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Osram „Ja, was denn nun?“

Osram: Verkauf oder doch nicht? Quelle: dpa

Bei der Osram-Hauptversammlung bekommt die Führung ordentlich Gegenwind. Der Verkauf des Lichtkonzerns bleibt eine Hängepartie. Osram-Chef Berlien hält sich bedeckt. Großaktionär DWS fordert endlich Ergebnisse.

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Osram-Chef Olaf Berlien droht angesichts des Schlingerkurses bei dem Lichtkonzern eine Schlappe auf der Hauptversammlung. Der Vermögensverwalter DWS, mit fast fünf Prozent einer der größten Osram-Aktionäre, kündigte am Dienstag an, Berlien und Aufsichtsratschef Peter Bauer die Entlastung zu verweigern. DWS-Analyst Schmidt kritisierte die mehrfach nach unten korrigierten Prognosen der früheren Siemens-Tochter. An Berlien gerichtet sagte er: „Neben Ergebnissen erwarten wir aber auch realistische Einschätzungen von ihnen, sonst wird aus der Lichtgestalt eine Energiesparlampe oder eine Wunderkerze.“ Auch die Haltung von Berlien zu einer möglichen Übernahme von Osram durch Finanzinvestoren sei undurchsichtig.

Der Vorstandschef habe einen Ankerinvestor positiv bewertet, aber signalisiert, dass Osram nicht zum Verkauf stehe – um wenig später „vertiefte Gespräche“ mit den Finanzinvestoren Bain und Carlyle zu bestätigen. „Ja, was denn nun?“ fragte Schmidt. Berlien hielt sich vor den Aktionären zu der möglichen Offerte bedeckt: „Eine weitere öffentliche Diskussion dieses Themas wäre für die Verhandlungsposition von Osram nachteilig.“ Ob Bain und Carlyle tatsächlich ein Angebot abgäben, sei weiterhin offen. „Wir werden den gesamten Prozess ergebnisoffen und im Sinne von Osram führen.“

Die Aussicht auf ein Übernahmeangebot ließ die gebeutelte Osram-Aktie kräftig auf mehr als 40 Euro steigen. An der Börse ist das Unternehmen rund vier Milliarden Euro wert. Osram hatte angesichts der bröckelnden Nachfrage aus der Autoindustrie die Ziele mehrfach nach unten korrigiert. Berlien räumte Fehler ein: „Die Kritik an unsere Prognosequalität ist berechtigt.“ Die Strategie, Osram auf High-tech-Produkte auszurichten, sei aber richtig. Derzeit ist der Vorstand dabei, das Leuchtengeschäft (Siteco) zu verkaufen. Es gebe konkrete Gespräche mit mehreren potenziellen Käufern. „Die Euphorieblase bei Osram ist geplatzt“, sagte Aktionärsvertreterin Daniela Bergdolt von der DSW. Bei Osram seien viele Hedgefonds eingestiegen. „Ich kann schon ein paar Haie rund um das Osram-Hochhaus schwimmen sehen.“

Im zuletzt stark gewachsenen Halbleiter-Geschäft reduziert Osram die Belegschaft in Regensburg um rund 500 Mitarbeiter. Aufsichtsratschef Bauer stellte sich hinter Berlien: Er habe „die angemessenen Maßnahmen getroffen: er hat die Investitionsplanung zurückgenommen, er passt die Kapazitäten in der Fertigung an, er reduziert Funktionskosten.“ Mittelfristig werde das die Wettbewerbsfähigkeit von Osram stärken. Die Aktionäre stimmen auch über den Gegenantrag eines Betriebsrats ab, der die Dividende auf einen Cent senken will. „Um die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit der Osram Opto Semiconductors zu gewährleisten, fordere ich, diese Mittel zum Erhalt der Stellen in der Entwicklung einzusetzen.“ Der Vorstand will 1,11 Euro je Aktie ausschütten.

Dass Berlien und Bauer nicht entlastet werden, ist nicht sehr wahrscheinlich. Die einflussreichen Aktionärsberater ISS und Glass Lewis haben die Entlastung empfohlen. Die übrigen Großaktionäre, die Fondsgesellschaften Allianz Global Investors und Blackrock, wollten sich vor den Aktionären nicht zu Wort melden.

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