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Ex-Nissan-Chef Ghosn soll zweckwidrig knapp acht Millionen Euro erhalten haben

Ohne Absprache soll der Verwaltungsratschef von Nissan Gelder einer Tochterfirma erhalten haben. Trotzdem fordert sein Anwalt die Freilassung auf Kaution.

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Der Anwalt des früheren Verwaltungsratschef fordert dessen Freilassung auf Kaution. Quelle: Reuters

Tokio/Paris Der in Untersuchungshaft sitzende Ex-Verwaltungsratschef von Nissan und Mitusbishi, Carlos Ghosn, soll nach firmeninternen Untersuchungen Gelder einer niederländischen Tochterfirma ohne Kenntnis des Führungsgremiums erhalten haben. Das sei das Ergebnis einer gemeinsamen internen Prüfung, wie beide Renault-Partner am Freitag bekanntgaben. Ghosn habe von der Nissan-Mitsubishi B.V. (NMBV) rund 7,8 Millionen Euro an Entschädigungsgeldern ohne Absprache mit dem Vorstand des Gemeinschaftsunternehmens bezogen.

„Anderes verdächtiges, illegales Verhalten“ habe man nicht feststellen können, erklärte Mitsubishi Motors in seiner Mitteilung. Der 64-jährige Ghosn war am 19. November wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen festgenommen worden. Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft private Investitionsverluste auf Nissan übertragen haben. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi Motors als Verwaltungsratschef gefeuert.

Sein Anwalt forderte derweil erneut eine Freilassung auf Kaution. Er reichte am Freitag beim Bezirksgericht in Tokio einen entsprechenden Antrag ein. Das Gericht hatte Ghosn schon zuvor eine Entlassung aus dem Gefängnis verweigert, einen Einspruch dagegen lehnte das Gericht erst am Donnerstag ab. Ghosns frühere rechte Hand bei Nissan, Greg Kelly wurde kürzlich auf Kaution freigelassen. Bis zu einem Prozess könnten Monate vergehen. Einen Termin gibt es nicht.

Ghosn ist Architekt der Autoallianz aus Renault, Nissan und Mitsubishi. Er hatte Nissan einst vor einer drohenden Pleite gerettet. Nur wenige Tage nach seiner Festnahme hatten ihn Nissan und Mitsubishi als Verwaltungsratschef gefeuert.

Bei Renault ist Ghosn indes offiziell noch Konzernchef. Doch nun bereitet sich auch Renault auf einen Führungswechsel vor. Gesucht werde die „beste Lösung für die künftige Führung der Gruppe“, teilte der amtierende Renault-Verwaltungsratschef Philippe Lagayette am Donnerstag mit. Er nannte dabei den Namen Ghosns nicht explizit.

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