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Rezept für neues Wachstum Wie Vorwerk den Thermomix-Boom in China entfachen will

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Chinesisches Kochstudio statt Kochpartys zu Hause

Seine Verkaufsstrategie passte Vorwerk für den chinesischen Markt extra an: Da anders als in Europa die eigenen vier Wände in China in der Regel der Familie und engen Freunden vorbehalten sind, kommen die Vertreter nicht direkt zu Kochpartys nach Hause. Stattdessen hat Vorwerk Kochstudios in guten Lagen eingerichtet, wo die Geräte vorgeführt werden. Gefällt das Gerät, kann es vor Ort bestellt und nach Hause geliefert werden.

Derzeit betreibt Vorwerk 26 Kochstudios in chinesischen Städten. 15 weitere sollen bis Ende 2020 laut Vorwerk-Sprecher Weber hinzukommen.

„Wir setzen auch in China auf den Direktvertrieb, da wir ein erklärungsbedürftiges Produkt verkaufen und nur in der Vorführung der Nutzen für den Kunden unmittelbar erlebt werden kann“, sagt Weber.

Was Vorwerk mit dem ausschließlichen Verkauf über seine Studios verloren geht, ist jedoch der boomende Online-Handel in China. Noch viel mehr als in Deutschland werden dort Einkäufe über das Internet erledigt.

Ein erfolgreiches Beispiel, wie von diesem Trend auch Hersteller hochwertiger Haushaltgeräte profitieren können, ist der britische Dyson-Konzern: Nur sieben Jahren nach dem Markteintritt in China erzielt Dyson bereits mehr als die Hälfte des Umsatzes in Asien – auch dank eines florierenden Onlinegeschäfts. Neben eigenen Geschäften in großen Einkaufs-Malls setzt der Konzern vor allem auf Verkäufe über die beiden großen chinesischen Internet-Einkaufsplattformen Jd.com und Tmall.

Nicht nur die kabellosen Staubsauger von Dyson werden dort täglich tausendfach verkauft. Zum beliebtesten Dyson-Gerät in China hat sich ein Luxus-Haartrockner entwickelt. Trotz eines Preises von umgerechnet mehr als 400 Euro zieht das Gerät Millionen Chinesinnen in seinen Bann.

Gelingt es Vorwerk, in China eine ähnliche Erfolgsgeschichte wie Dyson hinzulegen, dürfte das auch Arbeitsplätze in Wuppertal sichern. Denn auch wenn es schon bald keine Endmontage in Wuppertal mehr geben wird, wichtige Teile des Geräts werden auch weiterhin aus dem Bergischen Land kommen: Die Motoren für den Thermomix werden weiterhin zentral im neuen Motorenwerk in Wuppertal produziert. Und Messer für das Gerät werden auch weiterhin am Stammsitz hergestellt.

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