Elektromobilität 3,5 Prozent weniger Jobs: Elon Musk kündigt Abbau bei Tesla an

Tesla-Chef Elon Musk Quelle: REUTERS

Nach anfänglichen Spekulationen gab der Tesla Chef nun bekannt, dass es in den kommenden Monaten zu einem Stellenabbau bei dem Elektroautobauer kommen wird.

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Elon Musk bestätigte, dass etwa 10 Prozent der Angestellten seiner Elektroauto-Schmiede Tesla Inc. in den nächsten drei Monaten abgebaut werden sollen, die gesamte Mitarbeiterzahl aber nur um etwa 3,5 Prozent sinkt, da die Zahl der stundenweise beschäftigten Mitarbeiter weiterhin wächst.

„Wir sind bei den Angestellten sehr schnell gewachsen“, sagte Musk in einem Interview mit Bloomberg-Chefredakteur John Micklethwait auf dem Qatar Economic Forum am Dienstag. „Ich denke, in einem Jahr werden wir wieder mehr Angestellte und Arbeiter beschäftigen, aber vorerst wird der Rückgang 3 bis 3,5 Prozent betragen.“ Seine Äußerungen brachten mehr Klarheit über die Personalsituation bei Tesla, nachdem Musk in den vergangenen Monaten verschiedene interne und öffentliche Erklärungen zum Personalabbau abgegeben hatte.

Tesla, das seinen Hauptsitz mittlerweile in Austin, Texas, hat, ist weltweit auf etwa 100.000 Mitarbeiter angewachsen und hat im Zuge des Baus neuer Fabriken in Austin und Berlin rasch neue Mitarbeiter eingestellt. Die Kürzungen, von denen bisher Mitarbeiter in Personalabteilungen und Software-Ingenieure betroffen waren, kamen für viele überraschend und plötzlich.

Die Kürzungen kamen überdies nur kurz nachdem sich der 50-jährige Musk in die Debatte über die Heimarbeit einmischte, die für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber seit dem Ende der Pandemie ein polarisierendes Thema ist. Anfang Juni stellte der Tesla-Chef ein Ultimatum an die Mitarbeiter des Unternehmens, ins Büro zurückzukehren – oder zu gehen.

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„Jeder bei Tesla muss mindestens 40 Stunden pro Woche im Büro verbringen“, schrieb Musk in einer E-Mail mit dem Titel „Um es ganz klar zu sagen“. „Außerdem muss das Büro dort sein, wo sich Ihre tatsächlichen Kollegen befinden, nicht in irgendeinem abgelegenen Pseudobüro. Wenn Sie nicht auftauchen, gehen wir davon aus, dass Sie gekündigt haben.“

„Je höher Ihr Rang, desto sichtbarer muss Ihre Präsenz sein“, schrieb Musk. „Deshalb habe ich so oft in der Fabrik gelebt, damit die Mitarbeiter sehen konnten, wie ich an ihrer Seite arbeite. Hätte ich das nicht getan, wäre Tesla schon längst bankrott gegangen.“

Musks Forderung hat auch die Mitarbeiter von Twitter Inc. aufgeschreckt, wo während der Pandemie eine „Work-from-anywhere”-Politik galt. Vor seinem Kaufangebot für die Social-Media-Plattform hatte Musk die Idee geäußert, den Hauptsitz in San Francisco in ein Obdachlosenheim zu verwandeln, weil „sowieso niemand auftaucht“. Im Gegensatz dazu lobte er die Arbeiter in Teslas Fabrik in Schanghai. Viele von ihnen lebten und arbeiteten vor Ort, um die Produktion während der zweimonatigen Abriegelung der chinesischen Stadt zu Beginn dieses Jahres aufrechtzuerhalten.

„Ich bin generell sehr beeindruckt von den Autofirmen in China“, sagte er. „Ich denke, sie sind extrem wettbewerbsfähig, arbeiten hart und sind intelligent.“ Größter Bremsklotz für Teslas Wachstum seien aktuell nicht dessen Wettbewerber sondern Lieferengpässe und die Beschränkung der eigenen Kapazitäten. „Wie jeder weiß, der schon einmal versucht hat, einen Tesla zu bestellen, ist die Nachfrage nach unseren Autos extrem hoch und die Warteliste ist lang“, sagte er. „Das ist nicht beabsichtigt, und wir erhöhen die Produktionskapazitäten so schnell wie nur irgend möglich.“ Tesla müsse seine Fabriken schneller hochziehen und „die Engpässe in der gesamten Lieferkette für Lithium-Ionen-Batterien im Auge behalten - vom Bergbau und der Raffination bis zur Kathoden- und Anodenproduktion und der Zellbildung.“

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Das Ministerium für Handel und Industrie von Katar, die Qatar Investment Authority und die Investment Promotion Agency Qatar sind die Organisatoren des Qatar Economic Forum. Media City Qatar ist die gastgebende Organisation.

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