    Für Zalando sind die Briten nicht nur Rivalen, sondern auch Referenzgröße. Analysten ziehen Asos fast immer als Bewertungsmaßstab für Zalando heran. Der Börsenwert des Konzerns liegt bei mehr als sechs Milliarden Euro, obgleich der weltweite Asos-Umsatz rund 500 Millionen Euro hinter dem von Zalando liegt.

    Ein Argument ist offenkundig doch wichtiger: Asos verdient seit Jahren Geld.

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