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Euro-AufwertungDIHK zur Euro-Stärke: Schön für Urlauber – schlecht für Exporteure

Die deutliche Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar sorgt für Unruhe in der deutschen Wirtschaft. Während Urlauber von der Währungsentwicklung profitieren, stehen exportorientierte Unternehmen unter Druck. 23.07.2025 - 12:03 Uhr
Im Mai waren die deutschen Ausfuhren in die USA auf den niedrigsten Monatswert seit mehr als drei Jahren gefallen. Foto: dpa

Die kräftige Euro-Aufwertung bereitet der deutschen Wirtschaft zunehmend Sorgen. „In der Ferienzeit ist die Stärke des Euro zwar schön für deutsche Touristen, die außerhalb des Euroraums Urlaub machen“, sagte der Außenwirtschaftschef der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Für unsere exportorientierten Unternehmen stellt dies jedoch eine Belastung dar.“

Ein starker Euro bedeute, dass etwa die USA als wichtigster Handelspartner deutlich mehr für deutsche Produkte bezahlen müssten. Handelsstreit und Zollandrohungen hätten den Export in die Vereinigten Staaten bereits einbrechen lassen. Im Mai waren die deutschen Ausfuhren in die weltgrößte Volkswirtschaft auf den niedrigsten Monatswert seit mehr als drei Jahren gefallen.

„Sollte die Unsicherheit und die Belastungen durch die US-Zollpolitik andauern, könnte das die Exporte der deutschen Industrie allein in die USA um knapp eine Milliarde Euro pro Monat drücken“, warnte Treier. „Eine zusätzliche, sich verfestigende Dollarschwäche und damit gleichzeitige Euro-Verteuerung könnte diesen Effekt sogar noch verstärken.“

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Der Euro hat seit Jahresbeginn um mehr als zwölf Prozent zum Dollar aufgewertet. Aktuell liegt der Kurs bei 1,1738 Dollar, zu Jahresbeginn waren es 1,0265. Zeitweise erreichte er mit 1,18 Dollar den höchsten Stand seit rund vier Jahren. Ein Grund dafür ist, dass Anleger ihre Dollar-Investitionen wegen der Handels- und Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump gesenkt haben.

Die aktuelle Schwäche des Dollar als Welt-Leitwährung trifft dem DIHK zufolge aber nicht nur Unternehmen, die mit den USA Handel treiben. „Alle Unternehmen, unabhängig davon, ob sie nach Asien, Ozeanien, Afrika oder Südamerika exportieren, sind betroffen“, sagte Treier. Denn international würden Zahlungsverkehr und Handelsverträge mehrheitlich immer noch in Dollar abgewickelt. „Das schlägt unmittelbar auf Konjunktur und Arbeitsplätze bei uns in Deutschland durch“, betonte der Experte. Darüber hinaus habe die deutsche Industrie generell Wettbewerbsprobleme. Hohe Kosten für Energie, Personal, Steuern, aber auch überbordende Bürokratie und Handelsbarrieren innerhalb der EU belasteten die Exportwirtschaft zusätzlich.

Mit einer Außenhandelsquote – dem Anteil von Exporten/Importen von Waren und Dienstleistungen am Bruttoinlandsprodukt – von mehr 80 Prozent ist die deutsche Wirtschaft der DIHK zufolge auf einen funktionierenden freien Handel angewiesen. „Unternehmen brauchen dabei Sicherheit und Planbarkeit“, sagte Treier. Ungeachtet der transatlantischen Beziehungen müsse Europa gezielt neue Märkte erschließen – durch zügige Fortschritte bei Abkommen mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie Indien oder Indonesien.

„Im Zollstreit indes ist es wichtig, dass die EU einen guten und belastbaren Deal mit den USA aushandelt und die Unternehmen endlich wieder Gewissheit bekommen“, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Treier. „Wir brauchen belastbare Vereinbarungen, die fairen Wettbewerb sichern und Handelskonflikte dauerhaft entschärfen.“

rtr
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