Autozulieferer Autozulieferer-Fonds BOG findet nicht genug Geldgeber

Großes Ding: Zulieferer wie Kolbenschmidt hängen am Verbrenner – und könnten verkauft werden. Quelle: Presse

Der Fonds Best Owner Group (BOG) soll Arbeitsplätze bei den Automobilzuliefern vor dem Abbau sichern und die Transformation zum Elektroauto mitgestalten. Doch die Suche nach Investoren gestaltet sich zäh.

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Der von der Gewerkschaft IG Metall initiierte Fonds Best Owner Group (BOG) findet offenbar nicht ausreichend Geldgeber. Der Fonds sollte Kapital einsammeln und auf Verbrennungsmotoren spezialisierte Autozulieferer aufkaufen. Die von dem Fonds übernommenen Mittelständler und Unternehmensteile großer Zulieferer sollte die Best Owner Group dann viele Jahre weiter betreiben und anschließend kontrolliert abwickeln.

Ein Team sollte dafür bis zu 500 Millionen Euro einsammeln. So wollte die Gewerkschaft Arbeitsplätze vor einem zu schnellen Abbau bewahren und die Transformation zum Elektroauto mitgestalten. Weil die Produktionsanlagen der Zulieferer längst abgeschrieben sind und keine Entwicklungskosten für neue Produkte anfallen, hätten die Firmen über Jahre durchaus profitabel weiterbetrieben werden können. So der Plan.

Doch die Suche nach Investoren läuft „zäh“, wie mehrere Insider bestätigen. Weder die alte Bundesregierung noch Finanzinvestoren wollten sich bislang in einem für das Projekt ausreichendem Umfang beteiligen. Ob die BOG in Deutschland wie bislang geplant umgesetzt werden könne, werde sich in den nächsten Wochen entscheiden, heißt es aus informierten Kreisen. Noch liefen Gespräche mit der neuen Bundesregierung darüber, inwiefern man bestehende Fördertöpfe anzapfen könne.

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Zahl der Beschäftigten in der Automobilindustrie in Deutschland

Vermutlich aber dürfte zumindest das Konzept der BOG weiter leben: Ein US-amerikanischer Private Equity Fonds will das Projekt offenbar kopieren. Investoren aus dem Ausland sollen der Idee hinter der BOG offener gegenüberstehen als die angesprochenen deutschen Versicherer, Pensionskassen und Family Offices, heißt es in den Kreisen. Ob die Amerikaner aber auch deutsche Zulieferer kaufen würden, sei offen.

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